Plus oder Minus? ... zur energetischen Sanierung von Bestandsgebäuden. Fluch oder Segen für den Gebäudeeigentümer?
Eine Veranstaltung der Reihe RAND-gespräche zur Architektur
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RAND 30: Dr. jur. Jan Halama | Erfurt
Dienstag, 04.11.2014, 19 Uhr
Bauhaus Salon, Steubenstr. 31, 99423 Weimar
Mit reißerischen Sprüchen wie „Dämmen lohnt sich" versucht die Dämmstoffindustrie ein komplexes Thema in der Öffentlichkeit sehr vereinfacht darzustellen. Dabei werden Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der Dämmmaßnahmen mit fadenscheinigen Behauptungen beiseite gewischt. Tatsache ist, dass durch Anschaffung, Verbau und Entsorgung der erforderlichen Baustoffe starke finanzielle Belastungen für die Immobilieneigentümer entstehen.
Am Beispiel von für Deutschland typischen Einfamilienhäusern wird gezeigt, ob und inwiefern Dämmmaßnahmen wirtschaftlich sein können. Nicht selten führen die innerhalb der Nutzungsdauer möglichen Energieeinsparungen dazu, dass sich die Dämmmaßnahmen für die Bewohner nicht lohnen. Darüber hinaus haben EnEV-konforme Dämmmaßnahmen und hochdichte Fensterkonstruktionen erhebliche Auswirkungen auf das bauphysikalische Gleichgewicht und das Aussehen von Bestandsgebäuden. Diese Auswirkungen müssen bereits im Vorfeld von energetischen Sanierungen berücksichtigt werden, um Schäden an der Bausubstanz, der Gesundheit der Bewohner, traurig und unproportional aussehende Stadträume sowie Konflikte zwischen Mieter und Vermieter zu vermeiden.
Jan Thomas Halama, geb. 1987 in Weimar. Nach dem Abitur Studium des Internationalen Wirtschaftsrechts an der Universität Erlangen-Nürnberg. 2013 Promotion zum Dr. jur. am Institut für Recht und Technik in Erlangen. Seit Ende 2013 Referent im Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Technologie.