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Fachhochschule Erfurt belegt Spitzenplatz im Hochschulranking

Sechs Fragen an Prof. Michael Mann

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Erfreut über das gute Ergebnis: Prof. Michael Mann, Bild: FH Erfurt, Jens Hauspurg

Interview: Björn Radermacher

Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) hat im Mai dieses Jahres im ZEIT-Studienführer 2016/2017 die aktuellen Ergebnisse seines Hochschulrankings veröffentlicht. In der Fachrichtung Architektur ist die FH Erfurt neben der FH Aachen die einzige Fachhochschule in Deutschland, die in den vier Kriterien „Lehrangebot“, „Betreuung durch Lehrende“, „Abschluss in angemessener Zeit“ sowie „Studiensituation insgesamt“ jeweils zur Spitzengruppe gehört. Professor Michael Mann, Dekan der Fakultät Architektur und Stadtplanung, erklärt im Interview, was das Studium der Architektur an der FH Erfurt auszeichnet.

Herr Prof. Mann, das Hochschulranking beruht auf den Ergebnissen verschiedener Teiluntersuchungen. In ihnen werden zum einen objektive Fakten ermittelt, zum anderen Urteile durch die Studierenden und Professoren erhoben. Wie erklären Sie sich das sehr gute Ergebnis in dem einen wie dem anderen Bereich?
Prof. Michael Mann: Das gute Ergebnis hat uns wirklich sehr gefreut, wir hatten dies so nicht erwartet. Damit sind wir bereits zum dritten Mal in Folge im CHE-Hochschulranking in der Spitzengruppe vertreten und konnten das Ergebnis nochmals steigern. Nun zu Ihrer Frage: Die objektiven Fakten, wie beispielsweise die Ausstattung der Fakultät mit Arbeitsplätzen für Studierende oder die sehr guten Angebote im CAD-Bereich, spielen hier eine wichtige Rolle. Wesentlich für das Urteil wird aber der Bereich des Lehrkonzeptes sein. Die Professorinnen und Professoren arbeiten auf sehr direkter Weise mit den Studierenden zusammen. Wir haben zyklische Arbeitsphasen eingeführt mit einem Wechsel von Wissensvermittlung und projektbezogener Anwendung. Dieses didaktische Modell wird durch die Studierenden, aber auch durch die Professorinnen und Professoren honoriert.

Was zeichnet die Architekturausbildung an der FH Erfurt Ihrer Meinung nach vor allem aus? Gibt es einen Aspekt, der durch das Hochschulranking nicht abgebildet oder unzureichend gewürdigt wird?
Wir streben eine praxisnahe Ausbildung an, die sich an den Tätigkeitsmerkmalen in einem Architekturbüro orientiert. Dabei stehen die relevanten Themen der Nachhaltigkeit, des energieeffizienten Bauens und des Bauens im Bestand im Fokus. Grundsätzlich wollen wir uns aber auf keine Spezialisierung ausgewählter Bauaufgaben und Themen beschränken, sondern sehen alle relevanten Bauaufgaben in einem kulturell gesellschaftlichen Kontext. Die exemplarische Lösung durch die Projektarbeit ist ein weiterer Teil unseres didaktischen Modells. Ein Aspekt wurde im Hochschulranking nicht bewertet – nämlich unsere Feste, die ein gemeinschaftliches Ereignis darstellen. Dabei wäre das Abschlussfest vor Weihnachten am Ende der Weihnachtskompaktwoche sicher eine Bewertung wert.

Die Studierenden bewerten neben der IT-Infrastruktur mit 1,3 das Angebot an Exkursionen mit 1,2 am besten. Wohin gingen die jüngsten Exkursionen und welche Exkursion ist Ihnen am besten in Erinnerung geblieben?
Bereits im ersten Semester gibt es mehrere Tagesexkursionen bei denen beispielhafte Gebäude in der Region besucht werden. Jedes Jahr im Mai gibt es dann ein ausgeprägtes Exkursionsangebot, das zeitlich parallel durchgeführt wird. In diesem Jahr hatten wir Venedig, Kopenhagen, Tirol und Italien, Portugal, Tokio und Singapur im Angebot. Darüber hinaus gab es mehrere Exkursionen im deutschsprachigen Raum, die spezielle Themenschwerpunkte behandelten. Die Exkursion, die mir bisher am besten in Erinnerung geblieben ist, war eine Exkursion ins Tessin. Dort regnete es fünf Tage ohne Unterbrechung, was die direkte Betrachtung von gebauter Architektur zu einer besonderen Herausforderung machte.

Die Studierenden- wie auch die Absolventenzahlen in der Fachrichtung Architektur nehmen seit einigen Jahren deutschlandweit wieder zu. Wie wird diesem Umstand an der FH Erfurt Rechnung getragen?
Es ist richtig, das Studium der Architektur ist derzeit stärker nachgefragt. Entgegen diesem Trend reduzieren wir jedoch aktuell unsere Aufnahmekapazität. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Fachrichtung Architektur vier frei werdende Professorenstellen bis 2019 nicht wieder neu besetzen kann. Diese Streichung an Stellen war wegen notwendiger Einsparungen an der Hochschule unausweichlich. Wir bedauern dies sehr und müssen nun zukünftig mit weniger Personal die vielfältigen Aufgaben bewältigen. Wir werden also mit weniger Studierenden und weniger Professorinnen und Professoren unser Lehrangebot in hoffentlich gleicher Qualität weiterentwickeln.

Das CHE untersucht jedes Fach im Turnus von drei Jahren. Was sind Ihre Wünsche und Ziele für die Zukunft?
Wir werden alle Möglichkeiten nutzen, um unser Studienprofil und vor allem unser didaktisches Modell weiter zu entwickeln. Dabei stehen eher die kleinen Schritte einer weiteren Verbesserung von Studium und Lehre im Fokus. Nach der Umstellung auf das Bachelor-/Mastersystem, die uns viel Kraft gekostet hat, werden wir uns um die Detailausbildung kümmern. Parallel dazu wird der Generationswechsel unserer Professorenschaft in den nächsten Jahren anstehen. Hier wünsche ich mir die erfolgreiche Fortsetzung unseres kollegialen Teamgeistes.

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Vielen Dank.

Das CHE-Hochschulranking ist das umfassendste Hochschulranking im deutschsprachigen Raum: Über 300 Universitäten und Fachhochschulen mit mehr als 2700 Fachbereichen werden gegenseitig verglichen; die Bewertungen von rund 150.000 Studierenden und 9000 Professoren flossen diesmal ein. Die Ergebnisse sollen die Studienbedingungen der Hochschulen im deutschsprachigen Raum abbilden und den angehenden Studierenden ein Leitfaden für ihre Studienwahl sein. Das vollständige Hochschulranking ist im Internet unter www.ranking.zeit.de zu finden.

veröffentlicht am 23.08.2016 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News

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