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Projektbeschreibung

Die staatliche Berufsakademie Eisenach befindet sich am Rande eines Wohngebietes im Norden der Stadt, vom Stadtzentrum durch die Bahnlinie und dem Fluss Hörsel nur wenige Minuten zu Fuß zur Innenstadt getrennt.
Trotz der erhöhten Lage des Grundstückes mit dem sehr hohen dominanten Bestandsgebäude ist das Gelände der BA nur zurückgezogen und mit dichtem Baumbewuchs umschlossen als eigenständiges Plateau wahrnehmbar.
Die Wettbewerbsaufgabe beinhaltet den Entwurf eines Erweiterungsbaus für das bereits sanierte, repräsentative Bestandsgebäude, um entsprechend dem geplanten Grundkonzept der Berufsakademie Eisenach 1000 Studenten, statt bisher 700 Platz zu geben. Ein ganzheitlich gestaltetes und funktionierendes Campusgelände mit ca. 150 Stellplätzen soll entworfen werden. Im Neubau sollen eine Mensa, eine Hörsaaleinheit und ein Technikbereich entstehen.

Idee

Dieser Entwurf möchte städtebaulich eine Lösung schaffen, welche dem prägnanten Bestandsgebäude seine Eigenständigkeit lässt.
Durch Kompaktheit soll möglichst viel Freiraum für das Campusgelände verbleiben. Der Entwurf fügt sich in den vorhandenen Baumbestand ein und bildet gleichzeitig die Fassung des Campusgeländes.

Durch die lineare Ausrichtung der Baukörper, gesäumt von einer vorhandenen Baumreihe, wird eine klare Raumkante zu den Parkflächen entlang der Ebertstraße formuliert. Der Neubau öffnet sich so zu einer großzügigen mit vielen Bäumen durchzogenen Campuslandschaft, gerahmt vom historischen Bestandsgebäude und dem Mensapark im Süden.

Eine klare Wegführung, die barrierefreie Campusallee, verbindet den Altbau mit dem Neubau, ermöglicht eine gute kurze Anbindung an den Neubau und wird Auftakt für die Ankommenden vom Parkplatz. Die Allee wird verbindendes Element für das Gesamtgefüge. Das Gebäude wird gleichzeitig Tor zum Campus.

Der Neubau besteht aus zwei ineinander verschobenen Baukörpern, welche die jeweiligen verschiedenen Funktionen klar ablesbar machen. Es gibt den lang gestreckten Baukörper mit den Unterrichtsräumen welcher sich wie ein Winkel über den Mensakubus legt und gleichzeitig eine Fuge für die Campusallee lässt.
In der ausgebildeten Fuge welche klar die beiden Baukörper voneinander trennt, werden die beiden Gebäude erschlossen. Man betritt das einladende großzügige Foyer welches zur Mensa oder ins Obergeschoss, zu den Unterrichtsräumen und dem Hörsaal führt.

Für eine bessere Anbindung zur Stadt wird der Mensapark mit Wegen vernetzt, um so auch das Campusgelände vom Süden erlebbar zu machen, oder nach dem Essen einen kleinen Spazierrundgang zu ermöglichen.

Die klare Grundrissstruktur entspricht dem städtebaulichen Konzept der Campusgestaltung.

Die Erschließung liegt bewusst entlang der Ostfassade, in Beziehung zu der Erschließung vom Parkplatz, - einem ständigen Kommen und Gehen. Getrennt werden die Flure von den Unterrichtsräumen durch eine Schrankspur, welche durch Versprünge den Flurbereich spannungsreich gestaltet, sowie Platz bietet als Stauraum und Unterbringung von notwendigen Techniksträngen.

Die Labor- und Werkstatträume öffnen sich zum grünen Campuspark. Für die freie Blickbeziehung sorgt die raumhohe Verglasung der Pfosten-Riegel-Konstruktion, welche eine Rhythmisierung durch die offenen und schmalen geschlossenen Felder bekommt. Im geschlossenen Element gerahmt befindet sich der zu öffnende Tür- bzw. Fensterflügel. Gleiches Öffnungsprinzip besitzen die schmalen Fensterbänder der Ostfassade.

Die Laborbereiche und Werkstätten im Unterrichtsgebäude sind klar gegliedert, den vorgegebenen Anforderungen entsprechend umgesetzt und zusätzlich flexibel gestaltbar. Diese Flexibiltät und Entwicklungsmöglichkeiten werden ermöglicht durch eine klare Tragstruktur. Die Tragende Stahlbetonkonstruktion hat ein Achsmaß von 8,75m. Innerhalb dieses Achsmaßes, ist man in der Raumunterteilung unabhängig und könnte so auch Räume koppelbar gestalten.
Im Obergeschoss wäre z.B. im Bereich der Campuslounge noch einen weiterer Unterrichts- oder Büroraum abzuteilen.

