Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen

Ausgezeichnet mit dem Sonderpreis Holzbau beim Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2018: Kindergarten Holzwürmchen Weimar, raum 33 architekten Jörg Weber & Dirk Hädicke, Weimar, Bild: Jörg Weber
Ausgezeichnet mit dem Sonderpreis Holzbau beim Thüringer Staatspreis für Architektur und Städtebau 2018: Kindergarten Holzwürmchen Weimar, raum 33 architekten Jörg Weber & Dirk Hädicke, Weimar, Bild: Jörg Weber

Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen bedeutet, Architektur und Städtebau mit einem Höchstmaß an Lebensqualität mit geringsten irreversiblen Eingriffen in die natürlichen Kreisläufe zu schaffen.

So finden Sie Ihre/n Architekt/in oder Ihre/n Stadtplaner/in ...

Ziele des energieeffizienten und nachhaltigen Planens und Bauens

Unter Betrachtung ökologischer, ökonomischer und soziokultureller Aspekte wird eine individuelle Lösung entwickelt, die diesem Ziel möglichst nahe kommt. Dabei werden die positiven Wechselwirkungen und Synergien der unterschiedlichen Kriterien in einem ganzheitlichen und integrierenden Planungs- und Bauprozess optimiert. Gesamtkonzepte sowohl für nachhaltige Sanierungsmaßnahmen als auch für Um- und Neubauten orientieren sich an folgenden Grundprinzipien:

  • Langfristig, bedarfsgerecht und dauerhaft planen, bauen und bewirtschaften (ökologisch/ökonomisch/sozial)
  • unter Betrachtung des gesamten Lebenszyklusses von Gebäuden (Erstellung, Nutzung, kontrollierter Rückbau/Recycling) natürliche Kreisläufe schonen bzw. wiederherstellen
  • Bauen/Sanieren im Bestand vor Neubau und Neuerschließung
  • ökologische Lasten verringern (Energie, Wasser, Stoffe und Landschaft), Energie- und Wasserverbrauch reduzieren
  • bautechnische Langlebigkeit und Nutzungsflexibilität für Wohnungsbau, öffentliche Gebäude und Gewerbebauten
  • Wasser-, Landschafts- und Freiraumkonzeption miteinander verbinden
  • Eigenverantwortung und Mitgestaltungsrecht der Nutzer einbeziehen (Partizipation, Integration, Identität stiften)

Wirtschaftlichkeit ist vor allem eine Frage des Entwurfs!

»Nachhaltiges Planen und Bauen ist nur bedingt mit Mehrkosten verbunden. Bereits sehr früh im Stadium des Entwurfes, der Entstehung und Durchführung eines Projekts können die größten Effekte im Sinne der Wirtschaftlichkeit erzielt werden.«

Prof. Gerhard J. Meyer, Professor für Bau- und Planungsmanagement, FH Erfurt, Professor for Sustainable and Climate Adapted Design, German Jordanian University Amman

Energieeinsparpotential und Kosten

Energieeinsparpotential und Kosten
Energieeinsparpotential und Kosten

Ganzheitliche Planung – Was ist das?

Gesamtkonzepte für ökologische Bau- und Sanierungsmaßnahmen und Neubebauung sind an übergreifenden Zielen nachhaltiger Stadtentwicklung orientiert. Die klassischen baulich-ökologischen Aspekte, wie die Verwendung gesundheitlich unbedenklicher Baustoffe oder die energetische Optimierung der Gebäudehülle, werden – im Sinne einer ganzheitlichen Planung – um ökonomische und soziale Aspekte erweitert. Dabei wird über das einzelne Gebäude hinaus immer auch der umgebende Kontext (Ensemble, Stadtquartier) in die Betrachtung einbezogen. Übergeordnetes Ziel ist die Entwicklung von Lebensräumen mit hoher, differenzierter Lebensqualität.

