Die Integration eines modernen Holzhauses in einen gewachsenen Bestand einer historischen Innenstadt
Direkt neben dem Goethehaus in Weimar wurde das erste innerstädtische Hotel Deutschlands in Vollholzbauweise errichtet.

Der Weimarer Architekt Jörg Weber entwickelte zusammen mit dem Bauherrn und einem Team von Fachplanern ein konsequent ökologisch ausgerichtetes Haus, das sich insbesondere durch die intensive Verwendung nachwachsender Rohstoffe auszeichnet. Dabei war die harmonische Integration in die enge historische Innenstadt in unmittelbarer Nähe der Bauwerke der Weimarer Klassik (Goethehaus, Anna-Amalia-Bibliothek) eine gestalterische Herausforderung, die jedoch in enger Abstimmung mit den Behörden für Denkmalschutz und Stadtplanung gelöst wurde. Folgende Aspekte kennzeichnen das Haus:
Alle Wände (außer Treppenhaus) aus 34 cm starken Vollholz-Tafeln aus kreuzweise vernagelten Nadelholz-Brettern (System Massivholzmauer) ohne weitere Wärmedämmung, daher Einstofflichkeit mit weniger Wärmebrückenproblematik.

• Brandschutz gewährleistet durch Treppenhaus in Stahlbeton, Rauch-Druck-Anlage im Treppenhaus, Feuermelder mit Aufschaltung zur Feuerwehr in allen Räumen.
• Brettstapeldecken mit Akustik-Profil in Schallschutz-Qualität.
• Lehmputz mit integrierter Flächenwandheizung auf allen Innenseiten der Außenwände, dadurch angenehme Strahlungswärme und Schutz der Wände vor Feuchtigkeit, farbiger Lehm als Deckschicht.
• Fast alle sonstigen Oberflächen aus Holz (Eiche-Hirnholzparkett im Erdgeschoss, Lärchendielen im Wohnbereich).
• Kombination aus Holzleisten- und Putzfassade mit Fassadenbegrünung.
• Dämmung mit Hanfstroh im Dachbereich.
• Modernes Energiekonzept mit Blockheizkraftwerk, Nutzung der Abwärme der Gastronomie-Kühlanlagen und Beleuchtung mit LED-Lampen.
• Vollholz auch bei allen Möbeln im Innenraum, keine Spanplatten, innovative Designlösungen von Tischler und Architekt.
• Intensiv begrünte Dachterrasse zur Nutzung als Garten und für die Gastronomie.
• Durch den Einsatz von 400 m³ Holz wurde ein nahezu CO2-neutrales Gebäude errichtet.
• Es wurde der Nachweis erbracht, dass Holz als Baumaterial auch in einer engen historischen Innenstadt (Gassenbreite 2,90 m) geeignet ist, da mit den verwendeten Holztafeln jegliche architektonische Idee umsetzbar ist und zudem die Bauzeit im Rohbau erheblich reduziert werden kann.
• Nutzung als Familienhotel ermöglicht Multiplikatoreffekte für ökologisches Bauen mit Holz, insbesondere bei bauwilligen Familien.


Ort: Weimar/Thüringen, Seifengasse 8 (50 Meter links des Goethehauses)
Fertigstellung: Juni 2012 (12 Monate Bauzeit)
Bauherr: Goethezimmer GmbH, Anselm Graubner
Architekt: raum 33 / Jörg Weber, Weimar
Fläche: Nutzfläche 830 qm, Grundstück 340 qm
Bauunternehmen: Herrmann Massivholzbau, Geisa/Thüringen
Lehm-Kunst-Bau Multhauf, Erfurt
Tischlerei Fischer, Erfurt-Kerspleben

Knoch Holzbau, Steffan Feger
Hanffaser Uckermark, Prenzlau

außerdem etwa 20 regionale Handwerksbetriebe

Adresse
Seifengasse 8
99423 Weimar

Planungsbüros
raum33 architekten Jörg Weber & Dirk Hädicke PartG mbB, Weimar
Architekturbüro Müller & Lehmann GmbH, Bad Berka

Bauherr
Anselm Graubner / Goethezimmer GmbH

Fertigstellung
Mai 2012

Nutzfläche
830 m2

Preise/Auszeichnungen
Thüringer Holzbaupreis 2013

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Letzte Aktualisierung dieser Seite am: 12.02.2014. Alle Angaben auf dieser Seite werden durch das Büro raum33 architekten Jörg Weber & Dirk Hädicke PartG mbB, Weimar auf freiwilliger Basis verwaltet. Das Büro ist für den Inhalt dieser Seite selbst verantwortlich. Die Angaben werden von der Architektenkammer Thüringen nicht geprüft.

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