Häufig gestellte Fragen

Sie haben sich für das Berufsziel Architektin bzw. Architekt (in einer der vier Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur oder Stadtplanung) entschieden. Viele Fragen zum Berufseinstieg stellen sich immer wieder. Einige der häufigsten Fragen (FAQs) haben wir hier beantwortet.

Ich habe Architektur studiert – darf ich mich jetzt Architektin bzw. Architekt nennen?

Der Studienabschluss alleine reicht nicht. Verbraucherschutz ist hier das Stichwort. Deshalb haben Architektinnen und Architekten (sowie Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner analog) nicht nur in der Regel mindestens vier Jahre innerhalb der jeweiligen Fachrichtung studiert*, sondern auch in der mindestens zweijährigen Praxiszeit die notwendige Berufserfahrung nachgewiesen und mindestens 64 Fortbildungsstunden absolviert. Erst als vollwertiges Mitglied haben Sie das Recht, die geschützte Berufsbezeichnung Architekt/in, Innenarchitekt/in, Landschaftsarchitekt/in oder Stadtplaner/in (oder Wortverbindungen) im Geschäftsverkehr zu führen. Wer den Titel oder Wortverbindungen verwendet, ohne die Voraussetzungen zu erfüllen, handelt in der Regel wettbewerbswidrig und hat im Dienste des Verbraucherschutzes mit Konsequenzen zu rechnen.

* Innen- und Landschaftsarchitekten sowie Stadtplaner erfüllen die Voraussetzung auch, wenn sie ein Studium mit dreijähriger Regelstudienzeit abgeschlossen haben und eine mindestens vierjährige Berufspraxis nachweisen können.

Wann und wie kann ich Mitglied der Architektenkammer Thüringen werden?

In Thüringen besteht die Möglichkeit, der Architektenkammer direkt nach dem Studium als freiwilliges Mitglied beizutreten. Das Einzige, was dazu benötigt wird, ist neben dem Abschlusszeugnis des Studiums mit vierjähriger Regelstudienzeit in der jeweiligen Fachrichtung der Nachweis über den Berufseinstieg. Zudem muss der Wohnsitz oder die Arbeitsstelle in Thüringen liegen. Die freiwillige Mitgliedschaft endet nach spätestens fünf Jahren. (Mehr zu den Vorteilen der freiwilligen Mitgliedschaft lesen Sie hier.) Die vollwertige Mitgliedschaft ist möglich, sobald man zwei Jahre Berufspraxis gesammelt und ausreichend Fortbildungen besucht hat. Als vollwertiges Mitglied erhalten Sie je nach Fachrichtung eine Bauvorlageberechtigung sowie das Recht, die geschützte Berufsbezeichnung Architekt/in, Innenarchitekt/in, Landschaftsarchitekt/in oder Stadtplaner/in zu führen.

Kann ich auch nur mit einem Bachelor-Abschluss Mitglied der Kammer werden?

Gemäß § 6 des Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetzes (ThürAIKG) ist eintragungsfähig in die Architektenliste, wer ein mindestens vierjähriges Regelstudium in der Fachrichtung Architektur erfolgreich abgeschlossen hat. Ein sechssemestriger Bachelorabschluss in der Fachrichtung Architektur reicht nicht aus. Erst das Aufsatteln eines entsprechenden Masterstudiums schafft eine der Voraussetzungen zur Aufnahme in die thüringische Architektenliste. In den Fachrichtungen Stadtplanung, Innenarchitektur und Landschaftsarchitektur kann auch eingetragen werden, wer ein dreijähriges Studium in der entsprechenden Fachrichtung erfolgreich absolviert hat und eine mindestens vierjährige Berufspraxis nachweisen kann.
Gut zu wissen: Auf europäischer Ebene fordert die entsprechende EU-Richtlinie als Regelstudienzeit für den Bereich Architektur ein Studium von mindestens vier Jahren Dauer. Die Internationale Architektenunion (UIA) empfiehlt in ihrem Bejing-Accord 1999 eine Studienzeit von fünf Jahren.

Was sollte ich in der Zeit zwischen Hochschulabschluss und Eintragung beachten?

