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Projektbeschreibung

Aufgabe

Aufgabe des Wettbewerbes ist ein städtebauliches Ideenkonzept für das im Sanierungsgebiet „Altstadt“ liegende Quartier Bäckerstraße zu finden. Ziel soll sein mit diesem Quartier die Verbindung zwischen Rathaus, den Kirchen der Altstadt und den städtischen Museen neu zu definieren. Als mögliche Nutzungen für das Quartier werden Wohnen, Beherbergung, Gewerbe, Gastronomie und private kulturelle Einrichtungen wie Galerien und Ausstellungen vorstellbar. Die Caritas hat Interesse an der Realisierung neuer Wohnformen für Demenzkranke. Konzeptionell und städtebaulich geprüft werden soll im Ideenwettbewerb die Möglichkeit der Bebauung des Quartierinnenraumes.

Ort

Das Quartier Bäckerstraße befindet sich mitten im Herzen der historischen Altstadt Nordhausen.
Nähert man sich dem Quartier fußläufig durch die angrenzenden Altstadtquartiere erlebt man die gut erhaltende mittelalterliche Stadtstruktur mit vielen Fachwerkhäusern sowie dem Rathaus, den Altstadtkirchen, dem Dom und der St. Blasii-Kirche deren Dachspitzen immer wieder in vielen Blickachsen weit sichtbar sind und das Stadtbild prägen. Ein interessantes Wechselspiel entsteht durch enge Gassen, kleinen Plätzen, Quartiersdurchwegungen, einer durchlässigen Altstadtstruktur. Durch die interessante Topografie der Stadt werden Wege zu Treppen und Rampen. Eingänge zu Hinterhöfen und kleinen Gärten laden zum Schauen und Schlendern ein.
Die zum großen Teil erhaltene und sanierte Stadtmauer macht die alte Stadtgrenze sichtbar und rahmt das Bild der mittelalterlichen Stadt. Mit ihren Öffnungen gibt sie spannungsreiche Einblicke macht eine klare Wegführung möglich und wirkt raumbildend.

Entwurfskonzept

Die Grundidee des Entwurfes orientiert sich am Bild der mittelalterlichen Stadt mit ihrem Potential für eine interessante und spannungsreiche Quartiersgestaltung.
Mit diesem Entwurf wurde eine Struktur entwickelt, die den Charakter des mittelalterlichen Quartiers aufgreift und neu interpretiert. Das Thema der Mauer ist Hauptbestandteil des Entwurfes. Sie umschließt und strukturiert das Quartier. Bestehende Flurstücksgrenzen werden aufgegriffen, Parzellen werden definiert, die Mauern bilden Gassen und Plätze im Wechsel mit kleinen Wegen mit Platzaufweitungen. Die Mauer wird wegführendes Element auch innerhalb des Quartiers, sie schafft die Zonierung von Innen und Außen, differenziert private, öffentliche und halböffentliche Bereiche.
Durch Öffnungen sowie den unterschiedlichen Höhen der Mauern entstehen spannende und abwechslungsreiche Szenarien.
Es wäre der erste Schritt zur Vitalisierung des Quartiers - eine erste Schichtung - die später nach und nach gefüllt werden kann, die aber von Beginn an ihren Charakter und ihre Qualität hat. Das Quartier hat so die Möglichkeit sich zu entwickeln und zu wachsen in einem gestalteten Rahmen.
Man erhält ein Patchwork aus privaten, öffentlichen und halböffentlichen Bereichen. Eine kleine Stadt innerhalb der Stadt könnte so wachsen.

Wege

Die Wegeführung vermittelt zwischen den Ausrichtungen der Achsen von Rathaus zu den Altstadtkirchen, der Wassertreppe sowie dem Tabakspeicher Museum in den umliegenden Altstadtquartieren.
Das Quartier wird durchzogen von begrünten barrierefreien Wegen- und Straßenräumen im Wechsel mit Plätzen und Nischen als Verbindung und Orientierung von Innen und Außen, mit Blickachsen, Aus- und Einblicke vom Quartier.

Grünraum

Im Inneren des Quartiers befinden sich begrünte Innenhöfe, je nach Zuordnung der Wohnform privat oder halböffentlich, angelegt mit der Verbindung zum gemeinschaftlichen quartiersbezogenen Garten durch differenziert gestufte Grünflächen. So entstehen abwechslungsreiche unterschiedlich gestaltete Freiräume, die zum Spazieren gehen, zum Spielen oder zum Verweilen einladen.

Verkehr

Zur Erschließung des Quartiers dient eine verkehrsberuhigte Spielstraße im Einbahnstraßensystem für die Anwohner des Quartiers. Der Fußweg ist hier Teil des Fahrweges. Ein befestigter Platz, welcher sich entlang der Erschließungsstraße aufweitet und mit Bäumen gestaltet wird, bietet Platz zum Parken. Er ist der befestigte kleine Marktplatz im Quartier und kann zum Veranstaltungsraum für kleine Feste im Quartier werden.

Bebauung

Die Quartiersstruktur lässt ganz unterschiedliche Wohn- und Bebauungstypologien zu.
Die bereits vorhandene Bebauung des Quartiers wird angemessen ergänzt.
Durch den Verlauf der Mauer entlang der Bebauungsflucht entsteht die Möglichkeit das Quartier zu schließen, jedoch auch, die Bebauung in manchen Bereichen zurückzusetzen, um bessere Belichtungsverhältnisse und einen Vorplatz zum Ankommen für das Haus zu schaffen.
Im Bereich der Gumpertstraße wird das Thema des Individual-Wohnens angeboten, mit der Möglichkeit Gewerbe- und Einfamilienhaustypologien zu kombinieren.
Entlang der Bäckerstraße könnte der Auftakt ein Galeriegebäude sein, kombiniert mit einem Single-Wohnen- Appartementhaus mit Gewerbeflächen im Erdgeschoss. Die Single-Wohnungen im Appartmenthaus würden durch einen Laubengang, orientiert zum Quartiersinneren, erschlossen. Die zwei weiteren Wohntypen in der Bäckerstraße sowie der eine Wohntyp in der Domstraße könnten Platz für Familien-Wohnen bieten. Abschluss zur Domstraße mit Bezug zum kleinen Piazza-ähnlichen Platz bildet ein Café-Haus, mit Sonnenterrasse im Quartier. In der Kranichstraße könnte das Senioren-Wohnen untergebracht sein.

Projektdaten

Adresse

Bäckerstraße
Nordhausen

Planungsbüro

VITAMINOFFICE ARCHITEKTEN Bastam Enenkel Partnerschaft mbB, Erfurt

Bauherr

gewerblich

Fertigstellung

2006

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Zugeordnete Schlagworte und Sammlungen

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Letzte Aktualisierung dieser Seite am: 08.10.2010. Alle Angaben auf dieser Seite werden durch das Büro VITAMINOFFICE ARCHITEKTEN Bastam Enenkel Partnerschaft mbB, Erfurt auf freiwilliger Basis verwaltet. Das Büro ist für den Inhalt dieser Seite selbst verantwortlich. Die Angaben werden von der Architektenkammer Thüringen nicht geprüft.

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