Kiosk am „bauhaus museum weimar“

Ergebnis des offenen einstufigen Realisierungswettbewerbs

1. Preis im Wettbewerb Kiosk am bauhaus museum weimar, Bild: Romy Heiland, Christian Pfeifer, Gestalterkollektiv Basis, Leipzig 11 Bilder.
1. Preis im Wettbewerb Kiosk am bauhaus museum weimar, Bild: Romy Heiland, Christian Pfeifer, Gestalterkollektiv Basis, Leipzig

Bei der Preisverleihung für den Realisierungswettbewerb „Kiosk am bauhaus museum weimar“ erhielten die Leipziger Architekten Romy Heiland und Christian Pfeifer für ihren Entwurf eines mobilen Kiosks mit Lamellenhaube den ersten Preis. Der Entwurf wird bis zum Bauhaus-Jubiläum 2019 auf dem Vorplatz des bauhaus museums weimar realisiert. Neben dem Gewinnerentwurf erhielten vier weitere der insgesamt 15 bewerteten Entwürfe Auszeichnungen.

Der Kiosk ist als touristischer Angelpunkt für das „Quartier Weimarer Moderne“ geplant, das die Klassik Stiftung Weimar gemeinsam mit der Stadt Weimar, der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora sowie weiteren Kulturträgern und Initiativen anlässlich des Bauhaus-Jubiläums 2019 entwickelt. Er wird vornehmlich der Ausgabe von Informationsmaterial und der Beratung zum Quartier dienen. Im Rahmen des Realisierungswettbewerbs, den die Klassik Stiftung Weimar auslobte, suchten die beteiligten Institutionen nach einer experimentellen mobilen Architektur. Sie soll sich im städtebaulichen Kontext und insbesondere im Spannungsfeld von historischem Bestand und Museumsneubau einerseits einfügen, andererseits aber die notwendige Signalwirkung besitzen, um das Interesse der Besucher zu wecken.

Am Wettbewerb teilnahmeberechtigt waren Architekten. Als Wettbewerbssumme standen insgesamt 10.000 Euro (netto) zur Verfügung. Das Preisgericht tagte am 6. März in Weimar unter Vorsitz von Antje Osterwold, Architektin BDA in Weimar

Laut Jury entspricht der Gewinnerentwurf von Romy Heiland und Christian Pfeifer den Anforderungen an die Mobilität und Funktion des Kiosks sowie an die stadträumliche Einordnung – auch an unterschiedlichen Standorten – in hervorragender Weise. Das Konzept ist mobil, der Kiosk nach zwei Seiten ausgerichtet. Die obere Lamellenhaube mit Schriftzug kann zu Transportzwecken mechanisch abgesenkt und bei Öffnung des Kiosks wieder angehoben werden. Dabei sendet sie zugleich als Laterne ein zurückhaltendes Lichtsignal. Insbesondere der Kontrast zwischen der robusten Schutzhülle und dem feinen Inneren überzeugte das Preisgericht.

Das Projekt wird gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Ergebnis

1. Preis (4.000 Euro):

  • Romy Heiland, Christian Pfeifer, Gestalterkollektiv Basis, Leipzig

2. Preis (2.500 Euro):

  • Marcel Ebert, Mitarbeit: Victoria Grossardt, ABE – Architekturbüro Eichhorn GmbH, Coburg

Ein 3. Preis (1.300 Euro):

  • Lisa Bogner, Tobias Manzke, LIMA Architekten, Stuttgart

Ein 3. Preis (1.300 Euro):

  • Robert Dix, Mitarbeit: Claudia Herrmann, Sebastian Böhme, DIX Tannhäuser GbR, Leipzig

Anerkennung (900 Euro):

  • Bernd Gildehaus, Mitarbeit: Annekatrin Bindler, Anna Bezdeka, gildehaus.partner architekten BDA, Weimar

Beurteilung des Preisgerichts zum 1. Preis:

Das Entwurfskonzept ist das Mobile. Die äußere Kubatur orientiert sich an der Straßenverkehrsordnung. Als solches Kiosk-Mobil wird der einfache, aber gut organisierte (Bau-)Körper vom Verfasser an der richtigen Stelle geparkt. Die obere Lamellenhaube ist zu Transportzwecken absenkbar und ist Träger eines Schriftzuges. Wird der Kiosk geöffnet, die Lamellenhaube mechanisch angehoben, kommt er auf der Ebene der Passanten seiner Funktion als Kiosk nach, während er gleichzeitig als Laterne ein zurückhaltendes Lichtsignal sendet. Diese Wirkung im Kontext mit der Gestaltung des Platzes wird begrüßt. Der Kontrast zwischen der robusten Schutzhülle und dem feinen Inneren überzeugt durch seine spannungsvolle wertige Materialität und in seiner Abstufung von außen nach innen. Die beidseitige Ausrichtung des Kiosks wird sowohl in ihrer architektonischen Ausrichtung als auch in ihrer Funktionalität als positiv bewertet. Lösungen für einen Witterungsschutz und eine bessere Anfahrbarkeit für Rollstuhlfahrer sollten erarbeitet werden. Der Spindelhubbetrieb wird kritisch gesehen. Die Mechanik des Kiosk-Mobiles muss sich in der Konstruktion und der Straßenverkehrsordnung beweisen.
Die Arbeit wird als besonders wertvoller Beitrag erachtet, weil sie in hervorragender Weise die Anforderungen an Mobilität, Funktion des Kiosks und an die stadträumliche Präsenz – auch an unterschiedlichen Standorten – verbindet.

veröffentlicht am 20.06.2018 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News, Wettbewerbe nach RPW - Ergebnisse

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