Neubau Parkhaus Am Hirschgarten · Erfurt
10 Projektbilder
-
Ansicht vom Juri-Gagarin-Ring, Bild: Brillux, Christian Eblenkamp -
Ansicht vom der Neuwerkstraße, Bild: Brillux, Christian Eblenkamp -
Südostansicht, Bild: Brillux, Christian Eblenkamp -
Ansicht vom Juri-Gagarin-Ring, Bild: Brillux, Christian Eblenkamp -
Ansicht vom Juri-Gagarin-Ring, Bild: Brillux, Christian Eblenkamp -
Innenansicht mit Ausblick, Bild: Brillux, Christian Eblenkamp -
Innenansicht mit Ausblick, Bild: Brillux, Christian Eblenkamp -
Fassadendetail, Bild: Brillux, Christian Eblenkamp -
Fassadendetail, Bild: Brillux, Christian Eblenkamp -
Fassadendetail, Bild: Brillux, Christian Eblenkamp
Projektbeschreibung
Städtebauliche Einbindung
Das errichtete Parkhaus liegt im zentralen innerstädtischen Bereich der Erfurter Altstadt zwischen Regierungsstraße/Hirschgarten und Juri-Gagarin-Ring. Das Areal bildet den Auftakt für die östlich angebundene Fußgängerzone zum Anger. Die in südliche Richtung verlaufende Löberstraße, als Zubringer zu Bundesstraßen und Autobahnen und der Juri-Gagarin-Ring vereinen sich an dieser Stelle zu einem wichtigen innerstädtischen Knotenpunkt. Das neue Gebäude ordnet sich in die gewachsene Bebauung ein und schafft ein neues homogenes städtebauliches Gesamtbild mit eigener Identität. Es stellt sich der Aufgabe zwischen den vorhandenen, unterschiedlich dimensionierten Bebauungen zu vermitteln, mit ihnen in einen Dialog zu treten und somit das historisch entstandene städtebauliche Gefälle nachhaltig zu nivellieren. Das Parkhaus legt sich auf der Ostseite gegen den Giebel der bestehenden 12-geschossigen Plattenbauzeile. Dadurch wird dem überdimensionalen Bestandsbebauung wohltuend die Höhe genommen. Ausgerichtet vom Juri-Gagarin-Ring zum Hirschgarten bildet das neue Gebäude eine Zäsur gegen die, zum Juri-Gagarin-Ring parallel verlaufende, vorhandenen Bebauung. Es entsteht auf der Ostseite des Parkhauses eine aufgewertete, einladende beruhigte Achse als neues „Tor zur Altstadt“, für die zahlreichen Fahrradpendler und die Fußgänger.
Gebäudeorganisation
Das Gebäude ist, den Höhenunterschied zwischen der Neuwerkstraße und dem Juri-Gagarin-Ring ausgleichend, im Splitt-Level ausgebildet. Dadurch ist die ebenerdige barrierefreie äußere Erschließung des Gebäudes aus beiden Richtungen automobil vom Juri-Gagarin Ring und fußläufig aus der Neuwerkstraße gegeben. Auf beiden Giebelseiten sind die Treppenhäuser zur vertikalen Erschließung angeordnet. Komplett barrierefrei wird das gesamte Gebäude über zwei im nördlichen Treppenraum integrierte Aufzüge erschlossen. Die Zufahrt zum Parkhaus selbst erfolgt vom Juri-Gagarin-Ring über je eine Abbiegerspur aus der West- und Ostrichtung. Die Ausfahrt hingegen ist auf eine Fahrspur als Rechtsabbieger reduziert, so dass der abfließende Verkehr übersichtlich in den laufenden Verkehr des Juri-Gagarin-Rings eingeleitet wird.
Im Erdgeschoss befindet sich eine öffentliche Toilettenanlage.
Das Dach ist als Gründach konzipiert, was den Blick aus den oberen Etagen der 12-geschossigen benachbarten Wohnbebauung in den Stadtraum signifikant aufwertet und zusätzlich nachhaltig zur Verbesserung des innerstädtischen Mikroklimas beiträgt.
Fassade
Die sachliche aber dennoch spannungsreiche Fassade des Parkhauses formuliert eine ruhige, klare Antwort auf die Architektur der vielfältigen benachbarten Bebauung. Sie nimmt sich in ihrer Formgebung zurück und baut durch die gewählten Oberflächenmaterialien eine wohl dosierte Spannung zur Nachbarbebauung auf. Es soll eine Anmutung transportiert werden, die technische Funktionalität und Würde verbindet. Ein Haus, das seine Aufgabe klar zeigt, aber zugleich eine feine, urbane Haltung wahrt. Eine Fassade, die nicht nur Hülle ist, sondern Resonanzfläche – für Licht, Bewegung und Stadt. Die äußere Hülle wird von einer vertikal über alle Obergeschossetagen stehenden lisenenartigen Struktur geprägt. Die Einzelelemente reihen sich aneinander zu einem Vorhang auf. Es wird durch den im Tagesverlauf stetig veränderten Lichteinfall ein feines wechselndes Bild von Licht und Schatten erzeugt, die Gebäudehülle erscheint damit wohltuend lebendig. Die einzelnen aufeinander abgestimmte Farbnuancen erzeugen zusätzlich ein sanftes Schwingen auf der Fassade und somit aus verschiedenen Blickwinkeln unterschiedliche Oberflächeneindrücke.
