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Architekten wollen wieder auf die grüne Wiese

Weimarer Architekten kicken zu Gunsten des Weimarer Menschenrechtspreises

Bereits zum zehnten Mal fand am 5. Juli 2008 auf dem Fußballplatz in Tröbsdorf das Benefizfußballturnier zu Gunsten des Weimarer Menschenrechtspreises statt. Von 10.15 Uhr bis 17 Uhr kämpften bei strahlendem Sonnenschein und ebensolcher Stimmung zehn Mannschaften um den begehrten Pokal: Thüringer Landtag/Land Thüringen, DNT, Sophien- und Hufeland-Klinikum, Rotary Club, Wiener Feinbäckerei Heberer, VR-Bank Weimar, Stadtverwaltung Weimar, Stadtwerke/ Stadtwirtschaft, Café Babelfish (Ausländerbeirat) und last but not least „maßstab 05“, das Team der Weimarer Architekten. Lesen Sie die „Live-Berichterstattung“ von Dipl.-Ing. Torsten Brecht, Architekt BDA:

Mit zwei Siegen, drei Niederlagen und dem Gefühl, die Welt verbessert zu haben verabschiedeten sich die Weimarer Architekten aus dem Benefizturnier 2008. Seit 4 Jahren fühlt sich die Elf um Projektleiter Ingo für die Finanzierung des Weimarer Menschenrechtspreises mit verantwortlich. Zehn Trainings müssen reichen, um aus Freiberuflern, geschäftsführenden und angestellten Individualisten eine Mannschaft zu formen. Die Rolle des Einpeitschers übernimmt hier gern Mario. Lautstärke und Wortwahl schockieren Bauleute nicht; Gegner schon. Das sind Musiker vom Deutschen Nationaltheater, Bäcker, Müllfahrer, Notare, Ärzte und Therapeuten, Lehrer und ausländische Teenager. Polizisten waren auch schon dabei. Alle basteln sich eine Mannschaft für einen Tag und so sind die Erwartungen bei denen besonders hoch, die lange gebastelt haben. Seriensieger sind FC Thüringer Landtag, die Lehrlinge von der Volksbank und „Ballcillus“ (das Sophien- und Hufeland-Klinikum). Die Architekten haben inzwischen als „maßstab 05“ firmiert und laufen in Tintenblau/Weiß auf. Das sieht wirklich gut aus. Gespielt wird auf einem Rasen in Weimar-Tröbsdorf. Einem Rasen, der sich wie Entendaunen anfühlt, wenn Torsten in den Stürmer grätscht und stürzt, der die Antritte von Thomas und Thomas wegsteckt, als seien sie barfüßig unterwegs und der grundsätzlich blendfrei im Halbschatten liegt, wenn Torwart Martin einen Freistoß zu parieren hat.

Mareen, an deren Lauffreude (und auch ihre Pässe kamen an) lediglich unser Bauingenieur Jens aus Jena heran reicht, drückte den Altersdurchschnitt der Elf nicht unter die 40. Die Mannschaft hat sich dem Kurzpassspiel verschrieben. Soll doch der Ball durch die Reihen laufen, wenn die wieselflinken Spieler rar sind. Und so lief es tatsächlich: Martin zu Olaf - der nach außen auf den sicheren Jens - schräg vor zur Mitte (Mario) - aus dem Fußgelenk halblinks in den Strafraum - Thomas längst gestartet, sein Fuß und der Ball treffen gleichzeitig am Pfosten ein - Klang von Aluminiumhohlprofilen - der Ball im Netz - der Torwart auch - also Tor!

Auch Auswechslungen werden maßstabsgerecht geplant. Thomas arbeitet mit Klemmbrett und Notizen, nimmt hängende Mundwinkel der wieder nicht berücksichtigten Kollegen ernst und doch muss das Auf-taktspiel mit der druckvollsten Mischung begonnen werden. Leider kommt es in zweimal zehn Minuten selten zu einem beruhigenden 2-Tore-Vorsprung für die Architekten. Einmal hat es geklappt. Gegen die Bäcker. Dann jedoch fliegt Martin aus dem Halbschatten auf einen Ball zu, geht zu Boden, gegnerische Fußballschuhe touchieren den Ball, treffen aber Martins Schulter. Nichts geht mehr. Nichts geht mehr? Schnelle Entscheidung. Martin raus aus dem Spiel. Torsten hinein. Thomas in die Handschuhe - Freistoß - Pass - Sturmlauf - Zack! Drei zu Null! Nur Martin kann erst später wieder jubeln.

Ansonsten produziert der Architekt beim Fußball meistens Ecken. Die mag er. Das Publikumsinteresse ebbt hingegen ab. Höhepunkte waren dann auch erst Kicks wie dieser eben, exakt in den Winkel. Kolleginnen und Familien am Spielfeldrand gaben alles. Applaudierten und plauderten, plauderten und applaudierten, plauderten und vergaßen das Applaudieren. Macht nichts.

Öffentlichkeitsarbeit, Basisarbeit, Entspannung: Ein Sommertag auf der grünen Wiese mit Auftraggebern, Abgeordneten, Künstlern und allerlei Entscheidungsträgern aus Thüringer Amtsstuben auf Augenhöhe im Kampf um den Ball. Das weitet den Blick aller und schafft Anerkennung.

Dass die Architektenkammer das Startgeld aus dem Topf für Öffentlichkeitsarbeit zahlt, ist demzufolge logisch. Die Anmeldung für 2009 ist schon geschrieben. Ziel: Halbfinale. Das gab es 2007 und war unbeschreiblich schön.

veröffentlicht am 30.07.2008 von Birgit Kohlhaas · Rubrik(en): News

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