Broschüre „Nachhaltig bauen: MehrWert schaffen“

Wer nachhaltig und klimagerecht baut, spart langfristig viel Geld und schont die Umwelt. Die Architektenkammer Thüringen hat mit Unterstützung der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) eine Broschüre als Planungsempfehlung für öffentliche Bauherren und Planer herausgegeben. Was bedeutet nachhaltige Architektur und Stadtentwicklung? Wie sehen die grundlegenden Prinzipien nachhaltigen Planens und Bauens aus? Und wo gibt es bereits gelungene Beispiele für nachhaltiges Bauen in Thüringen? Antworten auf diese Fragen gibt diese Publikation, die von der Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit erarbeitet wurde.

Broschüre "Nachhaltig bauen: MehrWert schaffen"
Broschüre "Nachhaltig bauen: MehrWert schaffen"

Was zeichnet ein Passivhaus aus?

Passivhäuser sind Gebäude mit sehr guter Wärmedämmung und einer Lüftungsanlage. Eine Heizung im klassischen Sinne ist nicht notwendig, der Energieverbrauch niedrig. „Passiv“ deshalb, weil der Großteil des Wärmebedarfs aus „passiven“ Quellen gedeckt wird, wie Sonneneinstrahlung und Abwärme von Personen. Die Bauweise ist nicht auf bestimmte Gebäudetypen beschränkt. Es ist auch durch Umbauten und Sanierungen möglich, diese Standards zu erreichen.

Kriterien für ein Passivhaus

  • günstiges Verhältnis von Außenflächen zu Gebäudevolumen
  • wärmebrückenfreie Konstruktion im Detail
  • möglichst Südausrichtung der Wohnräume zur solaren Wärmegewinnung
  • Verschattungseinrichtung gegen Überhitzung der Räume bei starker Sonneneinstrahlung
  • sehr gute Wärmedämmung der Außenwände, des Daches und der Bodenplatte (ca. 25-30 cm)
  • passivhaustaugliche Fenster (3-fach Verglasung, uw-Wert < 0,8 W/m2K (Wärmedämmwert))
  • passivhaustaugliche Eingangstür
  • kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnungsanlage
  • Solaranlage für Warmwasser (optional)
  • benötigte Restwärmeerzeugung mit Wärmepumpe, Kleinstgastherme oder Holzheizung
  • Haustechnik (Wärmeerzeuger, Speicher, Leitungen usw.) in der wärmegedämmten Hülle

Weblinks

  • Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI): www.baukosten.de
  • Baunetz Wissen – Online-Fachlexikon der BauNetz Media GmbH, u. a. mit Themenseite „Nachhaltig Bauen“: www.baunetzwissen.de
  • BINE Informationsdienst – Service des Fachinformationszentrums Karlsruhe, gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi): www.bine.info
  • Kommunale Grüne Hausnummer – lokales Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen in Neubau und Bestand, z. B. Erfurt: www.bwse.de
  • Netzwerk für den Klimaschutz der Gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online gGmbH: www.co2online.de
  • Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. (DGNB): www.dgnb.de
  • Energieberatung durch Energieeffizienz-Planer: Übersicht aller Energieberater der Architekten- und Ingenieurkammern Deutschlands: www.energieeffizienz-planer.de
  • EnEV-online – Informationen rund um die Energieeinsparverordnung: www.enev-online.de
  • Finanzierungshilfen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW): www.kfw.de
  • Vernunft für die Welt – Manifest der Architekten, Ingenieure und Stadtplaner für eine zukunftsfähige Architektur und Ingenieurbaukunst: www.klima-manifest.de
  • Klima sucht Schutz – Kampagne der Gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online gGmbH, gefördert vom Bundesumweltministerium (BMU): www.klima-sucht-schutz.de
  • Nachhaltiges Bauen – Informationsportal des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS): www.nachhaltigesbauen.de
  • Datenbank für Passivhaus-Projekte des Passivhaus Instituts und der Passivhaus Dienstleistung GmbH: www.passivhausprojekte.de
  • zukunft haus – Website der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena): www.zukunft-haus.info

Seite zuletzt geändert am 10.07.2019

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