Porzellankirche Leuchtenburg · Seitenroda

Nau2, Zürich

Erste Porzellankirche auf der Leuchtenburg: Architekt Michael J. Brown vom Büro NAU2 (Los Angeles), Schüler von Daniel Libeskind, machte die Burgkapelle auf der Leuchtenburg (Seitenroda/Thüringen) mit seinen innovativen Ideen zur ersten Porzellankirche in Deutschland. Start der Umbaumaßnahmen war Anfang November 2015. Die ökumenische Weihe (Wiedereinweihung) der 160 Quadratmeter großen Kapelle fand im Oktober 2016 statt. Nun steht der Raum für Gottesdienste, Taufen sowie kirchliche Hochzeiten zur Verfügung und bietet die Möglichkeit zur inneren Einkehr und Entspannung. Die Porzellankirche ist mit einem deckenhohen Lamellen-Vorhang ausgestattet. In Anlehnung an die Optik der gotischen Kathedralen schaffen sie Höhe und lösen die Wand auf. Ein Mittelschiff mit Seitenschiffen entsteht. Die 30 Lamellen aus dem technischen Porzellan „Techlam“ sind 5,53 m hoch, jeweils ca. 90 kg schwer und wurden von der
spanischen Firma Levantina hergestellt. Dabei ist das Porzellan drei Millimeter dünn, bisquit/unglasiert, auf Holz aufgezogen und seitlich mit Chromschienen versehen. Die Rückseite ist verspiegelt, wodurch ein weiteres „raumauflösendes“ Element geschaffen wird und beim Bewegen im Kirchenraum ständig neue Perspektiven entstehen. Die Möblierung erfolgt mit schlichten Sitzbänken und einem Altar aus Eichenholz.
Das Kirchengebäude liegt innerhalb der Leuchtenburger Kernburg und schließt östlich an den 800-jährigen Bergfried an. Schriftliche Belege zu einer Kapelle auf der Leuchtenburg finden sich erstmals 1489, das Kapellengebäude weist jedoch Bauepochen vom 13. bis 18. Jh. auf, die an der Südfassade noch deutlich sichtbar sind. 130 Jahre lang wurde die Kapelle zweckentfremdet als Ausstellungsraum genutzt und die kirchliche Tradition geriet in Vergessenheit. Die gemeinnützige Stiftung Leuchtenburg als Eigentümerin der Burganlage hat sich zum Ziel gesetzt, die Leuchtenburg mit dem Projekt der „Porzellanwelten“ aus dem Dornröschenschlaf zu holen und die Kirchentradition wieder aufleben zu lassen. Im April 2016
wurde das Projekt „Porzellanwelten“ für den European Museum Award (EMYA) in Tolosa nominiert.

Adresse
Dorfstraße 100
07768 Seitenroda

Planungsbüro
Nau2, Zürich

Bauherr
Stiftung Leuchtenburg

Fertigstellung
Oktober 2016

Nutzfläche
160 m2

Preise/Auszeichnungen
Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2018

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Letzte Aktualisierung dieser Seite am: 29.03.2019. Alle Angaben auf dieser Seite werden durch das Büro Nau2, Zürich auf freiwilliger Basis verwaltet. Das Büro ist für den Inhalt dieser Seite selbst verantwortlich. Die Angaben werden von der Architektenkammer Thüringen nicht geprüft.

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