Theoretikum - Forschungsgebäude der FSU Jena

Gerber Architekten, Dortmund

Die städtebauliche Disposition des Neubaus folgt dem Duktus der vorhandenen baulichen Anlage des „Collegium Jenense“. Das Gebäude bindet unmittelbar an die bestehenden denkmalgeschützten Institutsbauten an und schließt das historische Ensemble nach Westen hin ab. Die vorgefundenen Qualitäten von straßenbegleitendem Blockrand und Innenhof, als Merkmale der Bebauung innerhalb des Altstadtringes, wurden aufgegriffen und stellen ein wesentliches Element des architektonischen Konzepts dar.

Das zentrale Forschungsgebäude ist dreigeschossig und U-förmig konzipiert, so dass es zusammen mit den bestehenden Gebäuden einen begrünten Innenhof umschließt. Während der westliche Gebäudeteil die Büroarbeitsräume der Verwaltung und der Wissenschaftler beinhaltet, nehmen die nördliche sowie die südliche Schiene gestapelt die hochinstallierten Bereiche der Labornutzungen auf. Dazwischen, an zentraler Stelle, liegt der Haupteingang des Gebäudes. Verglast zur Straße und zum grünen Innenhof mit Ein-, Aus-, aber auch Durchblicken. Der begrünte Innenhof und die vor dem Eingang noch erhaltene Pappel verbinden sich zu einem durchfließenden Stadtgrün. Der Altbau, das Collegium Jenense, wurde mit dem neuen Innenhof in das Gebäudekonzept des Neubaus einbezogen und so auf neue Weise erlebbar gemacht.

Das neue Gebäude ordnet sich in seiner Geschossigkeit und kompakten grundrisslichen Organisation in die Maßstäblichkeit des Quartiers ein und gewährleistet die Fortschreibung der in der Rahmenplanung zur Stadterneuerung formulierten städtebaulichen Zielsetzung wie z.B. Erhaltung und Ergänzung des Großgrünbestandes, Solitärstellung des Anatomieturms mit Sichtbeziehung zum Johannistor.

Die Fassadengliederung und die Farbgestaltung orientieren sich an dem barocken Gebäude des Collegium Jenense

Die Reduktion der architektonischen Elemente als probates Mittel zur Einfügung neuer Gebäude in die historische Bausubstanz unterstreicht zum einen die Sachlichkeit der gestellten Bauaufgabe wie auch das Bekenntnis zu einem zeitgemäßen Erscheinungsbild des Gebäudes an diesem städtebaulich prägnanten Ort.

Adresse
Leutragraben / Ecke Kollegiengasse
07743 Jena

Planungsbüro
Gerber Architekten, Dortmund

Bauherr
Freistaat Thüringen

Fertigstellung
2003

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Letzte Aktualisierung dieser Seite am: 09.11.2011. Alle Angaben auf dieser Seite werden durch das Büro Gerber Architekten, Dortmund auf freiwilliger Basis verwaltet. Das Büro ist für den Inhalt dieser Seite selbst verantwortlich. Die Angaben werden von der Architektenkammer Thüringen nicht geprüft.

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