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Braunichswalde und Kaltohmfeld Landessieger im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft 2015“

Mitteilung des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft

Logo Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, Bild: TMIL

Nach der Bereisung der dreizehn teilnehmenden sehr engagierten Dörfer und zwei intensiven Sitzungen hat die Jury unter Vorsitz von Frau Heike Roos die Landessieger der 2. Runde im Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2014-2016 gekürt.

  • 1. Platz:
    Braunichswalde Landkreis Greiz, VG Wünschendorf/Elster
  • 2. Platz:
    Kaltohmfeld Landkreis Eichsfeld, Stadtteil von Leinefelde-Worbis

„Der Wettbewerb ist eine tolle Gelegenheit, die Entwicklung unserer Dörfer in den Mittelpunkt zu stellen“, erklärte die Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft Birgit Keller heute in Erfurt. Sie gratulierte den Bürgermeistern der Siegerdörfer persönlich am Telefon. „Braunichswalde und Kaltohmfeld sind wunderbare Beispiele für aktive Dorfgemeinschaften, die die Herausforderungen, denen sich unsere Dörfer ausgesetzt sehen, sehr gut meistern und vor allem durch ein lebendiges Miteinander gut für die Zukunft gerüstet sind“, sagte die Ministerin.

„Braunichswalde engagiert sich seit über 20 Jahren konsequent für seine Dorfentwicklung, mit beachtlichen und deutlich sichtbaren Erfolgen. Das Dorf hat sich als liebens- und lebenswerter Ansiedlungsort auch für junge Familien etabliert. Dazu tragen insbesondere die überdurchschnittlichen Angebote einer täglichen Nahversorgung, im medizinischen Sektor sowie zahlreiche Arbeitsplätze des Handwerks, des Gewerbes und von verschiedenen Dienstleistungen bei“, betonte Keller.

Der Ortsteil Kaltohmfeld der Stadt Leinefelde-Worbis überzeugte die Jury mit konkreten Vorstellungen über das Ziel der dörflichen Entwicklung: etwa bei der Ausgestaltung eines sanften Tourismus. Ein Beispiel für diese Entwicklung ist die geplante Umnutzung der ehemaligen Radarstation der Sowjet-Streitkräfte zu einem exponierten Anziehungspunkt mit einer auf den Standort und seine Geschichte bezogenen signifikanten Architektur.

„Die Entwicklung unserer Dörfer ist zentral für die Zukunft der ländlichen Räume insgesamt. Ziel der Landesregierung ist es, diese attraktiv zu gestalten und gleichwertige Lebensverhältnisse zu sichern“, so Keller weiter. „Es sind viele nachhaltige Ideen erforderlich, um die Herausforderungen der demografischen Entwicklung zu meistern und Lösungen gegen Leerstand, mangelnde Versorgungsmöglichkeiten oder fehlende soziale Infrastrukturen zu finden. Die vielen guten Konzepte, auch der anderen teilnehmenden Dörfer, stimmen mich deshalb hoffnungsvoll für die Zukunft des Zusammenlebens auf dem Land“, betonte die Ministerin abschließend.

Hintergrund
Voraussetzung für die Meldung zum Landeswettbewerb, der von der „Akademie Ländlicher Raum Thüringen“ organisiert und durchgeführt wurde, war die erfolgreiche Teilnahme am Regionalwettbewerb 2014. Insgesamt hatten sich 59 Dörfer beteiligt. 13 Dörfer wurden ausgewählt und als Regionalsieger benannt. Die Siegerehrung mit Schirmherr MP Bodo Ramelow im Landeswettbewerb findet am 19. September 2015 in Braunichswalde statt und wird von der „Akademie Ländlicher Raum Thüringen“ unterstützt. Die Sieger vertreten Thüringen im Bundeswettbewerb 2016.

Teilnehmende Dörfer in der 2. Runde des Wettbewerbs:

  • Wiebelsdorf Landkreis Greiz
  • Braunichswalde Landkreis Greiz
  • Korbußen Landkreis Greiz
  • Crawinkel Landkreis Gotha
  • Neubrunn Landkreis Schmalkalden-Meiningen
  • Behrungen Landkreis Schmalkalden-Meiningen
  • Hirschendorf Landkreis Hildburghausen
  • Herbsleben Unstrut-Hainich-Kreis
  • Obergebra Landkreis Nordhausen
  • Kaltohmfeld Landkreis Eichsfeld
  • Neckeroda Kreis Weimarer Land
  • Wintersdorf Landkreis Altenburg
  • Hainspitz Saale-Holzland-Kreis

Jury

  1. Heike Roos (Vorsitzende): seit 1992 selbstständige Landschaftsarchitektin bdla und Stadtplanerin DASL, Vizepräsidentin der Architektenkammer Thüringen; von 2004-2013 Mitglied der Jury im Europäischen Dorferneuerungspreis, seit 2006 Vorsitzende im Landeswettbewerb
  2. Karl-Heinz Bartl: seit 1999 Ingenieurbüro für Bauplanung und Umweltschutz (Rudolstadt), 2. Vizepräsident der Ingenieurkammer Thüringen
  3. Ulrich Hepping: von 1998-2009 Leiter des Amtes für Landentwicklung und Flurneuordnung in Gotha
  4. Claudia Look-Hirnschal: Redakteurin und Moderatorin beim MDR
  5. Stefanie Untermann: Abiturientin am Gymnasium Apolda, lebt in Herressen, 1-jähriger Auslandsaufenthalt vor 2 Jahren
  6. Thomas Walter: Leiter Referat Raumordnung und Landesplanung im TMIL
  7. Martin Weigand: Referent für Ländlicher Raum, Naturschutz, Landwirtschaft beim Gemeinde und Städtebund Thüringen.

Inhalt und Ziele – Wozu dient dieser Wettbewerb?
Der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) ausgeschriebene Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ soll die Menschen auf dem Lande motivieren, Zukunftsperspektiven für ihr Dorf zu entwickeln und aktiv an der wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Gestaltung ihres Dorfes mitzuwirken. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs steht das Engagement der Dorfgemeinschaft, im Zusammenwirken mit der für die Gesamtentwicklung verantwortlichen Gemeinde das Leben im Ort attraktiv zu entwickeln und somit die Dorfgemeinschaft zu festigen. Entscheidend für die Bewertung ist, wie sich das Dorf in den letzten Jahren entwickelt hat und wie die Dorfbewohner zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Bewertet wird die Dorfentwicklung insgesamt, d. h. was und wie Initiativen zur ganzheitlichen Entwicklung des Dorfes beigetragen haben. Nicht nur das äußere Erscheinungsbild des Dorfes ist ausschlaggebend, sondern die Aktivitäten der Menschen, ihre Heimat lebenswert zu machen. Berücksichtigt werden dabei die unterschiedliche Ausgangsbasis und demografische Entwicklung ebenso wie das Zusammenwirken mit anderen Ortsteilen sowie die interkommunale Kooperation.

veröffentlicht am 08.07.2015 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News

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