Breiter Diskurs zur Zukunft des Wohnens und Bauens in Thüringen gestartet

Mitteilung der Stiftung Baukultur Thüringen

Neu konstituierter Thüringer Wohnbaurat (v.l.): Elmar Dräger (Präsident Ingenieurkammer Thüringen), Dr. Sven Günther (STIFT), Frank Emrich (vtw), Sabine Wosche (LEG Thüringen), Staatssekretär Dr. Klaus Sühl (TMIL), Eckhard Hassebrock (TAB), Bettina Haase (Bauindustrieverband Hessen-Thüringen), Dr.-Ing. Hans-Gerd Schmidt (Präsident Architektenkammer Thüringen); nicht im Bild: Prof. Olaf Langlotz, TMIL, Bild: Katja Gehlfuß, Stiftung Baukultur Thüringen 4 Bilder.
Neu konstituierter Thüringer Wohnbaurat (v.l.): Elmar Dräger (Präsident Ingenieurkammer Thüringen), Dr. Sven Günther (STIFT), Frank Emrich (vtw), Sabine Wosche (LEG Thüringen), Staatssekretär Dr. Klaus Sühl (TMIL), Eckhard Hassebrock (TAB), Bettina Haase (Bauindustrieverband Hessen-Thüringen), Dr.-Ing. Hans-Gerd Schmidt (Präsident Architektenkammer Thüringen); nicht im Bild: Prof. Olaf Langlotz, TMIL, Bild: Katja Gehlfuß, Stiftung Baukultur Thüringen

Wohin kann und soll die Entwicklung im Wohnungswesen in den nächsten Jahrzehnten in Thüringen gehen? Welche Antworten sind notwendig angesichts der dramatischen globalen, gesellschaftlichen, demografischen, wirtschaftlichen, technischen und ökologischen Umbrüche und Entwicklungen?

Diese Fragen werden im Rahmen der PLATTFORM WOHNDEBATTE in den nächsten Jahren intensiv diskutiert; gewollt kontrovers! Denn „Politik braucht einen streitbaren Diskurs mit der Fachwelt und Öffentlichkeit“, um zu tragfähigen und nachhaltigen Lösungsansätzen zu finden, so Staatssekretär Dr. Klaus Sühl.

Organisiert und moderiert wird die Debatte von der Stiftung Baukultur Thüringen, die ihren Sitz im Neufert-Haus in Weimar-Gelmeroda hat.

An diesen Ort lud die Stiftung am Montag zum Auftakt der Debatte ein. Während zunächst im Kreis des neu formierten Thüringer Wohnbaurates über die zukünftige gemeinsame Arbeit und Themenschwerpunkte debattiert wurde, folgte im Anschluss ein öffentlicher Impulsvortrag mit anschließender Podiumsdiskussion in der Neufert-Box.

Stephan Petermann, Vertreter des Partnerbüros des weltweit bekannten Büros OMA von Rem Koolhaas (Rotterdam), nahm die rund 40 Teilnehmerinnen mit auf eine weltweite Reise zur Geschichte und Zukunft des Wohnungsbaus. Unter anderem stellte er eindrücklich am Beispiel der Niederlande dar, welche negativen Folgen die Privatisierung von Infrastruktur und der Rückzug der öffentlichen Hand aus der Stadtplanung und dem Wohnungswesen haben können.

In der anschließenden Podiumsdiskussion unter dem Titel „Wohnen zwischen Markt und Mietendeckel“ diskutierten Mitglieder des Wohnbaurates als auch Vertreter der Wissenschaft und dem Sozialwesen unter anderem Fragen zu leist- und finanzierbarem Wohnungsbau in Thüringen, der Vereinbarkeit von baukulturellen, finanziellen und ökologischen Anforderungen an das Bauwesen als auch der Heterogenität des Wohnungssektors in den urbanen und in ländlichen Räumen Thüringens.

Einig waren sich alle Teilnehmerinnen des Podiums, dass die Wohnungsfrage heute nicht mehr isoliert betrachtet werden kann und nur durch ganzheitliche und sektorübergreifende Ansätze zu lösen ist. Integration, Mobilität, Arbeit, Ressourcenschutz und Digitalisierung sind nur einzelne Schlagworte, die in die Debatte einbezogen werden müssen. Auch das Thema gemeinwohlorientierte Wohnungspolitik, u.a. umsetzbar durch bürgerschaftlich organisierte Wohnprojekte, wurde von verschiedensten Akteuren als wichtiger Baustein der Zukunft des Wohnens angesprochen.

Die Auftaktveranstaltung in Gelmeroda machte die Komplexität des Themas deutlich und definierte erste Schwerpunkte für die weitere Arbeit der Stiftung Baukultur Thüringen, so Moderator und Projektmitarbeiter Dr. Ulrich Wieler.

Bereits am 25. November findet die begonnene Wohndebatte eine Fortsetzung in einem eintägigen Wohnbauforum im Seminargebäude der Weimarhalle. Unter dem Titel „Neues Wohnen Denken - Was ist das Neue am ‚Neuen Wohnen‘ - in Thüringen, Deutschland und Europa?“ wird in Vorträgen und Diskussionen den Fragen nachgegangen, welche sozialen, ökologischen und technischen Herausforderungen aktuell das Wohnen revolutionieren und welche Umbrüche sich abzeichnen.

Finanziert wird das Projekt PLATTFORM WOHNDEBATTE mit seiner Laufzeit bis Ende 2021 mit 378.000 Euro vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft. Hinzu kommen 42.000 Euro Koofinanzierung von den im Wohnbaurat vertretenen Partnern.

veröffentlicht am 21.10.2019 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News, Stiftung Baukultur Thüringen

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