Gebäudeorganisation und -struktur
Das Parkhaus fasst 493 PKW-Stellplätze, davon 299 mit einer Breite von 2,50 m und 194 mit einer Breite von 2,70 m, welche zur Innenstadt hin angeordnet sind. Im Erdgeschoss Ebene 0
sind zusätzlich 50 Fahrrad-Stellplätze vorgesehen. Das Gebäude ist gegenüber dem ausgewiesenen Baufeld auf der Seite Juri-Gagarin-Ring wegen nicht verschiebbarer
vorhandener Versorgungsleitungsführung um 3 m eingekürzt. Es ist, den Höhenunterschied zwischen der Neuwerkstraße und dem Juri-Gagarin-Ring ausgleichend, im Splitt-Level ausgebildet. Dadurch ist die ebenerdige barrierefreie äußere Erschließung des Gebäudes aus beiden Richtungen automobil vom Juri-Gagarin Ring und fußläufig aus der Neuwerkstraße gegeben und es entsteht ein kompakt effizienter Zuschnitt des Grundrisses mit kurzen Rampen. Auf beiden Giebelseiten sind die Treppenhäuser zur vertikalen Erschließung des Gebäudes angeordnet. Komplett barrierefrei ist das gesamte Gebäude über zwei im nördlichen Treppenraum integrierte Aufzüge zu erschließen.
Im Untergeschoss ist das Parkhausgebäude mit der Parkebene des benachbarten neuen Wohn- und Geschäftshauses direkt verbunden, da dessen Zufahrt in dieser Ebene konzeptionell ausschließlich über das Parkhaus organisiert ist. Die Zufahrt zum Parkhaus selbst erfolgt vom Juri-Gagarin-Ring über je eine Abbiegerspur aus der West- und Ostrichtung. Diese führen sich beide im Gebäude zunächst bis zur zurückgesetzten Schrankenanlage fort und vermeiden somit einen Rückstau. Die Ausfahrt ist auf eine Fahrspur als Rechtsabbieger reduziert, so dass der abfließende Verkehr übersichtlich in den laufenden Verkehr des Juri-Gagarin-Rings eingeleitet wird. Die Parkplätze sind in allen Ebenen orthogonal zu den Fahrbahnen angeordnet.
Im Erdgeschoss befinden sich, an das zur Innenstadt gelegenen Treppenhaus angeschlossen, je eine öffentlich nutzbare behindertengerechte Herren- und Damentoilette. Das Dach ist als Gründach konzipiert, was den Blick aus den oberen Etagen der 12-geschossigen benachbarten Wohnbebauung in den Stadtraum, auch im Hinblick auf die begrünte Westfassade des Parkhauses signifikant aufwertet und zusätzlich nachhaltig zur Verbesserung des innerstädtischen Mikroklimas beiträgt.
Gestaltung
Die sachliche aber dennoch spannungsreiche Fassade des Parkhauses formuliert eine ruhige, klare Antwort auf die Architektur der vielfältigen benachbarten Bebauung.
Sie nimmt sich in ihrer nüchternen Form- und Farbgebung stark zurück schafft es dabei jedoch, durch die offensichtliche Eigenständigkeit in der Ausrichtung des Gebäudes und die gewählten Oberflächenmaterialien mit großer Leichtigkeit eine wohl dosierte Spannung zur Nachbarbebauung aufzubauen.
Die komplette Ost- sowie fortführend ein Teil der Süd- und der Nordfassade, also den die Löberstraße flankierende Fassadenteil von Treppenhaus zu Treppenhaus, dominiert eine vertikal über alle Obergeschossetagen stehenden lisenenartigen Fassadenstruktur.
Die Einzelelemente stehen rechtwinklig vom Gebäude ab und reihen sich so zu einem Vorhang auf. Diese klare Struktur wirkt einerseits sehr ruhig, erzeugt jedoch andererseits durch den im Tagesverlauf stetig wechselnden Lichteinfall ein ständig verifiziertes Bild und erscheint dadurch trotz ihrer Klarheit wohltuend lebendig. Die Lisenen sind beidseitig bildhaft gestaltet, wodurch aus verschiedenen Blickwinkeln für den Betrachter unterschiedliche Bilder signifikanter Stadtmotive auf der Fassade entstehen. Hinter ihnen schließt eine flache, perforierte, ruhige Fassadenstruktur die Gebäudehülle optisch klar ab. An der Süd-Westecke und auf der Nordseite des Parkhauses dominiert bis zum jeweiligen Treppenhaus eine gefaltete Gebäudehülle der gleicher Bauart die Gebäudeoptik. Von innen wirken diese beiden Fassadenstrukturen sehr offen, man hat einen allumfassenden Außenbezug. Die Elemente weisen somit einen nahezu hundertprozentig offenen Luftquerschnitt auf, der zur ausreichenden Querlüftung und Entrauchung des Parkhauses dient. Von außen hingegen erzeugt die Fassade den geschlossenen kompakten Charakter des Baukörpers. Somit entsteht eine klare Körperhaftigkeit, die das störende Innenleben bewußt aus dem Straßenraum entfernt. Die einzelnen Fassadenelemente haben 6 unterschiedliche aufeinander abgestimmte Farbnuancen, welche durch die von Etage zu Etage bewusst verschobene Anordnung ein sanftes Schwingen auf der Gesamtfassade erzeugen. Die horizontale Gliederung in der Ebene der einzelnen Geschossdecken unterstreicht diese Wirkung zusätzlich. Die matte Oberfläche nimmt den Elementen die sonst auf ihnen zu erwartende Spiegelung und erzeugt somit eine hohe optische Wertigkeit.
