Freifläche Gymnasium "Am Weißen Turm" Pößneck

gildehaus.partner architekten mbB, Weimar

Die Freifläche um den „Weißen Turm“ befindet sich im Bereich der ehemaligen Stadtmauer von Pößneck, welche ab 1300 errichtet wurde und an dieser Stelle bis 1885 Bestand hatte.

In den Jahren 1885 bis 1888 wurde die Bürgerschule von Pößneck, das heutige Gymnasium, im Bereich der ehemaligen Stadtmauer errichtet. Die der Schule südlich vorgelagerte Freifläche wurde seitdem als Pausenhof genutzt.

Laut historischen Darstellungen wurde der Freiraum durch eine Zweierreihe Kleinbäume gegliedert. Die Durchwegung in Ost-West-Richtung war offen, was dem Raum vor der Schule trotz seiner ausgeprägten Längsausrichtung eine gewisse Großzügigkeit verlieh.

Umbauten in den 1960er Jahren führten dazu, dass eine mannshohe Stützmauer die Wahrnehmung des Schulhofes zur Straße hin bestimmte. Der Blickhorizont der Gymnasiasten befand sich im Rad- und Auspuffbereich der unmittelbar neben der Stützmauer in der Oberen Grabenstraße parkenden Autos. Während die Obere Grabenstraße durch deren Verbreiterung immer wichtiger geworden war, hatte die Freifläche vor dem Schulgebäude an Ausstrahlung verloren.

Für die verschiedenen Bedürfnisse der Schüler werden Bereiche unterschiedlichen Charakters für Erholung, Spielen und Bewegen, Kommunikation mit Sitzmöglichkeiten und Rückzugsorten geschaffen.

Im Osten des Hofes wird eine Aktivzone angeboten, welche mit ihrer organischen Form an den Wallgraben erinnert. Der weich geschwungene Hügel wird mit Fallschutzboden (Tartanbelag) versehen und lädt zum Rennen und Toben ein. Die zentrale Zone gegenüber dem Haupteingang der Schule ist durch Symmetrie und den strengen Charakter der Sitzstufen gekennzeichnet. Zum Erholen und Entspannen werden Sitz- und Liegeauflagen in verschiedenen Formen angeboten. Das westliche Ende des Schulhofes ist vom Schulgebäude am weitesten entfernt. Hinter halbhohen Sitzelementen aus Metall und Holz können sich die Schüler auch mal zurückziehen.

Die Planungsansätze bei der Neugestaltung des Schulhofes orientierten sich neben der Erhöhung der Aufenthalts- und Erholungsqualität auch an historischen Begebenheiten. So wurde der natürliche Höhenverlauf des Geländes durch eine Sitzstufenanlage wieder hergestellt, der östlich steil im Gelände beginnt und nach Westen ausläuft. Der nicht mehr existierende Zugang von der Straße in der Hauptachse der Schultreppe wurde mit einer neuen Freitreppe an historischer Stelle auf moderne Art interpretiert. Die städtebauliche Großzügigkeit des eigentlich für heutige Ansprüche zu kleinen Pausenhofes ist durch die Öffnung des Bereiches am Weißen Turm wieder erlebbar. Der Schulhof wird zu einem Teil des städtisches Raumes.

Adresse
Am Schulplatz 1
07381 Pößneck

Planungsbüro
gildehaus.partner architekten mbB, Weimar

Bauherr
Landratsamt Saale-Orla-Kreis

Fertigstellung
April 2017

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Letzte Aktualisierung dieser Seite am: 22.11.2018. Alle Angaben auf dieser Seite werden durch das Büro gildehaus.partner architekten mbB, Weimar auf freiwilliger Basis verwaltet. Das Büro ist für den Inhalt dieser Seite selbst verantwortlich. Die Angaben werden von der Architektenkammer Thüringen nicht geprüft.

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