Weniger Sichtbarkeit für Kultur in neuer EU-Kommission – ein Schritt in die falsche Richtung?

Mitteilung der Bundesarchitektenkammer

Am 10. September legte die designierte deutsche Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ihre Vorschläge zur personellen Besetzung und Ressortverteilung der neuen EU-Kommission vor. Klimaschutz, Digitales, Wirtschaft und Soziales sind die Hauptthemen der neuen Kommission. Ihrem Ziel, die Kommission ausgewogener mit Männern und Frauen zu besetzen, entsprechen die Vorschläge mit einer Benennung von 13 Frauen und 14 Männern. Dies begrüßt die Bundesarchitektenkammer (BAK). Bei den Portfolios gibt es Neuerungen, zum Beispiel ein neues Ressort für Gleichstellung und eines für Grundwerte und Transparenz. Das Ressort für Kultur und Bildung soll in Zukunft dem Portfolio für Innovation und Jugend zugeordnet sein, das von der bulgarischen Christdemokratin Mariya Gabriel besetzt werden soll. Der Begriff Kultur verschwindet aus dem Titel der Kommissarin.

„Wir bedauern, dass die Kultur in der neuen Kommission an Sichtbarkeit verlieren soll, weil eine insbesondere auch kulturell geprägte Wertegemeinschaft das Fundament der Europäischen Union sein sollte. Eine qualitätsvolle gebaute Umwelt, die Pflege unseres kulturellen Erbes prägen das tägliche Leben der Menschen in hohem Maße und sind ein wesentlicher Beitrag zur Festigung der europäischen Identität. Eine hochwertige Baukultur in ihrer sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Dimension muss deshalb zum Leitbild einer ganzheitlichen europäischen Politik gehören.“, sagte der für Europa zuständige Vizepräsident der BAK Prof. Ralf Niebergall.

Die Europäische Kommission hat mit der Neuen Kulturagenda für die EU und dem daran anknüpfenden Arbeitsplan für Kultur für die Jahre 2019 – 2022 die identitätsstiftende Bedeutung der Kultur und des kulturellen Erbes für Europa anerkannt. Eine der Prioritäten der europäischen Kulturpolitik soll in den kommenden Jahren das Thema "Nachhaltigkeit im Bereich des kulturellen Erbes" sein. Bezugnehmend auf die Erklärung von Davos zur Baukultur von 2018 wird eine Schlussfolgerung des Rates zum Thema Baukultur im Jahr 2022 angestrebt.

Vor diesem Hintergrund hinterfragt die BAK das Verschwinden des Begriffes Kultur aus dem Ressorttitel der zuständigen Kommissarin kritisch: ist weniger Sichtbarkeit der Kultur ein Schritt in die falsche Richtung?

Website der BAK: www.bak.de

veröffentlicht am 02.10.2019 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News, Berufspolitik/ Kammerarbeit

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