Auf der Westseite ist ein Großteil der Fassade massiv ausgebildet. Dies begründet sich im Brand- und Schallschutz zu der direkt benachbarten 12-geschossigen Wohnzeile. Der lebendige Matritzenbeton, dessen aufgeworfene Struktur als moderne Interpretation der Optik einer Natursteinfassade an einen behauenen Stein erinnert, verleiht der Oberfläche ein lebendiges, Brillanz erzeugendes Schimmern. Das Zusammenspiel der weichen Oberflächenlinien eines harten Materials und der geplanten Wandbegrünung erzeugt eine gelungene optisch ansprechende Symbiose, welche den unmittelbaren südlichen Außenraum der anliegenden Wohneinheiten des 12-Geschossers zusätzlich aufwertet.
Die Außenverglasung über alle Geschosse der beiden Treppenhäuser in der Nord- und Südfassade löst die Kompaktheit des gesamten Baukörpers proportional ausgewogen auf.
Ein Höhepunkt im Straßenbild ist künftig unterhalb des Vorhangs das Schaufenster der Stadt, als zurückgesetzter geschosshoher Sockel. Die umlaufende Verglasung ist auf der Erdgeschossebene wie ein Schaufenster ausgebildet. Die neue Wegeführung an der Löberstraße begleitend, werden hier lebendig und informativ die unterschiedlichsten historischen, zeitgenössischen und zukunftsträchtigen Themen inszeniert. Aus den wichtigen verschiedenen öffentlichen Bereichen, wie zum Beispiel dem kulturellen, sportlichen oder politischen Leben erzählt das Schaufenster der Stadt dem Passanten somit bewusst beim Verweilen oder unbewusst beim Passieren eine kleine oder große Geschichte. Durch die akzentuierende Beleuchtung wird die Ausstellung in den Abend- und Nachtstunden visuell untermalt. Die Glaseinfassung des Sockels verleiht dem Gebäude durch Lichtbrechungen und Schimmereffekte auf der Ebene des unmittelbaren Straßenraums, eine optisch hochwertige Brillanz, die normalerweise an einem Parkhaus nicht zu erwarten wäre, jedoch im innerstädtischen Raumkontext starke positive Impulse aussendet.
Projektdaten
Adresse
Juri-Gagarin-Ring 11
99084 Erfurt
Planungsbüro
Stadermann Architekten PartG mbB, Niederorschel
Bauherr
Projektentwicklung Neuwerkstraße 17 GmbH & Co. KG
Fertigstellung
September 2024
Nutzfläche
7016,65 m2
An dieser Stelle wird eine Google-Maps-Karte angezeigt, wenn Sie das Speichern der entsprechenden Cookies erlaubt haben. Dies können Sie über die Privatsphäre-Einstellungen jederzeit tun.
Zugeordnete Schlagworte und Sammlungen
Weitere Projekte des gleichen Büros (4)
-
Neubau eines Geschäftshauses mit Vollsortimenter und Hotel
Erfurt
Neuwerkstraße 23, 99084 Erfurt
Stadermann Architekten PartG mbB, Niederorschel
-
Caritas Hospiz Zentrum Mutter Teresa
Heilbad Heiligenstadt
Tilman-Riemenschneider-Straße 4b, 37308 Heilbad Heiligenstadt
Stadermann Architekten PartG mbB, Niederorschel
-
Mehrfamilienwohnhäuser Mühlhäuser Chaussee
Leinefelde-Worbis
Mühlhäuser Chaussee 28, 37327 Leinefelde-Worbis
Stadermann Architekten PartG mbB, Niederorschel
-
Neubau Produktion und Verwaltungsgebäude TOBOL
Leinefelde-Worbis
Am Kahrenweg 8, 37327 Leinefelde-Worbis
Stadermann Architekten PartG mbB, Niederorschel
Letzte Aktualisierung dieser Seite am: 31.03.2026. Alle Angaben auf dieser Seite werden durch das Büro Stadermann Architekten PartG mbB, Niederorschel auf freiwilliger Basis verwaltet. Das Büro ist für den Inhalt dieser Seite selbst verantwortlich. Die Angaben werden von der Architektenkammer Thüringen nicht geprüft.