Deutscher Architektentag 2019 verabschiedet Forderung zu Qualität und Qualifikation

Mitteilung der Bundesarchitektenkammer

Abschlussdiskussion: Dr. Tillman Prinz, Geschäftsführer der Bundesarchitektenkammer, und Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Bild: Konstantin Gastmann 3 Bilder.
Abschlussdiskussion: Dr. Tillman Prinz, Geschäftsführer der Bundesarchitektenkammer, und Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, Bild: Konstantin Gastmann

Volles Haus im bcc Berlin Congress Center: Architekten aller Fachrichtungen und Stadtplaner aus ganz Deutschland tauschten sich mit Gästen aus Forschung, Wirtschaft und Politik über die gesellschaftliche Dimension von Planung und deren Wert für die Qualität unserer gebauten Umwelt aus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verabschiedeten zum Abschluss des Deutschen Architektentags fast einstimmig eine Forderung zu Qualität und Qualifikation.

Die Handlungsbereitschaft des Berufstandes und das Bewusstsein für die eigene Verantwortung standen bei der Diskussion zur Forderung im Vordergrund. Doch auch die Rahmenbedingungen müssen stimmen. „Räume prägen uns – und Planende prägen Räume. Diese einfache Formel macht die Relevanz guter Planung überdeutlich“, so bringt es Barbara Ettinger-Brinckmann, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, im Gespräch mit dem Publikum auf den Punkt: „Lasst die Architekten und Stadtplaner ran. Alle wichtigen Fragen unserer Zeit berühren uns direkt. Nehmt unsere Expertise wahr!“

Deutscher Architektentag 2019 - Forderung zu Qualität und Qualifikation:

Relevanz – Räume prägen. Sorgfältig geplante und nachhaltig gebaute Gebäude in lebendigen Quartieren mit ansprechenden Freiräumen sind von elementarer Bedeutung für eine offene und selbstbestimmte Gesellschaft. Wir Architektinnen und Architekten aller Fachrichtungen und wir Stadtplanerinnen und Stadtplaner bekennen uns ausdrücklich zu unserer Verantwortung für die Gestaltung der gebauten Umwelt. Nahezu alle aktuellen und zukünftigen Herausforderungen – demographischer Wandel und Migration, Digitalisierung, Mobilitätswende, Klima- und Ressourcenschutz, insbesondere schonender und sozialverträglicher Umgang mit Grund und Boden – sind unmittelbar relevant in unserem beruflichen Handeln.

Dieser großen Verantwortung gerecht zu werden, erfordert eine umfassende und ganzheitlich ausgerichtete Ausbildung, qualifizierte Berufszulassung, kontinuierliche Fort- und Weiterbildung und Einhaltung hoher berufsethischer Standards. Dies ist durch die Mitgliedschaft in den Architektenkammern sichergestellt, die damit eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe erfüllen.

Allerdings dürfen in Deutschland diese gesellschaftsrelevanten Planungsleistungen auch Personen erbringen, die nicht die erforderlichen Qualifikationen aufweisen.

Vor diesem Hintergrund hat der Europäische Gerichtshof in seiner Entscheidung vom 4. Juli 2019 festgestellt, dass die qualitätssichernde Wirkung der verbindlichen Mindesthonorarsätze nur dann gewährleistet werden könne, wenn ausschließlich qualifizierte Planerinnen und Planer die in der HOAI geregelten Leistungen erbringen.

Der Deutsche Architektentag fordert, diesen Appell des obersten europäischen Gerichts aufzugreifen und die Verantwortung für die Gestaltung der gebauten Umwelt nur Personen zu übertragen, die ihre Qualifikation in Stadtplanung und Architektur nachgewiesen haben. Das sind auf jeden Fall wir, die Stadtplanerinnen und Stadtplaner, Architektinnen und Architekten, Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten, Innenarchitektinnen und Innenarchitekten.

Die gebaute Umwelt in der Stadt und auf dem Land beeinflusst unser Leben. Ihre hohe Qualität muss politisches Ziel sein.

veröffentlicht am 30.09.2019 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News, Berufspolitik/ Kammerarbeit

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