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Preis für die beste Diplomarbeit

Wunderbare Absolventen auf dem Weg in unsere Büros

Am Nachmittag des 09.11.07 waren im Audimax der Weimarer Universitätsbibliothek 130 von 200 Studierenden, die in den Wochen zuvor ihre Prüfungen an der Fakultät Architektur der Bauhaus-Universität Weimar erfolgreich bestanden haben. Der Rektor der Universität, Prof. Gerd Zimmermann begrüßte seine „neuen Kollegen“, um sich zugleich von „seinen Absolventen“ zu verabschieden.

In seinem „Streiflicht auf die Architektur“ verwies er auf die Architektur, als die der Gesellschaft sichtbare Inszenierung künstlicher Welten und verdeutlichte damit auch die zukünftige Aufgabe der Absolventen, nämlich die Schaffung von architektonischen Bildern als Chiffren der Gesellschaft in einer Zeit, in der aus dem Bauhaus ein digitales Bauhaus entsteht. Der Dekan der Fakultät Architektur, Prof. Bernd Rudolf rekurrierte in seiner Rede auf den Begriff Schule als diskursive Denkart, die durch die schöpferische Unruhe der Schüler im Zusammenspiel mit ihren Lehrern erst zum Leben erweckt wird. Durch das künstlerisch technische Profil der Bauhaus-Uni als ein universeller Denkraum, sei jeder Student anders herausgekommen, als hineingegangen, rekapitulierte Rudolf seine Erfahrungen mit den Studenten, bevor er ihnen viel Glück in der folgenden Schule des Lebens wünschte. Die größte Gruppe unter den Abgängern des akademischen Jahres 06/07 waren die Diplomanden, doch auch fünf Bachelor, drei Master und zwei postgraduale Abschlüsse waren darunter.

Nach dem feierlichen Zeremoniell im Audimax ging es im Hauptgebäude der Uni weiter. Denn zudem sollten die dotierten Preise der Thüringer Architektenkammer an die besten Abschlussarbeiten des Jahres 2007 vergeben werden. Eine fünfköpfige Jury unter der Leitung von Gertrudis Peters, der Geschäftsführerin der Thüringer Architektenkammer, hat darüber beraten, welche der mit gut und sehr gut beurteilten 38 Arbeiten wohl die besten seien. Der emeritierte Professor Horst Hahn gab zunächst die Kriterien bekannt: neben Konzept, Kreativität, Innovation und Komplexität, waren es auch die Bearbeitungstiefe, Präsentation, Lesbarkeit und das Modell. Und auch wenn allen Arbeiten eine hohe Qualität zugesprochen wurde, eine Auswahl hatte die Jury dennoch getroffen.

Einen Anerkennungspreis erhielt Lina Müller für ihren Entwurf einer alternativen Kinderpsychiatrie, der ein phantastischer und spielerischer Umgang mit Farbe, Form und Raum und ein Feuerwerk an Phantasie bescheinigt wurde. Die zweite Anerkennung bekam Uwe Reder für das Modell der Umnützung der Barfüßerkirche Erfurt. Die Jury würdigte hier vor allem die Zusammenführung von klassischen Themen mit technisch-wissenschaftlichen Disziplinen.

Die besten drei Arbeiten wollte die Jury als gleichwertig verstanden sehen, weshalb sie keinen ersten, zweiten oder dritten Preis vergab. Prämiert wurde das Modell einer Bioehtanolfabrik in Aschersleben von Arno Schone. Eine eigenständige Entwurfshaltung mit Ecken und Kanten, aber einer starken Darstellungsform, sah die Jury in der Arbeit und würdigte den Mut zum Unangepassten. Prämiert wurde ebenso der Entwurf der Diözesanbibliothek samt Studienzentrum in Madrid von Gilta Koch, der eine subtile städtebauliche Qualität mit einem klaren atmosphärischen Raumgefüge und einer Überhöhung des Ortes bescheinigt wurde. Die dritte Prämierung ging an Anna Leipholz und Anne Krins für ihren Entwurf „Combrai-Canal de Saint Quentin“. Die Jury zeichnete einen sorgsamen Umgang mit dem Bestand und ein sinnvolles Besetzen einer städtebaulichen Lücke mit formaler Eigenständigkeit aus. Der auch anwesende Präsident der Thüringer Architektenkammer, Hartmut Strube, freute sich in seiner kurzen Laudatio auf die „wunderbaren Absolventen, die jetzt unsere eingefahrenen Büros aufrütteln und denen wir die Praxis vermitteln werden“.

Beitrag von Dipl. Kulturwiss. Yvonne Andrä, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Dekanat Architektur, Bauhaus-Universität Weimar

veröffentlicht am 20.12.2007 von Birgit Kohlhaas · Rubrik(en): Forschung und Lehre, News

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