Eine mindestens zweijährige praktische Berufstätigkeit und die erforderlichen Fortbildungsmaßnahmen (mindestens 64 Fortbildungsstunden insgesamt) ergänzen das eher theoretische Wissen aus dem Hochschulstudium. Ob die Eintragungsvoraussetzungen erfüllt sind, wird vom unabhängigen Eintragungsausschuss sorgfältig geprüft. Für Freischaffende und freie Mitarbeiter ist die Frage der Berufshaftpflichtversicherung sehr wichtig. Die Berufspraxis muss alle Berufsaufgaben berühren, ob angestellt oder selbstständig (z. B. als freier Mitarbeiter), ist dabei gleichgültig. Inhaltlich ist darauf zu achten, dass sich die praktische Tätigkeit in möglichst angemessener Weise auf die in § 1 des Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetzes (ThürAIKG) genannten Berufsaufgaben erstreckt. Orientieren kann man sich hierbei an den Leistungsbildern der Leistungsphasen 1 bis 8 der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI). Der Nachweis zu Leistungsphase 9 ist regelmäßig keine Eintragungsvoraussetzung. Unerheblich ist, ob die praktische Tätigkeit in Deutschland oder im Ausland ausgeübt wurde.
Zu beachten ist aber immer: Es sind Nachweise nötig, die Sie am besten schon „unterwegs“ sammeln. Sie sind nach Abschluss der Tätigkeit dem Arbeitgeber (im Angestelltenverhältnis) oder dem Bauherrn/ Auftraggeber (bei freiberuflicher Tätigkeit/ freier Mitarbeit) zur Bearbeitung und Unterschrift vorzulegen. Wichtig ist dabei, den Vordruck der Architektenkammer Thüringen zu benutzen und dem Eintragungsausschuss ausschließlich deutschsprachige Nachweise vorzulegen.

Können Studienabschlüsse, die ich im Ausland erworben habe, bei der Eintragung berücksichtigt werden?

Eine Anerkennung ist generell möglich, wenn eine so genannte „Gleichwertigkeit“ des im Ausland erworbenen Abschlusses zu einem deutschen Abschluss besteht. Das ist bei vielen europäischen Abschlüssen der Fall. Der Eintragungsausschuss bei der Architektenkammer Thüringen entscheidet darüber in jedem Einzelfall.
Über die Anerkennung von ausländischen Hochschulqualifikationen in Deutschland informiert das Informationsblatt zur Anerkennung von ausländischen Hochschulqualifikationen in Deutschland. Informationen zur Zeugnisbewertung für ausländische Hochschulqualifikationen finden Sie hier. Weiterführende Informationen sind dem Informationsportal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen zu entnehmen, unter: www.anerkennung-in-deutschland.de

Welche Unterlagen benötige ich für die Eintragung?

Für die freiwillige Mitgliedschaft:

  • ausgefüllter Antrag auf Aufnahme als freiwilliges Mitglied der AKT (siehe Auf einen Blick)
  • Abschlusszeugnis und Urkunde (amtlich beglaubigt)
  • Nachweis über den Beginn sowie die Ausübung der praktischen Tätigkeit
  • Wohnsitzbescheinigung oder Nachweis über Ort der Niederlassung oder Ort der Beschäftigung
  • Nachweis über Einzahlung der Eintragungsgebühr von 100,00 Euro

Für die vollwertige Mitgliedschaft:

  • ausgefüllter Antrag auf Eintragung in die Architekten-/Stadtplanerliste Land Thüringen (siehe Auf einen Blick)
  • Abschlusszeugnis und Urkunde (amtlich beglaubigt)
  • Bescheinigung über eine mindestens zweijährige praktische Tätigkeit (mittels Vordruck Tätigkeitsnachweis)
  • Nachweis über die anerkannten Fortbildungen (im Umfang von mindestens 64 Fortbildungsstunden)
  • Berufshaftpflicht (im Falle einer freischaffenden Tätigkeit)
  • Wohnsitzbescheinigung oder Nachweis über Ort der Niederlassung oder Ort der Beschäftigung
  • Nachweis über Einzahlung der Eintragungsgebühr von 100,00 Euro

Seite zuletzt geändert am 10.09.2018

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