5. Marktdialog: Nachhaltige und sozial-verantwortliche Beschaffung - wie kann das gehen? Thema „Natursteine“


Erfurt, Rathaus Erfurt, Raum 244, Fischmarkt 1

Veranstalter
Zukunftsfähiges Thüringen e.V.

Worum geht es?
Kommunen, kommunale Betriebe und Landesbehörden beschaffen u.a. für die Pflasterung Ihrer Fußgängerzonen, für Gehwegplatten und für die Ausgestaltung von öffentlichen Plätzen regelmäßig Natursteine. Wie und wo werden diese Steine hergestellt? Wie gestaltet sich der Wettbewerb von regionalen Produzenten und Händlern mit meist außereuropäischen Produktionsstandorten? Oft haben Steine, die in Thüringer Kommunen zum Einsatz kommen, schon einen weiten Weg (u.a. aus dem weltweit größten Exportland für Natursteine, China) hinter sich. Leider werden in vielen dieser Steinbrüche und Weiterverarbeitungsbetriebe systematisch Menschenrechtsverletzungen begangen, so wird u.a. der Arbeitsschutz- und Gesundheitsschutz nicht eingehalten, oft fehlen geregelte Arbeitsverhältnisse oder in Exportländern wie Indien findet auch noch heute Kinderarbeit statt. Desweiteren wird der Raubbau an der Natur oft ohne Renaturierungsprozesse und ohne jedes Umweltmanagement durchgeführt.

Um der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung der öffentlichen Hand für den Umwelt- und Ressourcenschutz sowie für mehr Gerechtigkeit in der globalisierten Welt nachzukommen, sind beim Einkauf auch ökologische und soziale Kriterien einzufordern. Ein niedriger Preis und hoher Erfüllungsgrad in den Leistungsparametern sind kein Garant gute Arbeitsbedingungen bei der Produktion in den Herstellerländern oder für Ressourcenschonung.

Fair und nachhaltig Einkaufen bietet hier einen Lösungsansatz. Die Möglichkeiten für öffentliche Einkäufer, die ökologischen und sozialen Kriterien stärker im Vergabeverfahren zu berücksichtigen, sind gegeben (§ 4 ThürVgG) und sollen zunehmend eingefordert werden.

Was bedeuten diese Anforderungen konkret für die bietenden Unternehmen/Händler und für die Beschaffungsstellen? Wie kann die öffentliche Hand im Rahmen der geltenden Gesetze auf gute Produktionsbedingungen hinwirken? Welche Auswirkungen hat das auf die Anzahl der Gebote und den Preis? Was benötigen die potentiellen Auftragnehmer, um sich auf die veränderte Nachfrage einzustellen? Was wird an Nachweisen von Unternehmen/Händlern angeboten? Welche Gütezeichen und Zertifizierungen sind glaubwürdig?

Diese und andere Fragen werden im Marktdialog mit Händlern, Produzenten und Beschaffungsstellen gepaart mit Experten-Inputs in einer offenen Diskussion erörtert.
Der Marktdialog ist eine Veranstaltungsreihe des Zukunftsfähigen Thüringen e.V. und des Arbeitskreises „Faire und nachhaltige Beschaffung“, die über das Projekt „Thüringer Beschaffungsallianz – fair und nachhaltig“ organisiert wird.

Anmeldung: http://nachhaltige-beschaffung-thueringen.de/index.php?id=755

veröffentlicht am 21.03.2019 von Björn Radermacher

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