Logo der Architektenkammer Thüringen

»Bauhaus Remains«: Internationales Filmprogramm aus Weimar und Tel Aviv im Rahmen des London Festival of Architecture online zu sehen

Mitteilung der Bauhaus-Universität Weimar

Filmstill aus der Episode »Kaltes Buffet«: die Dining Hall des Kibbuz Ruhama, Bild: Christoph Hertel 2 Bilder.
Filmstill aus der Episode »Kaltes Buffet«: die Dining Hall des Kibbuz Ruhama, Bild: Christoph Hertel

Das deutsch-israelische Filmprojekt »Bauhaus Remains«, das in Koproduktion zwischen der Tel Aviv University und der Bauhaus-Universität Weimar entstanden ist, wird im Rahmen des Programms des renommierten London Festival of Architecture erstmal online präsentiert. In vier Filmen wird das Bauhaus von seinen Wurzeln in Weimar bis hin zum »White City of Tel Aviv« künstlerisch reflektiert und filmisch-experimentell begleitet.

Nach einer intensiven Vorbereitungs- und Recherchephase produzierten Studierende der Tel Aviv University und der Bauhaus-Universität Weimar in gemischten Teams vier dokumentarische Kurzfilme. Weimar, Berlin, Tel Aviv sowie zwei israelischen Kibbuzim wurden als Drehorte für die gemeinsame Produktion festgelegt. Die Dreharbeiten fanden im Sommer 2018, der Schnitt und die Postproduktion im Herbst und Winter 2018/2019 statt.

Im Weimarer Einrichtungshaus Kneisz drehte das Team um die israelische Filmstudentin Maya Klar den experimentellen Kurzfilm »Phantomstühle«, in dem Bauhaus-Möbel des Nachts zum Leben erwachen und die mit den Stimmen von Marcel Breuer, Mart Stam und Ludwig Mies van der Rohe über Designgeschichte philosophieren und sogar Albert Speer begegnen.

Im Dokumentarfilm »Wir Siemensstädter« dokumentierte ein Team um den israelischen Regisseur Ofir Feldman in der Berliner Siemensstadt den heutigen multikulturellen Alltag in der einstigen Vorzeigesiedlung.

Die Absolventin Fiona Mortiner filmte in der Arbeitersiedlung in der Frishmen Street in Tel Aviv den halbdokumentarischen Film »Die Bleibe« über die sozialen Veränderungen der dortigen Lebensverhältnisse aus der Perspektive eines Kindes.

Ein weiteres deutsch-israelisches Filmteam, bestehend aus Kate Ledina, Kameramann Christoph Hertel und Tonmann Kevin Jahnel, reiste für den Dreh zu »Kaltes Buffet« nach Geva und Ruhama, zwei Kibbuzim, deren »Dining Halls« von Bauhaus-Architekten entworfen wurden. Anhand dieser gemeinschaftsstiftenden Bauwerke dokumentieren die Filmschaffenden, wie die Kibbuzniks mit den Veränderungen der kollektiven Werte und Strukturen in der Kibbuz-Organisation umgehen.

Über die Perspektive auf Architektur und Gestaltung im jeweilig anderen Land hinaus, eröffnet das Filmprogramm einen neuen, dialogisch orientierten Zugang zur Bauhaus-Thematik. Nach seiner Weltpremiere in Tel Aviv und seiner Deutschlandpremiere zur »Triennale der Moderne« im Weimar wird »Bauhaus Remains« vom 1. bis 17. Juni 2020 nun erstmalig online zu sehen sein.

Das Projekt wurde von Nicola Hens und Prof. Wolfgang Kissel von der Bauhaus-Universität Weimar und von Eti Tsiko und Ran Tal von der Tel Aviv University intensiv betreut und begleitet. Finanzielle Unterstützung erhielt es von der Stiftung Deutsch-Israelisches Zukunftsforum, dem Kreativfonds der Bauhaus-Universität Weimar, der Merkurbank, dem Blavatnik Student Film Production Funds und NFCT-Fund Israel.

Über das Festival:
Das »London Festival of Architecture« (LFA) ist das weltweit größte jährliche Architekturfestival und bietet ein vielfältiges Programm an Veranstaltungen und Aktivitäten zum Thema Architektur. Erstmalig findet dieses Jahr das »LFA Digital« statt. Die Veranstaltung wird von der Israelischen Botschaft in London organisiert.

Über »Bauhaus Remains«:
Deutschland / Israel 2019 | Episoden-Film | 85 Min. | Regie: Ofir Feldmann, Maya Klar, Kate Ledina, Fiona Mortimer | Deutsch, Englisch, Hebräisch | Englische Untertitel

Auf den Spuren der urbanen Utopien der 1920er folgen die Filmepisoden den avantgardistischen Ideen von ihrer Wiege in Weimar bis zum »International Style«, der das heutige Stadtbild Tel Avivs prägt. Designobjekte, Baukonzepte und Ideenlehren des Bauhauses werden von Filmstudierenden der Bauhaus-Universität Weimar und der Tel Aviv University auf ihre heutige Gültigkeit überprüft.

Im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen der Bauhaus-Universität Weimar (Studiengang Medienkunst/Mediengestaltung) und der Steve Tisch School of Film and Television der Tel Aviv University beleuchten vier dokumentarisch-experimentelle Kurzfilme das Bauhaus von einer anderen Seite. Die vier Filme sind inhaltlich eng miteinander verknüpft und werden zu einem abendfüllenden Filmprogramm mit dem Titel »Bauhaus Remains« verbunden.

Die Vier Episoden:
Phantomstühle / PHANTOM CHAIRS by Maya Klar (25 Minuten)
In einem Einrichtungshaus erwachen die Bauhaus-Möbel-Klassiker des Nachts zum Leben und philosophieren in Personae von Marcel Breuer, Mart Stam und Ludwig Mies van der Rohe über Designgeschichte, bis sie Albert Speer begegnen.

Die Bleibe / DWELLING von Fiona Mortimer (8 Minuten)
In der Arbeitersiedlung in der Frishmen Street in Tel Aviv erforscht der semi-fiktionale Film die Veränderungen des Lebens in der Gemeinschaft aus der Perspektive eines Kindes. Durch die Augen eines jungen Mädchens entdecken wir die Geschichte ihres Wohnhauses und den Einfluss des Bauhauses auf ihre Familie über vier Generationen.

Wir Siemensstädter / WE, PEOPLE OF SIEMENSSTADT von Ofir Feldman (26 Minuten)
Drei Charaktere zeichnen ein Porträt des ehemaligen Berliner Arbeiterviertels von Siemens. Ihre Geschichten zeigen auch das Verschwinden der deutschen Arbeiterklasse aus der für diese geschaffenen utopischen Landschaft.

Kaltes Buffet / COLD BUFFET von Kate Ledina (26 Minuten)
Das Herzstück eines jeden Kibbuz war die »Dining Hall«. Anhand zwei dieser gemeinschaftsstiftenden Bauwerke, die von Bauhaus-Schülern entworfen wurden, dokumentiert der Film auch die Veränderungen des sozialen Umfelds und des gesellschaftlichen Wertewandels.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website des London Festival of Architecture: www.londonfestivalofarchitecture.org/event/bauhaus-remains/

veröffentlicht am 29.05.2020 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News

Diese Seite teilen

Die AKT in den sozialen Netzwerken