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Sonderausstellung „Neue Lebenswelten – Die Gartenstadt in Deutschland“

Stiftung Deutsches Gartenbaumuseum Erfurt

Dr. Joachim Schaier
Deutsches Gartenbaumuseum
Gothaer Strasse 50
99094 Erfurt
Tel. 0361/223 99 14
Fax 0361/223 99 13
e-mail: schaier@gartenbaumuseum.de

Noch bis zum 30.12.2006 zeigt das Deutsche Gartenbaumuseum auf etwa 140 m² in der historischen Cyriaksburg von 1825 eine Sonderausstellung über die spannende Geschichte der Gartenstadt in Deutschland. Gezeigt werden u.a. zahlreiche Fotos, Stadtgrundrisse, Gartenpläne, historische Dokumente, Publikationen, Plakate und Architekturmodelle berühmter und weniger bekannter Beispiele aus Deutschland und Thüringen. Die Gartenstadt war ein neuartiges Konzept, das etwa von 1900 bis 1918 für den Bau neuer Städte entwickelt worden war. Es sollte die schlechten Wohnverhältnisse, wie sie in Industriestädten vor 1900 vielfach anzutreffen waren, künftig vermeiden helfen. Die Gartenstadt sollte dazu beitragen, die Lebensqualität der Einwohner zu heben. Dazu gehörten großzügige, fachmännisch geplante Grünflächen und private Hausgärten. Der Gartenarbeit kam hohe Bedeutung zu, denn der Garten diente der Erholung und Selbstversorgung mit Obst und Gemüse. Der Gartenstadt, mit der eine umfassende Lebensreform einherging, hatten sich Mitglieder aus der Mitte der Gesellschaft verschrieben. Das Konzept der „Gartenstadt“ entstand um 1900 in England. Ebenezer Howard und Raymond Unwin waren prominente Verfechter und Impulsgeber für die „Gartenstadtbewegung“. Sie waren es auch, die erste Modellstädte in England planten und bauten. Diese Vertreter eines neuartigen Städtebaus werden in der Sonderausstellung mit wichtigen Projekten vorgestellt. Von England aus gelangte die Gartenstadt – Idee in viele europäische Staaten, so auch nach Deutschland. Dort wurde 1902 die „Deutsche Gartenstadt Gesellschaft“ gegründet. Ihre Mitglieder gaben sich 1906, also vor 100 Jahren, eine überarbeitete Satzung. Das Typische einer Gartenstadt bestand darin, dass auf genossenschaftlich organisierter Basis Land gekauft wurde, um darauf eine durchgeplante Stadt zu errichten, die sich funktional selbständig erhalten konnte. Es gab Areale, in denen Wohnhäuser standen, eine Gewerbe- und Fabrikzone und am Stadtrand landwirtschaftlich genutzte Flächen. Naturnahes, gesundes Wohnen und Arbeiten waren wichtige Ziele. Und dieses Themenfeld ist heute noch aktuell. Das Wohnen im Grünen mit Familie in Stadtnähe hat nach wie vor hohen Stellenwert: Erholung bei der Gartenarbeit als Ausgleich zur bisweilen stressigen Arbeitswelt. Die anspruchsvolle Gestaltung von Freiflächen und Gärten wirkt sich auf das Wohlbefinden positiv aus. Auch der ökologische Nutzen einer durchgrünten Stadt liegt auf der Hand. Neben den historischen Beispielen in England zeigt die Sonderausstellung Gartenstädte in Deutschland, die teilweise Architekturgeschichte geschrieben haben wie Dresden - Hellerau und die Margarethenhöhe Essen. Aus Thüringen werden Gartenstädte aus Weimar, Gotha und Jena vorgestellt. Ein abwechselungsreiches Rahmenprogramm mit Workshops, Vorträgen und einer Exkursion bietet zusätzliche Informationen und Erlebnisse an. Deutsches Gartenbaumuseum (Cyriaksburg), Gothaer Straße 50, 99094 Erfurt, DI bis SO, 10 – 18 Uhr.

veröffentlicht am 27.04.2006 von Susann Weber · Rubrik(en): News

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