Lern- u. Dokumentationszentrum Gedenkstätte Mittelbau Dora · Nordhausen

Kleineberg und Pohl Architekten und Ingenieure, Braunschweig

Ausgezeichnet mit einer Anerkennung zum "architektourpreis 2005"

Der Neubau des Lern- und Dokumentationszentrums ist Bestandteil einer zusammen mit Prof. H. Wehberg, WES & Partner, Hamburg, entwickelten Gesamtkonzeption zur Neugestaltung der Gedenkstätte Mittelbau Dora.

Ziel des Freiraumkonzeptes ist die Sicherung und Kennzeichnung der überwachsenen historischen Spuren im Gelände und damit die “Entidyllisierung” des (landschaftlich reizvoll gelegenen) ehem. Konzentrationslagers.

Der Baukörper liegt auf einem leicht ansteigenden Hang und ist vom Gelände durch ein schmales Lichtband abgelöst - er stellt sich als leichte technische Hülle - als Container dar und ist Behälter für Erinnerungen und Informationen. Er dient der Bewahrung von Relikten und Quellen, öffnet sich aber auch dem Besucher als Versammlungs- und Lernort.

Die einfache Form und zurückhaltende Gestaltung nimmt Rücksicht auf die besondere Situation und Bedeutung des Ortes, dessen Authenzität nicht beeinträchtigt werden soll.

Der Material- und Farbkanon beschränkt sich - ebenso wie die Detailgestaltung - auf wenige klar definierte Elemente:

Großformatige Fassadentafeln aus Furnierschichtholz oder Faserzement, hellgrau durchgefärbt, Stahlprofile anthrazit für die Fassadenverglasungen,

Sichtbeton für tragende Wandscheiben und Stützen; naturfarbener Zementestrich für die Böden, eingespannte Ganzglasgeländer an Treppen und Galerien sowie helles Holzfurnier für die geschwungene Bücherwand der Bibliothek, die Infotheke und die Trennwände der Seminarräume.

Die großzügigen Fassadenöffnungen erlauben - wie gerahmte Bilder - Ausblicke in die Landschaft und zur Stadt Nordhausen oder fokussieren im Kontrast dazu den Blick auf das Lagergelände, den ehemaligen Bahnhof und die Stolleneingänge der untertägigen ehemaligen Produktionsanlagen. Durch die wechselseitigen Blickbezüge wird die Funktion des Gebäudes als “Klammer” zwischen Häftlingslager und Industriebereich unterstrichen sowie auf die - nicht nur räumlich enge - Verbindung zwischen der Stadt Nord-
hausen und dem Lager hingewiesen.

Kern des Lern- und Dokumentationszentrums ist der ca. 500 qm große Ausstellungsbereich im Erdgeschoss. Weiter befinden sich im Erdgeschoss das Foyer sowie ein Kino- und Veranstaltungssaal für 100 Personen, der bei Bedarf über flexible Trennwände mit dem Foyer zusammengeschaltet werden kann. Das Obergeschoß teilt sich in einen öffentlichen Bereich mit Cafeteria und Seminarräumen und einen internen Bereich mit Mitarbeiterbüros und Besprechungsräumen auf. An der Schnittstelle der beiden Bereiche befinden sich Bibliothek und Archiv mit den Besucherarbeitsplätzen.

Bauherr:
Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora, Direktion, D-99423 Weimar
Herr Dr. Jens- Christian Wagner, Tel.: +49-3643-430 185
(Leiter der KZ-Gedenkstätte Mittelbau Dora)
Herr Walter Mönch, Tel.: +49-3643-430 134
(Verwaltungsdirektor der Stiftung Gedenkstätten)

Architekt:
Kleineberg und Pohl, Architekten und Ingenieure
Hamburger Straße 267
38114 Braunschweig
Tel.: 0531 / 238 22 0
Fax: 0531 / 238 22 29
e-mail: kleineberg.arch@t-online.de

Landschaftsarchitekt:
WES & Partner
Jarrestraße 80
22303 Hamburg
Tel.: 040 / 278 41 0
Fax: 040 / 278 41 150
e-mail: info@wesup.de

Statiker:
Hempel Ingenieure
Agrippinawerft 30
50678 Köln
Tel.: 0221 / 8000 81 0
Fax: 0221 / 8000 81 29
e-mail: info@hempel-ingenieure.de

Grundfläche: ca. 2.000 qm NGF
Baukosten: ca. 5,0 Mio Euro
intern. Wettbewerb, 1. Preis 2000 / 2001
Grundsteinlegung: April 2003
Nutzungsübergabe: Dezember 2004

Adresse
Kohnsteinweg 20
99734 Nordhausen

Planungsbüro
Kleineberg und Pohl Architekten und Ingenieure, Braunschweig

Bauherr
gewerblich

Fertigstellung
2005

Preise/Auszeichnungen
architektourpreis 2005

Direkt bei Google-Maps suchen

Zugeordnete Schlagworte und Sammlungen

Letzte Aktualisierung dieser Seite am: 01.10.2010. Alle Angaben auf dieser Seite werden durch das Büro Kleineberg und Pohl Architekten und Ingenieure, Braunschweig auf freiwilliger Basis verwaltet. Das Büro ist für den Inhalt dieser Seite selbst verantwortlich. Die Angaben werden von der Architektenkammer Thüringen nicht geprüft.

Seite teilen: