Ausstellung „Erfurt/Haifa. Architekturen der Moderne im Dialog“ in der Erfurter Peterskirche

Mitteilung der Bauhaus-Universität Weimar

Stadtsituation im Stadtteil Hadar Ha Carmel in Haifa, Bild: Jens Hauspurg 3 Bilder.
Stadtsituation im Stadtteil Hadar Ha Carmel in Haifa, Bild: Jens Hauspurg

Die ACHAVA Festspiele Thüringen und die Bauhaus-Universität Weimar präsentieren vom 20. bis 30. September 2018 in der Peterskirche zu Erfurt die Ausstellung »Erfurt/Haifa. Architekturen der Moderne im Dialog«. Gezeigt werden Fotografien und Forschungen zur Architekturgeschichte der Moderne in den Städten Erfurt und Haifa.

Erfurt und Haifa sind zwei Städte, die sich sehr unterschiedlich entwickelt haben und die seit dem Jahr 2000 durch eine Städtepartnerschaft verbunden sind. In der Ausstellung treten die Städte in einen Dialog und ermöglichen es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu erkunden.

Im Ausstellungsraum der Peterskirche in Erfurt lässt sich zum einen die Architektur der jeweiligen Stadt erkunden. Durch eine symmetrisch angelegte Gegenüberstellung werden zum anderen Fragen zur Architektur des Neuen Bauens bzw. des Internationalen Stils in Erfurt und Haifa aufgeworfen. Vorgestellt werden zudem biografische Verflechtungen zwischen Architektinnen und Architekten, Auftraggebern und Politikern. Diese bilden eine Grundlage für die weitere Rekonstruktion der Architektur der Moderne und ihrer Protagonisten.

Hervorgegangen ist die Ausstellung aus einem fakultätsübergreifenden Forschungs- und Lehrprojekt der Bauhaus-Universität Weimar im Jahr 2017. Geleitet haben es Prof. Dr. Ines Weizman, Architektin und Architekturhistorikerin an der Juniorprofessur Architekturtheorie der Fakultät Architektur und Urbanistik, Dr. Mark Escherich, Architekturhistoriker und Denkmalpfleger an der Professur Denkmalpflege und Baugeschichte der Fakultät Architektur und Urbanistik sowie Jens Hauspurg, Künstlerischer Mitarbeiter für Fotografie an der Fakultät Kunst und Gestaltung. Projektpartner sind die Städte Erfurt und Haifa mit ihren jeweiligen Denkmalbehörden.

Die Ausstellung wird gefördert von der Thüringer Staatskanzlei, der Stadt Erfurt, der Stadt Haifa und der Bauhaus-Universität Weimar aus Mitteln des Fonds »Bauhaus100« sowie vom Dezernat Internationale Beziehungen. Kooperationspartner sind die ACHAVA Festspiele Thüringen. Die Ausstellung ist Teil des Programms der Universität anlässlich des einhundertjährigen Bauhaus-Jubiläums 2019.

»Erfurt/Haifa – Architekturen der Moderne im Dialog«
20. bis 30. September 2018
Peterskirche, Petersberg 12, 99084 Erfurt
Eintritt: 3 Euro, ermäßigt 1 Euro
Eintritt frei in Verbindung mit einem Konzertticket der ACHAVA Festspiele Thüringen

Rahmenprogramm:

  • Donnerstag, 20. September 2018, 19 Uhr: Ausstellungseröffnung mit Grußworten des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow, des Erfurter Oberbürgermeisters Andreas Bausewein, des ACHAVA Festspielintendanten Martin Kranz sowie des Präsidenten der Bauhaus-Universität Weimar Prof. Winfried Speitkamp und der Ausstellungskuratoren Prof. Ines Weizman, Jens Hauspurg und Dr. Mark Escherich.
  • Samstag, 22. September 2018, 18:15 Uhr: Kuratorenführung durch die Ausstellung
  • Sonntag, 30. September 2018, 17 Uhr: Finissage mit Grußworten des Thüringer Regierungssprechers Günter Kolodziej, des ACHAVA Festspielintendanten Martin Kranz sowie der Ausstellungskuratoren Ines Weizman, Jens Hauspurg und Mark Escherich und der Co-Kuratoren Waleed Karkabi und Adi Roitenberg (Denkmalbehörde Haifa).

Hintergrund Architektur des Neuen Bauens in Erfurt und Haifa:

Die Architektur des »Neuen Bauens« prägte einerseits die Stadt Erfurt und formte andererseits in Palästina die Stadt Haifa, die sich rasant entlang des Küstenstreifens und auf den Karmelhügeln ausbreitete. Mit der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland hat die Architektur der Moderne ein abruptes Ende gefunden, während sie in Palästina unter anderem für einen Neubeginn in einer neuen Heimat der, von eben dieser Herrschaft Vertriebenen stand und heute in Israel umgangssprachlich als Bauhaus-Architektur bezeichnet wird.

Die zunächst formalen Charakteristika der Architektur der Moderne in beiden Städten – reduzierte Gebäudeformen ohne Bauzier und Ornament, Flachdächer, aufgelöste Gebäudeecken, lange horizontale Fensterbänder und die ›Auflösung der tragenden Wand‹ sind durch lokale Einflüsse ähnlich individuell gefärbt. Beide Städte sind historisch an den Kreuzungspunkten historischer Handelsstraßen entstanden. Während das alte Erfurt in den 1920er Jahren begann, zur modernen Metropole Thüringens aufzusteigen, fand sich Haifa nach dem Ersten Weltkrieg und der Neuteilung des Nahen Ostens in einer völlig neuen Stellung als Handelsstadt wieder.

veröffentlicht am 14.09.2018 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News

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