Beitrag zur Ausstellung "Erfurts Lücken locken" der Stiftung Baukultur im August 2005

Konturen für die Stadt

These 1: Der Verlust von städtischem Raum ist vor allem ein Verlust von durchgehender, bedeutungstragender Kontur in erster Linie in den historisch gewachsenen Zentren.

Entwicklung:
Fehlende oder fragmentarische Stadtstruktur soll mindestens in ihrer Kontur nachgezeichnet werden, um Grenzen wieder erlebbar zu machen und den spannungsvollen Wechsel von räumlicher Enge und Weite wiederherzustellen.

Der Ort als solcher hat seine Nutzung verloren. Der Raum ist abhanden gekommen, der Ort jedoch ist noch da. Es ist Aufgabe diesen Ort mit einem kompatiblen Element neu zu belegen. Dieser Eingriff findet Ausdruck in Form eines Stadtmöbels, das die Kontur der alten Bebauung nachzieht und mit einfachsten Mitteln die Struktur wiedererlebbar macht.

Die nutzbare Schicht im Innenraum ist eine Art minimalistische Herberge, eine Aneignung von Raum auf das Grundbedürfnis einer temporären Unterkunft beschränkt.
Eine bewohnbare „Kante“ für moderne Nomaden, sparsame Touristen, einsame Wanderer, Grenzgänger zwischen Kommerz und Reduktion, Andersreisende...

Konkret:
Entlang einer durch fehlende Bebauung offengelassenen Quartierskante entsteht ein durchgehendes, räumliches Band von nur 3m Tiefe und ca. 5-6 m Höhe, das ein entschwindendes, verlorengeglaubtes Bild der historischen Stadt nachzeichnet. Im Bereich hinter dem Band wird die durch Bewuchs verwilderte Brachfläche als Naturraum in der Stadt akzeptiert.

Material_Recycling:
Verwendet werden die vorgefundenen Baumaterialien der brachgefallenen Quartiere, d.h. dass die ortstypischen Steine, Fensterarten und -formate, Holzbalken, Dachziegel etc. verbleiben und tragen den Charakter des Stadtviertels weiter.

Lücken für ‘ne Nacht

These 2: Lücken brauchen „Lockstoff“
Da aufgrund der demographischen Entwicklung davon auszugehen ist, dass die Lücken künftig nicht (mit Wohngebäuden) gefüllt werden, wollen wir die Sichtweisen ändern. Das heißt Perspektiven einfangen, den Blick für das Stadtviertel schärfen, potentiellen Bauherren und Gästen Ausblicke leihen.

Denkbare Nutzungen:
touristische Vermarktung
touristische Alternative
zu Gast in der eigenen Stadt
Übernachtung in der Innenstadt
Suche nach Bauherren
Suche nach der richtigen Lücke
BED and TABLE - SHARING
minimalistische Herberge
Parken mit Schlafplatz

Adresse
-
Erfurt

Planungsbüro
Osterwold°Schmidt EXP!ANDER Architekten BDA PartGmbB, Weimar

Bauherr
gewerblich

Fertigstellung
2005

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Letzte Aktualisierung dieser Seite am: 25.09.2010. Alle Angaben auf dieser Seite werden durch das Büro Osterwold°Schmidt EXP!ANDER Architekten BDA PartGmbB, Weimar auf freiwilliger Basis verwaltet. Das Büro ist für den Inhalt dieser Seite selbst verantwortlich. Die Angaben werden von der Architektenkammer Thüringen nicht geprüft.

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