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Ideenwettbewerb „Landgut 2050“ – Ergebnis

Strategien für die Zukunftsentwicklung im ländlichen Raum

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1. Preis NEW VERNACULAR Urleben, Bild: BUDCUD, Naito_strategien in architektur und film, Flieger

Die „Plattform Wohndebatte“ der Stiftung Baukultur Thüringen hat sich innerhalb eines Jahres mit zahlreichen Veranstaltungen und Meldungen bemerkbar gemacht. Mit dem internationalen Ideenwettbewerb „Landgut 2050 – vernetzt · mobil · digital“ suchte sie nun Visionen und Strategien zur Zukunft des ländlichen Lebens und Wohnens, beispielhaft an drei Thüringer Standorten, die stellvertretend für zahlreiche Gemeinden und Städte in ganz Europa stehen können.

Die Aufgabenstellung des Ideenwettbewerbs war offengehalten und wandte sich bewusst in mehreren Fachdisziplinen an erfahrene Profis, Absolvent*innen und Studierende. Entsprechend bunt war die Resonanz. Insgesamt vertieften sich 19 Teams in die aktuelle Lage der drei Standorte Lauscha (Kreis Sonneberg), Stützerbach (Stadt Ilmenau) und Urleben (Unstrut-Hainich-Kreis), die wunderschön eingebettet im Thüringer Schiefergebirge, im Biosphärenreservat Thüringer Wald bzw. im Thüringer Becken liegen. Mit ihrer Bausubstanz verweisen sie auf eine bewegte Geschichte. Dennoch haben sie sich in den letzten Jahren zunehmend entvölkert.

Unter Juryvorsitz von Prof. Dr.-Ing. Gerd Zimmermann (Präsident der Stiftung Baukultur Thüringen) beurteilte eine international besetzte Jury, der u. a. auch Vertreter der drei Kommunen angehörten, die 19 eingereichten Arbeiten nach ihrem Strategievermögen, eine aktive Bewohnerschaft in eine positive Veränderung einzubeziehen. Der Wettbewerb war mit insgesamt 25.000 Euro dotiert; vergeben wurden zwei gleichwertige erste Preise und zwei Anerkennungen sowie zwei gleichwertige erste Preise in der Sektion Studierende.

Ergebnis

Zwei gleichrangige erste Preise (je 7.500 Euro)

  • NEW VERNACULAR
    BUDCUD, Kraków / Polen
    naito_strategien in architektur & film, Dresden
    Berthold Flieger, Salem

    Das deutsch-polnische Planungsteam wählte das nordthüringische Urleben als Austragungsort einer neuen Bau- und Lebenstradition, welche vorhandene Bauten und Baustoffe nutzte, um mit kleinen Maßnahmen eine neue Gemeinschaftlichkeit zu fördern.
  • HALLO URLEBEN
    KOPPERROTH - Architektur & Stadtumbau, Berlin
    Prof. Alex Wall, Berlin

    Die Arbeitsgemeinschaft schlug den Bogen weit in die Kulturlandschaft der Umgebung von Urleben und entwickelte neue Wohnformen der Zukunft in und um die Ortschaft herum.

Zwei Anerkennungen (je 3.500 Euro)

  • GUT.LAND.LEBEN
    PASEL-K architects, Berlin
    Veldacademie, Rotterdam

    Die Arbeit schlägt eine Metamorphose der Urlebener Ortsmitte zugunsten neuer Wohn- und Gemeinschaftsangebote vor.
  • HOFGEMEINSCHAFTEN
    Frank Görge architektur stadt landschaft, Hamburg
    Die Arbeit leitet für Urleben aus der Typologie der vorhandenen Drei- und Vierseithöfe ein reiches Spektrum an neuen zeitgemäßen Wohn- und Arbeitsnutzungen ab.

Zwei gleichrangige erste Preise in der Sektion Studierende (je 1.500 Euro)

  • ZUSAMMEN.WACHSEN
    Karola Schaefermeier und David Dietrich (TU Berlin)
    Das Projekt zeigt exemplarisch für Stützerbach, wie auf Grundlage eines Genossenschaftsmodells eine Vision für das Wohnen und Wirtschaften in der Mitte eines Ortes geschaffen werden kann.
  • GESUCHT? GEFUNDEN! - Ein innovatives Net(t)zwerk für die Zukunft des Ländlichen Raums
    Julia Treichel (TU München)
    Die Verfasserin schildert in ihrem digitalen Modell Urleben als „Tauschgemeinde“ und Netzwerk und illustriert dies sehr lebensnah.

Engere Wahl

  • LAUSCHA 2050 – DIE ZUKUNFT IST (K)EINE GLASKUGEL
    Kollektiv September, Offenbach
    Das Kollektiv sieht schlagkräftige Bürgerallianzen vor, die Projekte und Experimente anstoßen und Schlüsselgebäude neu nutzen. Mit kleinen Interventionen werden so Impulse für die Stadtentwicklung gesetzt.

Die Ergebnisse des Wettbewerbs sind vielschichtig und bunt und tragen viele Ideen in die Orte. Ebenso wichtig ist aber auch die Resonanz, die von diesen Arbeiten in andere ländliche Regionen ausgehen kann. Das Resultat soll Kreise ziehen, thüringen- und bundesweit Diskussionen anstoßen und Impulse setzen. Die besten Ergebnisse werden dokumentiert und zu einer Ausstellung zusammengefasst.

>> Weitere Informationen zu den Arbeiten und das Juryprotokoll auf der Website der Stiftung Baukultur Thüringen

veröffentlicht am 21.11.2020 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News, Wettbewerbe nach RPW - Ergebnisse

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