MAGAZINBLOCK NÖRDLICHER WESTFLÜGEL MARSTALLQUARTIER 3.BA · Weimar

Aschenbach Architekten BDA, Weimar

MARSTALLPROJEKT THÜRINGISCHES HAUPTSTAATSARCHIV WEIMAR UMBAU/ NEUBAU (HAUS-IN-HAUS) FÜNFGESCHOSSIGER MAGAZINBLOCK IM NÖRDLICHEN WESTFLÜGEL 3.BA

BGF: 3.510 m²/ HNF: 1.848 m²

Der nördliche Teil des Marstall-Westflügels der 1878 fertig gestellten Neorenaissance-Bebauung von Oberbaudirektor C.H.F.Streichhan war in seiner Geschichte mehrfach schadhaften Störungen bzw. Eingriffen ausgesetzt, so dass die vergleichsweise im Südlichen Westflügel wiederhergestellte, gut erhaltene innere Gebäudestruktur nicht mehr vorhanden war. Schon im 19.Jahrhundert war es erforderlich, auf Grund des nach Norden abfallenden, tragenden Baugrundes statische Hilfsmittel wie z. B. horizontale Eisengurte in Gebäudequerrichtung einzubringen. Zu DDR-Zeiten wurden dann bereits alle Innendecken und -stützen bis auf wenige Ausnahmen komplett in Stahlbeton ersetzt, allerdings nur mit einer geringen Deckentraglast von ca.200 kg/m², die für geltende Magazinanforderungen bei weitem nicht ausreichen.

Da allein die Baugrundsituation schon eine flächendeckende Nachgründung mit immensen Aufwendungen erfordert hätte, wurde 1996 eine konsensfähige Entscheidung gemeinsam mit den Denkmalbehörden herbeigeführt, wonach die erforderliche aufwendige Nachgründung durch ein neues Kellergeschoss (auf Niveau des Tiefmagazins des Marstallhofes) übernommen wird. Gleichzeitig entstand aus dem unumgänglichen Rückbau der DDR-Stahlkonstruktionen im Inneren die ingenieurtechnische Idee einer Haus-in-Haus-Lösung, d.h. zur Errichtung eines fünfgeschossigen Stahlbetonkerns vom Keller bis unter die Dachschrägen. Die fünf, relativ einfach zu klimatisierenden Geschosse dienen der Magazinierung mit Kompaktregalanlagen, werden über zwei flankierende Treppenhäuser im Süden und Norden erschlossen und verfügen über niveaugleiche Anbindungen in alle Archiv-Arbeitsbereiche des Marstallquartiers. Die innere Gebäudestruktur des Magazinblocks wurde nach einem Variantenvergleich der Brandgefährdungsgrößen für Archivgut ermittelt und nach bauphysikalischen so wie brandschutztechnischen Kriterien optimiert. Demzufolge ergab sich nicht eine geschossweise Trennung der Magazinkammern, sondern eine vertikale Segmentierung in fünf vertikale Magazineinheiten über jeweils vier Geschosse, deren Luftverbund über begehbare Deckenroste hergestellt wird.
Die Vertikalsegmente sind über die Deckenöffnungen verbunden und werden klimatisch konditioniert. Im Brandfall wird das betroffene Magazinsegment separiert und über eine Entrauchungsgalerie (DG) auf der Hofseite entraucht.

Die Kompaktregal-Kapazität des neuen Magazinblocks liegt bei ca.16 Regal-km und verdoppelt so den bereits im Tiefmagazin Marstallhof (2.BA) geschaffenen hochwertigen Aufbewahrungsraum.

Adresse
Marstallstraße 2
99423 Weimar

Planungsbüro
Aschenbach Architekten BDA, Weimar

Bauherr
Freistaat Thüringen TLBV Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr

Fertigstellung
2016

Nutzfläche
1.848 m2

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Letzte Aktualisierung dieser Seite am: 23.03.2018. Alle Angaben auf dieser Seite werden durch das Büro Aschenbach Architekten BDA, Weimar auf freiwilliger Basis verwaltet. Das Büro ist für den Inhalt dieser Seite selbst verantwortlich. Die Angaben werden von der Architektenkammer Thüringen nicht geprüft.

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