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Einkaufs- und Versorgungszentrum Leipziger Straße in Erfurt

Weimarer Büro gewinnt Realisierungswettbewerb

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Visualisierung 1. Preis: Junk & Reich Architekten BDA, Weimar, Bild: Junk & Reich Architekten BDA

Die City- und Centermanagement Weimar GmbH beabsichtigt die Errichtung eines Einkaufs- und Versorgungszentrums auf einer Teilfläche des ehemaligen Schlachthofgeländes von Erfurt. Der Standort befindet sich nördlich des Knotenpunkts Leipziger / Greifswalder Straße.

Im Zusammenhang mit der vorgesehenen Nutzungsmischung sowie der städtebaulichen und verkehrlichen Neuordnung soll ein funktionsfähiges und das Stadtbild aufwertendes Quartier entstehen.

Ziel des nichtoffenen hochbaulichen Realisierungswettbewerbs war eine städtebaulich und architektonisch ansprechende Lösung für die Gestaltung des neuen Einkaufszentrums. Neun Arbeiten  wurden zur Teilnahme zugelassen; als Wettbewerbssumme standen insgesamt 70.000 Euro (netto) zur Verfügung. Das Preisgericht unter Vorsitz der Architektin Canan Rohde-Can, Dresden, kürte den Entwurf des Weimarer Büros Junk & Reich Architekten BDA mit dem ersten Preis.

Ergebnis

  • 1. Preis (17.000 Euro):
    Junk & Reich Architekten BDA, Weimar
  • ein 3. Preis (7.000 Euro):
    Bramey.Partner Architekten AG, Erfurt
  • ein 3. Preis (7.000 Euro):
    HOFFMANN.SEIFERT.PARTNER, Erfurt
  • Anerkennung (3.000 Euro):
    RKW Architektur+ GmbH, Düsseldorf

Aus der Beurteilung des Preisgerichts zum 1. Preis:
„Dem Entwurf gelingt es mit der einfachen Typologie einer Markthalle erstaunlich gut, auf die komplexe städtebauliche Situation zu antworten. Zum einen wird durch die Reminiszenz an gründerzeitliche Gewerbebauten – und so auch den ehemals am Ort befindlichen Schlachthof – die Geschichte fortgeschrieben, zum anderen wird der Auftritt der Schule in zweiter Reihe nicht geschmälert, sondern die übergeordneten Raumkanten bis zu diesem Baukörper gespannt. Zur Leipziger Straße präsentiert sich das Nahversorgungszentrum einladend und offen, was durch die Anordnung des Cafés an dieser Stelle noch unterstützt wird. Die Passage hat eine angenehme Weite und wird gestalterisch überzeugend durch die Bögen in den begrenzenden Fassaden begleitet. Dagegen irritiert die Wendeltreppe, die den über den Hallen liegenden Riegel erschließen soll. Diese würde den Raum unnötig einengen und wäre als Erschließung auch funktional nicht sinnvoll. Die Typologie der verglasten Brücke, die beide Baukörper zusammenzieht und gleichzeitig deutlich macht, dass es sich hier insgesamt um einen Neubau handelt, schafft eine sichtbare Adresse für eine weitere Nutzung. Man wünscht sich hier einen adäquaten Mieter, der die Transparenz und Großzügigkeit auch zu bespielen weiß. Die Hallenstruktur entspricht dem funktionalen Bedarf des Nahversorgungszentrums, dessen Flächen ausschließlich im Erdgeschoss angeordnet werden sollen. Durch die gewählten Spannweiten kann der überdachte Raum flexibel bespielt werden und auch gut auf sich verändernde Ansprüche reagieren. (…) Insgesamt bietet das Projekt eine überraschende Antwort auf die komplexe Aufgabenstellung, überzeugt aber durch seinen offenen und identitätsbildenden Charakter, der das Potenzial hat, den Ort wirklich zu einem Zentrum des sich veränderten Quartiers zu machen.“

veröffentlicht am 30.09.2020 von Björn Radermacher · Rubrik(en): Wettbewerbe nach RPW - Ergebnisse, News

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