Logo der Architektenkammer Thüringen

35 Wohneinheiten sowie untergelagerte Tiefgarage am Standort

Nahe des historischen Zentrums der Stadt Saalfeld entstand in zweijähriger Bauzeit in einem vorhandenen Altstadtquartier der Neubau der altengerechten Wohnanlage.

Insgesamt entstanden mit Mitteln aus Wohnungsbau- und Städtebauförderung 35 barrierefreie Wohnungen (40-60m²), 37 Tiefgaragenstellplätze sowie zwei kleinere Gewerbeeinheiten an der Brudergasse.

In drei Bauabschnitten erfolgte der Neubau von zwei Gebäudeteilen sowie die Sanierung eines vorhandenen Altbaus, die gemeinsam einen begrünten Innenhof umschließen.

Kern dieser Bauaufgabe war die Schaffung von modernen, zweckmäßigen Wohnungen und deren Einpassung in eine gewachsene Quartierstruktur mit teilweise historischer Bausubstanz – wohlgemerkt unter Berücksichtigung von knappen Fördermittelbudgets.

Die Wohnungen bieten jeweils 2-3 Wohnräume, Küche und Bad auf einem funktionell zugeschnittenen Grundriss. Große Fensterflächen sorgen für eine helle und freundliche Atmosphäre in den Räumen.

Die Erschließung erfolgt jeweils über Laubengänge mit einem individuellen Zugang für jede Wohnung, zur Hofseite ermöglichen vorgelagerte Terrassen und Balkone einen schrittweisen Übergang von privaten Wohnbereichen hin zu Kommunikationsbereichen in der Außenanlage.

Verschiebbare Holzlamellenwände sorgen für Sonnenschutz, Sichtschutz und für eine lebhafte Fassadengliederung.

Aufzugsanlagen und mehrere rollstuhlgerecht ausgestattete Wohnungen ermöglichen auch gehbehinderten Bewohnern Bewegungsfreiheit und soziale Kontakte.

Die positive Resonanz bei den Bewohnern unterstreicht den Erfolg des Konzepts


Neubau einer altengerechten Wohnanlage in Saalfeld

Kritik: Hannes Hubrich

In Sachen Stadtumbau liegt diese altengerechte Wohnanlage geradezu vorbildlich im Trend. Mitten in der Saalfelder Altstadt sind 35 barrierefreie Wohnungen und 37 Tiefgaragenplätze entstanden. Umsichtig bemüht sich die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft Saalfeld (WOBAG) als Bauherrin um die weitere Revitalisierung des umgebenden Quartiers.

Geschickt fügt sich die Lösung den Altstadtbedingungen. Im Winkel miteinander verbunden, bilden die 3- geschossigen Flügel der Anlage einen gestreckten Innenhof. Ein sorgsam sanierter Altbau mit Abstellflächen und einer Obergeschosswohnung wahrt in Gestalt und Farbe den Maßstab zur außen verlaufenden Barfüßergasse. In Korrespondenz mit den horizontal verschiebbaren Holzlamellenwänden der Hoffassaden ergibt sich auch im Innenhof ein durchaus passendes kleinstädtisches Ambiente. Zur Brudergasse wird die Anlage durch einen Ersatzneubau mit zwei Ladenflächen im Erdgeschoß und einen verschließbaren Hofzugang abgegrenzt. Letzteres erweist sich als Vorteil.

Fragt man die Bewohner, gleichen die Antworten einer Checkliste heutiger Wohnansprüche: Geschätzt wird die Abgeschlossenheit, weil sie eine ruhige Hofnutzung und die Sicherheit der Wohnungen gewährt. Der städtischen Situation angemessen, bieten große Fenster und Balkons den gewünschten Bezug zu Sonne und Natur. Die dezente Gestaltung der Wegflächen und des Grünbereichs im Hof findet Zuspruch. Sie sichert zugleich die Intimität der Erdgeschoßwohnungen. Ähnlich wirkungsvoll sind Proportion und Begrünung des Laubengangs im Hochparterre zum Nachbarhof. Die Nischen zwischen den Pflanztrögen sind wie der Innenhof und die Sitzgruppen in den Ebenen des Verbindungsbaus auch ein Angebot zu sozialem Kontakt. Bereichert wird die Situation durch einen wirkungsvollen Durchblick von den Laubengängen über die Verbindungsebenen bis zur Barfüßergasse.

Die 40 bis 60 m² großen Wohnungen sind als individueller Wohnsitz im Alter sehr gefragt, zumal sich zu den geschilderten Vorzügen, sichere PKW- Stellplätze, Aufzüge in alle Ebenen und eine zentrale Reinigung und Pflege der Eingänge, Flure und Außenanlagen hinzu addieren. Neben einigen rollstuhlgerecht ausgestatteten Wohnungen im Erdgeschoß sind die übrigen mit je zwei oder 3 Wohnräumen, Küche und Bad rationell und zweckmäßig organisiert. Die großen Fenster sorgen für eine helle und freundliche Atmosphäre im Innern. Und wo sogar ein Sofa auf dem Balkon Platz findet, stellt sich Individualität auch in Form der von Architekten meist nicht so vordergründig reklamierten “Gemütlichkeit” ein. Es bleibt der Wunsch nach Nähe zur Stadt, nach städtischer Geschäftigkeit. Den können die Bewohner sich leicht erfüllen, indem sie das Tor zur Brudergasse öffnen und mit wenigen Schritten das Stadtzentrum erreichen. Die breite Zustimmung der Bewohner wie der Stadt Saalfeld zu diesem Konzept innerstädtischen Wohnens war dem Verband der Thüringer Wohnungswirtschaft (VTW) einen Innovationspreis wert, den die realisierte Lösung in diesem Jahr erhielt.

Weitere beteiligte Architektur-/ Stadtplanungsbüros:
RoosGrün PLANUNG, Kromsdorf

Adresse
Brudergasse 12
Saalfeld

Planungsbüro
Erfurt & Partner GmbH Architekten- und Ingenieurgruppe, Erfurt

Bauherr
privat

Fertigstellung
2002

An dieser Stelle wird eine Google-Maps-Karte angezeigt, wenn Sie das Speichern der entsprechenden Cookies erlaubt haben. Dies können Sie über die Privatsphäre-Einstellungen jederzeit tun.

Zugeordnete Schlagworte und Sammlungen

Weitere Projekte des gleichen Büros (20)

Letzte Aktualisierung dieser Seite am: 04.08.2017. Alle Angaben auf dieser Seite werden durch das Büro Erfurt & Partner GmbH Architekten- und Ingenieurgruppe, Erfurt auf freiwilliger Basis verwaltet. Das Büro ist für den Inhalt dieser Seite selbst verantwortlich. Die Angaben werden von der Architektenkammer Thüringen nicht geprüft.

Seite teilen: