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Duale Hochschule Gera-Eisenach: Neubau eines Lehr- und Forschungsgebäudes am Campus Gera

Erfurter Architekturbüro gewinnt offenen Realisierungswettbewerb

Schaubild Mittleres Atrium 1. Preis: Worschech Architekten Planungsgesellschaft mbH, Erfurt, Bild: Worschech Architekten 13 Bilder.
Schaubild Mittleres Atrium 1. Preis: Worschech Architekten Planungsgesellschaft mbH, Erfurt, Bild: Worschech Architekten

Für den Neubau eines Lehr- und Forschungsgebäudes der Dualen Hochschule Gera-Eisenach auf dem Geraer Campus lobte der Freistaat Thüringen im Februar 2020 einen offenen Architekturwettbewerb aus.

Rund 1.500 Quadratmeter Nutzfläche mit Hörsälen, Laboren und Seminarräumen sollen der Dualen Hochschule nach Fertigstellung zusätzlich zur Verfügung stehen. Die geschätzten Gesamtkosten des Projektes belaufen sich auf ca. sieben Millionen Euro, davon stammen rund drei Millionen Euro aus dem Hochschulpakt des Bundes.

Am Wettbewerb waren Architektinnen und Architekten teilnahmeberechtigt; 89 Arbeiten aus dem In- und Ausland wurden zum Wettbewerb zugelassen. Als Wettbewerbssumme standen insgesamt 35.000 Euro (netto) zur Verfügung. Die Jury unter Vorsitz der Dresdner Architektin Canan Rohde-Can kürte einen Siegerentwurf, zwei dritte Plätze sowie zwei Anerkennungen. Der erste Preis sowie ein dritter Preis gingen dabei an Planungsbüros aus Thüringen.

Ergebnis

  • 1. Preis (14.000 Euro):
    Worschech Architekten Planungsgesellschaft mbH, Erfurt
  • ein 3. Preis (7.500 Euro):
    Osterwold°Schmidt EXP!ANDER Architekten BDA PartGmbB, Weimar
  • ein 3. Preis (7.500 Euro):
    rw+ Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
  • eine Anerkennung (3.000 Euro):
    de+ architekten GmbH, Berlin
  • eine Anerkennung (3.000 Euro):
    Krautwald Architekten, Braunschweig / Schneider + Sendelbach Architekten, Braunschweig

Beurteilung des Preisgerichts zum 1. Preis:
Die Arbeit schlägt eine präzise, städtebaulich überzeugende Fortschreibung des bestehenden Ensembles vor. Die städtebauliche Setzung folgt der Körnung des Bestandes und ergänzt diese auf der Westseite des Schlosses selbstverständlich. Die Feingliedrigkeit der Baukörper setzt sich in der Grundrissgestaltung fort. Die Baumasse wird konzentriert auf zwei Geschosse verteilt. Durch eine disziplinierte Gliederung der Grundrisse entsteht die gewollte Typologie des Gebäudes. Diese bildet sich auch in den umlaufenden Fassaden ab. Hervorzuheben ist das Ansinnen, die gestalterischen Motive des Bestandes mit eigenen Akzenten fortzuschreiben und somit das Ensemble zu komplettieren. Das Schloss bleibt dabei als Mittelpunkt der Anlage deutlich sichtbar. Die vier Kuben spielen in Anlehnung an die vorhandenen Ergänzungsbauten in Richtung Osten bewusst mit der leichten Überlagerung des landschaftsarchitektonisch nachempfundenen ehemaligen Wasserbeckens. Von der Westseite eingeschobene Höfe ermöglichen eine effiziente, zweihüftige Anlage und lösen die schallschutz- und belichtungstechnischen Problemstellungen des Standortes. Hierbei werden die Hörsäle im Bereich der Siemensstraße zu den Höfen orientiert und gut belichtet. Die Haupterschließung in der nordöstlichen und die Anlieferung in der südöstlichen Fuge folgen der Logik des Bestandes. Im Inneren entstehen gut mit Tageslicht versorgte Raumfolgen. Die brückenartigen Verbindungsfugen nehmen die Lernnischen auf und ermöglichen das zurückgezogene Lernen entlang der Gartenhöfe. Die gewählte Konstruktion und Tragstruktur lässt eine wirtschaftliche Errichtung der Baukörper erwarten. Gegebenenfalls zu großzügig gewählte Verglasungen in der 2. Ebene in Richtung Osten werden nutzerseitig kritisch gesehen.

veröffentlicht am 08.07.2020 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News, Wettbewerbe nach RPW - Ergebnisse

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