Nachruf auf Dr.-Ing. Günter Andres, Ehrenpräsident der Architektenkammer Thüringen
1938 bis 2017
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Sein Temperament, seine Leidenschaft für die Schaffung freier Berufsausübung der Architekten in der Wendezeit hat uns nachhaltig beeindruckt. Er war der Gründer der Interessengemeinschaft Architektenkammer in Thüringen und bis 1998 der erste Präsident der 1991 gegründeten Thüringer Kammer.
Diese ersten Jahre waren geprägt von einer intensiven Aufbauarbeit, der sich Günter Andres mit dem ihm eigenen bedingungslosen Kampfgeist für die Belange der Architekten, frei von diplomatischem Kalkül, ohne Rücksicht auf sich selbst und mit visionärem Blick für das nun Notwendige verschrieb. Dafür gebührt ihm noch heute der Dank aller Architekten Thüringens.
Günter Andres wurde 1938 in Berlin geboren. 1956 bis 1962 studierte er an der Technischen Hochschule Dresden Architektur. 1970 promovierte er an der Hochschule für Architektur und Bauwesen in Weimar im Fachbereich Wohn- und Gesellschaftsbau.
Bis zur Wende war er anerkannter Architekt in hoher fachlicher Verantwortung im damaligen Wohnungsbaukombinat Erfurt. Mit dem Johannesplatz entstand bereits 1966 das erste große Wohngebiet in Plattenbauweise in klarem städtebaulichen Ansatz, verschieden konzipierten Wohnbauten, einer kleinen Fußgängerzone und zahlreichen Grünflächen. Es folgten Weiterentwicklungen der Wohnungsbau-Typenreihen, aber auch zahlreiche andere Projekte.
Ab 1990 arbeitete er als freier Architekt im eigenen Büro. In dieser Zeit plante er unter anderem viele Mehrfamilienhäuser sowie den Umbau und die Sanierung vieler denkmalgeschützter Gebäude wie zum Beispiel das Kinder- und Jugendtheater „Schotte“ in Erfurt.
In seinen letzten Lebensjahren war er vorwiegend als Künstler tätig. In mehreren Ausstellungen präsentierte er Architekturskizzen, Seidenmalereien und weitere künstlerische Arbeiten.
Am 12. Dezember 2017 starb er nach kurzer schwerer Krankheit. Wir werden ihn achtungsvoll und dankbar in Erinnerung behalten.
Architektenkammer Thüringen
Vorstand