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Fassadenrestaurierung Haus „Zum Breiten Herd“ und Haus „Zum Stötzel“ · Erfurt

Goedecke.Raschke Architekten Partnerschaftsgesellschaft mbB, Erfurt

Projektbeschreibung

Die Fassaden der Häuser „Haus zum Breiten Herd“ und „Haus zum Stötzel“ stellten die wertvollsten Einzelfassaden der Stadt Erfurt im Bereich der Wohnhaus- und Geschäftsbauten dar.
Bemerkenswert ist die Symbiose zwischen der 1882 errichteten Neorenaissancefassade und der originalen Renaissancefassade. Der überaus reiche ornamentale Schmuck beider Fassaden wird durch den so genannten Fünfsinnefries gekrönt.
Die 2005 eingeleiteten Voruntersuchungen zeigten, dass Mikroorganismen des Stickstoffkreislaufes (Salpetersäureproduktion) sowie Schimmelpilze in erheblichem Umfang an der Schädigung der vorhandenen Farbfassungen beteiligt waren.
Als Stickstoffquellen für die Mikroorganismen konnten die ursprünglichen Kaseinfarben sowie Umweltbelastungen aus Taubenkot identifiziert werden.
Um die Rekonstruktion der Renaissancefarbgebung zu ermöglichen, wurden die nach der Reinigung sichtbaren Fehlstellen am Werkstein weitestgehend ergänzt. Zur Anwendung kamen Acrylharzmörtelsysteme, welche an den Werksteinbestand und die Belastungssituationen angepasst sind.
Eine Reduktion der ebenfalls nachgewiesenen extrem hohen Salzbelastungen war durch Kompressenentsalzungen im oberflächennahen Bereich möglich. Jedoch stellten die in den tieferen Bereichen verbliebenen Salzdepots ein erhebliches Risiko für die neu aufzubringenden Farbfassungen dar.
Ein wesentliches Ziel der Restaurierung bildete somit die Reduzierung des Wassereintrages in die salzbelasteten Werksteine. Hierzu wurden sämtliche Blechabdeckungen auf den Gesimsen erneuert. Die dauerhafte Anbindung dieser Blechabdeckung an den Werkstein wird durch aufwendig eingestemmte Bleiwolle in der Anschlussfuge gewährleistet.
Die mikrobiologische Belastung der Werksteine (auch in den tieferen Porenräumen) und die hohe Mobilität der eingelagerten hygroskopischen Salze erfordern auch im Bereich der Farbfassungssysteme einen ausreichenden Feuchtigkeitsschutz.
Hydrophobierende Imprägnierungen der Fassadenflächen waren aufgrund der eingelagerten Salze ausgeschlossen.
Um dennoch den Wassereintrag zu minimieren, kam eine wasserabweisende, diffusionsoffene Siliconharzfarbe, welche durch ihre fungistatische Ausrüstung besonders resistent gegenüber den nachgewiesenen Schimmelpilzsporen ist, zum Einsatz.

Im Zusammenhang mit der Fassadenrestaurierung erfolgte abschließend der Einbau neuer Kastenfenster.
Dabei wurden vorhandene Rollokästen genutzt, um elektronisch gesteuerte Be- und Entlüfter über den Fenstern einzubauen, die einen Raumluftaustausch ermöglichen. Zur weiteren Verbesserung des Raumklimas sind zwischen äußerem und innerem Fenster Sonnenschutzrollos aus Screenstoffen angeordnet.

Projektdaten

Adresse

Fischmarkt 13-16
99084 Erfurt

Planungsbüro

Goedecke.Raschke Architekten Partnerschaftsgesellschaft mbB, Erfurt

Bauherr

Handwerkskammer Erfurt

Fertigstellung

2007

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Zugeordnete Schlagworte und Sammlungen

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Letzte Aktualisierung dieser Seite am: 13.11.2011. Alle Angaben auf dieser Seite werden durch das Büro Goedecke.Raschke Architekten Partnerschaftsgesellschaft mbB, Erfurt auf freiwilliger Basis verwaltet. Das Büro ist für den Inhalt dieser Seite selbst verantwortlich. Die Angaben werden von der Architektenkammer Thüringen nicht geprüft.

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