Stadtumbau Ost in Halle greift
Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
"Die Bundesregierung kümmert sich intensiv um das Anlaufen des neuen
Programms Stadtumbau Ost in den neuen Ländern. Deshalb kommt das neue
Programm immer besser in Gang. Davon habe ich mich in Halle überzeugen
können", erklärte der Bundesminister für Verkehr, Bau- und
Wohnungswesen Dr. Manfred Stolpe am Donnerstag bei seinem Besuch in
der Stadt an der Saale. Nach Berlin sei Halle die Stadt mit den
größten Plattenbausiedlungen. Halle-Neustadt habe mit über 40.000
Wohnungen die drittgrößte Großwohnsiedlung, und Halle-Südstadt/Silberhöhe sei mit rund 26.000 Wohnungen die sechstgrößte Großwohnsiedlung der neuen Länder. Bei der neuen Aufgabe Stadtumbau zähle Halle deshalb zu den am meisten geforderten Städten.
Stolpe gratulierte der Hallenser Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler
zum Vorgehen beim Stadtumbau. Mit dem Rückbau von bereits über 900
Wohnungen, der sich vor allem auf die Großwohnsiedlung Silberhöhe
konzentriere, habe Halle begonnen, den Leerstand von Wohnungen
abzubauen und damit den Wohnungsmarkt zu stabilisieren. Zum Rückbau
kämen in Silberhöhe Aufwertungsmaßnahmen hinzu. Beides habe die
Anpassung der Plattenbausiedlung an die heutigen Bedürfnisse zum Ziel
und verbessere die Wohnverhältnisse. Lobenswert sei, dass der Rückbau
mit einer massiven Aufwertung der Innenstadt einhergehe. "Das
entspricht genau unseren Vorstellungen vom Stadtumbau und wird
gewährleisten, dass Halle auch künftig zu den wichtigsten und
bekanntesten Städten in den neuen Ländern gehört und ein attraktiver
Industriestandort bleibt. Auf diese Weise wird Halle zugleich in die
Lage versetzt, einen im wahrsten Sinne ansehnlichen Beitrag zur
Aufnahme von Gästen aus aller Welt zu leisten, wenn im Jahr 2012 die
Olympischen Spiele in Leipzig stattfinden", betonte der Minister.
Stolpe fügte hinzu, die Bundesregierung scheue keine Mühe,
Anlaufschwierigkeiten beim Stadtumbau Ost Schritt für Schritt
abzubauen. Allein in dieser Woche befassten sich zwei wichtige
Veranstaltungen in Berlin mit dem Stadtumbau. Am 1. Juli habe im
Bundesbauministerium ein Workshop stattgefunden, auf dem die
Ergebnisse einer intensiven Auswertung von Stadtentwicklungskonzepten
diskutiert wurden. Der Bund habe die über 270
Stadtentwicklungskonzepte wissenschaftlich auswerten lassen, welche
die Kommunen im vergangenen Jahr beim Wettbewerb zum Stadtumbau Ost
erarbeitet hätten. Ziel der Auswertung sei es, die unterschiedlichen
Probleme aufzuzeigen und vorbildliche Lösungen dafür herauszuarbeiten.
Im Herbst werde der Bund einen Fachkongress durchführen, auf dem diese
Lösungen vorgestellt werden. An diesem Donnerstag befasse sich der
Deutsche Bundestag mit dem Stadtumbau Ost. Dabei gehe es vor allem um
die Verbesserungen, welche die Verwaltungsvereinbarung 2003 und -
hinsichtlich der Kassenmittel - der Bundeshaushaltsplan 2004 bringen.
Der Minister erklärte, dass er sich mit diesen Verbesserungen noch
nicht zufrieden gebe. "Wir werden auch weiterhin sorgfältig
beobachten, ob es Hemmnisse gibt. In den nächsten Tagen will ich mir
selbst ein Bild vom Stand des Stadtumbaus Ost machen. Mein heutiger
Aufenthalt in Halle ist Auftakt für den Besuch mehrerer Städte." In
den kommenden drei Wochen werde er Döbeln und Zwickau in Sachsen,
Guben in Brandenburg, Wismar in Mecklenburg-Vorpommern und
Süd-Thüringen besuchen. "Ich bin gespannt, ob der Stadtumbau anderswo
auch schon so gut gelingt wie hier in Halle an der Saale", meinte
Stolpe erwartungsvoll.