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Neubau Kindergarten Blankenhain

Thüringer Büros erfolgreich

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1. Preis: Schettler & Partner PartGmbB, Weimar, mit plandrei Landschaftsarchitektur GmbH, Erfurt, Bild: Schettler & Partner / plandrei

Die Stadt Blankenhain lobte einen nichtoffenen Realisierungswettbewerb für den Neubau und die Freianlagen eines Kindergartens für 200 Kinder aus.

Im freiraumplanerischen Ideenteil sollte zudem der mit dem Neubau entstehende Eingriff in den Stadtpark gestalterisch und funktionell abgerundet werden.

Am Wettbewerb waren Architekt*innen und Landschaftsarchitekt*innen teilnahmeberechtigt. Als Preissumme standen 54.000 Euro (netto) zur Verfügung.

Das Preisgericht unter Vorsitz des Weimarer Architekten Andreas Reich zeichnete unter 15 zugelassenen Arbeiten den Entwurf von Schettler & Partner mit plandrei Landschaftsarchitektur mit dem ersten Preis aus. Dieser löse die Aufgabe sehr überzeugend und integriere den Kindergarten auf geschickte und angenehme Weise in den Park. „Dazu tragen neben der hervorragenden inneren Raumstruktur nicht zuletzt die leichten, mit Holz verkleideten Fassaden bei“, lautet es in der Beurteilung.

Ergebnis

1. Preis (21.600 Euro):

  • Schettler & Partner PartGmbB, Weimar
    plandrei Landschaftsarchitektur GmbH, Erfurt

zwei 3. Preise (je 10.800 Euro):

  • HI Bauprojekt GmbH, Jena
    Schley + Partner Landschaftsarchitektur Urbanistik, Erfurt
  • Osterwold°Schmidt EXP!ANDER Architekten BDA PartGmbB, Weimar
    atelier freiraum Garten Plätze Landschaft, Weimar

zwei Anerkennungen (je 5.400 Euro):

  • Naumann Wasserkampf Architekten PartG mbB, Weimar
    Station C23 Architekten und Landschaftsarchitekten PartG mbB, Leipzig
  • Worschech Architekten Planungsgesellschaft mbH, Erfurt
    RSP Freiraum GmbH, Dresden

Ausstellung

Die Ausstellung aller Arbeiten ist noch bis zum 17. Dezember 2021 im Schloss Blankenhain in der Marktstraße 2 zu sehen. Es gilt die 3G-Regelung und Maskenpflicht. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 15:00 bis 17:00 Uhr.

Beurteilung des Preisgerichts zum 1. Preis

„Mit der Platzierung eines einfachen, kompakten Baukörpers entlang der Christian Speck Straße wird der neue Kindergarten prägnant und dennoch unaufdringlich in Szene gesetzt. Die flache, fast quadratische Form des Gebäudes ermöglicht im Innenraum mit der Anordnung von zwei Lichthöfen und einem umlaufenden Erschließungsgang eine interessante Raumstruktur mit einer Vielzahl an Haupt- und Nebenräumen von hoher Aufenthaltsqualität. Bereits beim Betreten des Kindergartens wird der Blick durch die offene Gebäudestruktur über die innenliegenden Lichthöfe bis hinunter in das Parkgeschoss gelenkt. Dort finden die Krippenräume korrespondierend mit geschützten, leicht in das Gelände vertieften Außen- und Spielbereichen Platz. Sie werden über eine großzügige innenliegende Sitzstufenanlage erreicht. Ein daran anschließender, zentral gelegener Mehrzweckraum verbindet verschiedene Krippenbereiche und kann für gemeinsame Veranstaltungen sehr gut genutzt werden. Aus Sicht des Preisgerichts ist im Untergeschoss die Anordnung von einzelnen, ausschließlich zu Lichthöfen orientierten Gruppenräumen zu hinterfragen. Die Kindergartenräume sowie Versorgungs- und Verwaltungsbereiche sind funktional gut erreichbar im darüber liegenden Eingangsgeschoss angeordnet. Dieses erscheint auf der Straßenseite eingeschossig und ragt auf der Südseite als ein leichtes, schwebendes  Obergeschoss in den Park. Die klare Struktur der inneren räumlichen Anordnung ermöglicht eine gute Orientierung im Gebäude. Ein umlaufender, loggienähnlicher Balkon sichert die Rettungswege und ermöglicht einen direkten Zugang zum Park. An der südlichen Gebäudeecke erfährt der Balkon eine Aufweitung, aus der Ecke wird eine gerundete Ausbuchtung. Diese vermittelt formal den Übergang zum Park und integriert eine geschwungene Freitreppe. Die gerundeten Formen werden in der Freiflächengestaltung weiter aufgegriffen. Mit freigeformten, spielerisch anmutenden Elementen werden die neuen Außenflächen geschickt belebt. Die Topografie könnte dabei aus Sicht des Preisgerichts etwas naturnaher ausformuliert werden, um versiegelte Flächen und Mauern zu minimieren. Positiv ist zu erwähnen, dass Bestandsbäume des Parks weitgehend erhalten bleiben konnten. Ein ruhiger Zu- und Abfahrtsbereich oberhalb des Gebäudes entsteht als Zuwegung von der Straße durch eine leichte Verdrehung des Gebäudes zum Straßenverlauf. Hier entsteht auf  selbstverständliche Weise eine geschützte und sichere Ruhezone für Ankommende. Zu überdenken wäre die Andienung der Küche, da diese nicht direkt angefahren werden kann. Insgesamt wurde die Entwurfsaufgabe sehr überzeugend gelöst und der Kindergarten auf geschickte und angenehme Weise in den Park integriert. Dazu tragen neben der hervorragenden inneren Raumstruktur nicht zuletzt die leichten, mit Holz verkleideten Fassaden bei. Die Wirtschaftlichkeit wird anhand der Kennzahlen als gut bewertet.“

veröffentlicht am 13.12.2021 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News, Wettbewerbe nach RPW - Ergebnisse

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