BAK begrüßt Prioritäten der Kommissionspräsidentin von der Leyen und fordert ganzheitlichen Ansatz beim Klimaschutz

Mitteilung der Bundesarchitektenkammer

Am 1. Dezember 2019 hat die neue Europäische Kommission unter Führung der deutschen Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre fünfjährige Amtszeit angetreten. Klimaschutz und Digitalisierung bleiben wichtige Schwerpunkte, die für den Berufsstand der Architekten aller Fachrichtungen und Stadtplaner von zentraler Bedeutung sind. Die Bundesarchitektenkammer fordert in ihren aktuellen Europapolitischen Positionen, dass Klimaschutz, Energieziele und Klimaanpassungen als gesamtgesellschaftliche Aufgabe betrachten werden müssen. Das umfassende Energieeinsparpotenzial des Gebäudebestandes muss dabei besonders beachtet werden, denn ein Kernprozess im Klimaschutz ist die Sanierung des Gebäudebestandes.

Intelligente innovative Gebäude- und Sanierungskonzepte sind die Grundvoraussetzung für eine nachhaltige Umwelt. Gebäude dürfen im Streben nach globaler Energieeffizienz und Nachhaltigkeit nicht isoliert betrachtet werden, sondern sollten im Kontext von Stadtplanung, Mobilität, des sozialen und demografischen Wandels und der Entwicklung von Technologien unter Nutzung von erneuerbaren Energien stehen. Ganzheitliche Konzepte der Komponenten Architektur, Quartier, Stadtplanung, Stadtgrün und Energieerzeugung müssen entwickelt werden. Die Bundesarchitektenkammer setzt sich dafür ein, dass der ganzheitliche Ansatz in der europäischen Politikgestaltung weiter berücksichtigt wird.

„Architektinnen und Architekten aller Fachrichtungen und Stadtplanerinnen und Stadtplaner tragen Verantwortung für Klimaschutz und ressourcenschonendes Bauen, für Stadt- und Landschaftsräume, die den sozialen Zusammenhalt stärken, und für eine nachhaltige, zukunftsfähige Stadtentwicklung. Dieser besonderen Rolle der planenden Berufe für das Gemeinwohl ist unter den Bedingungen des Europäischen Binnenmarktes Rechnung zu tragen,“ fordert der Vizepräsident der Bundesarchitektenkammer Professor Ralf Niebergall.

Insgesamt werden viele Themen der europapolitischen Forderungen der Bundesarchitektenkammer von Freiberuflichkeit über Baukultur und bessere Rechtsetzung und Chancengleichheit in den Ankündigungen der Kommissionspräsidentin von der Leyen angesprochen. Das Ressort für Kultur und Bildung wird in Zukunft dem Portfolio für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend zugeordnet sein: Der Begriff Kultur ist somit wieder in den Portfoliotitel aufgenommen und erhält mehr Sichtbarkeit. Das Geschlechterverhältnis ist mit 11 Kommissarinnen und 15 Kommissaren ausgewogen wie nie seit Gründung der europäischen Institution. Alle Kabinette sollen mit mehr weiblichen Mitgliedern als bisher besetzt werden. Dies begrüßt die Bundesarchitektenkammer ausdrücklich.

Die BAK wird sich weiterhin für die konkrete Umsetzung der Kommissionsprioritäten, besonders der Anerkennung der besonderen Rolle und Verantwortlichkeit von Architekten aller Fachrichtungen als freie Berufe im europäischen Binnenmarkt einsetzen.

Europapolitische Positionen der Bundesarchitektenkammer (PDF auf bak.de)

veröffentlicht am 09.12.2019 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News, Berufspolitik/ Kammerarbeit

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