Mensa

Die Eigenständigkeit der Mensa wird verstärkt durch eine raumhohe Rundumverglasung. Wie ein Pavillon schiebt sich die Mensa im Süden in den weichfließend gestalteten Mensapark mit dem alten Baumbestand und den Liegewiesen zum Verweilen.
Die notwendigen Funktionsräume sind wie ein steinerner Kern, der nach Osten dem gläsernen Gebäude das Rückrad gibt untergebracht.
Durch die mobile verschiebbare halbhohe Buffett-Wand, ist der Küchenbereich abschließbar und die Mensa kann multifunktional mit Erweiterungsmöglichkeit auf das Foyer genutzt werden.
Die Mensa bekommt differenzierte spannungsreiche Aufenthaltsqualitäten.
So gibt es den leicht abgesenkten Sitzbereich, mit der vorgelagerten Parkterrasse für das Sitzen im Freien. Folgt man der Galerietreppe ins Obergeschoss gelangt man ins Lesecafe mit geschützter Loggia nach Süden.
Die verglasten Südfassaden werden im Sommer natürlich beschattet durch entstehende Rücksprünge entstehend durch die Verschiebung der beiden Baukörper sowie der Auskragung des „Unterrichts-Riegels“, welcher sich im Süden leicht über die Mensa schiebt.
Als weiterer Sonnenschutz dient die Farbreflektion des beschichteten Fassadenglases der Glasfassade der Mensa. Durch diese transparente und mit vielen zu öffnenden Elementen versehende Fassade wird die Mensa zum „Zimmer im Park“.
Weiche fließende Übergänge zum Außenraum, dem Park werden durch die vorgelagerte Parkterrasse geschaffen.
Eine „Grüne Rampe“ vermittelt behindertengerecht zwischen dem Bestandsgebäude und der Mensa sowie einem geländetypischen Höhensprung.

Außenanlagen

Das Aufnehmen der vorhandenen topographischen Struktur des Entwurfgebietes mit den verschiedenen Höhenniveaus ermöglicht die Umsetzung einer differenzierten Außenraumgestaltung.
So entstehen räumlich klar gestaltete Freiräume, angeordnet als eine abwechslungsreiche vielseitige Platzfolge entlang der behindertengerechten Erschließungsachse, der Campus-allee.
Von der Friedhofstraße, den Campus erschließend, öffnet sich als Auftakt der befestigte Campushof.
Hier gibt es Platz für größere Hoffeste und das jährliche Campus-Fußball-Tunier. Der Allee folgend gelangt man zu einem Stufengarten. Dem Thema eines Campus-Pallazzo ähnlich, kann er mit den großen vorhandenen Bäumen wie ein natürliches Dach, als grünes Klassenzimmer dienen, oder als schattiges Plätzchen zum Lesen.
Der Garten der Ruhe, lädt mit der spiegelnden Wasserfläche zum Verweilen und Ausruhen ein.
Eine großzügige Terrasse entlang der Wasserfläche bildet den Abschluss dieses Bereiches und Übergang zum Gebäude. Diese befestigte Fläche dient nicht nur als Austritt für die Pause in den Unterrichtsstunden, sondern ist gleichzeitig wichtige Aufstellfläche für die Feuerwehr, zur Gewährleistung des zweiten Rettungsweges für das Obergeschoss.

Der Garten der Sinne wirkt als verbindendes Element der Campusgestaltung entlang der Friesstraße und bringt Abstand zu der Wohnbebauung. Hier wachsen duftende bunte Sträucher und Stauden, bilden Hecken versteckte und ruhige Nischen, Obstbäume laden zum Naschen ein.

Weitere beteiligte Architektur-/ Stadtplanungsbüros:
Bau Projekt, Eisenach

Projektdaten

Adresse

Am Wartenberg 2
Eisenach

Planungsbüro

VITAMINOFFICE ARCHITEKTEN Bastam Enenkel Partnerschaft mbB, Erfurt

Bauherr

gewerblich

Fertigstellung

2005

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Zugeordnete Schlagworte und Sammlungen

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Letzte Aktualisierung dieser Seite am: 08.10.2010. Alle Angaben auf dieser Seite werden durch das Büro VITAMINOFFICE ARCHITEKTEN Bastam Enenkel Partnerschaft mbB, Erfurt auf freiwilliger Basis verwaltet. Das Büro ist für den Inhalt dieser Seite selbst verantwortlich. Die Angaben werden von der Architektenkammer Thüringen nicht geprüft.

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