„Wo die Kunst entstand. Die Atelierbauten der Weimarer Kunstschule“
Einladung zur Buchpräsentation am 4. Dezember 2014
Am 4. Dezember 2014 findet um 18 Uhr die Präsentation des Buchbandes „Wo die Kunst entstand. Die Atelierbauten der Weimarer Kunstschule“ im Bauhaus.Atelier der Bauhaus-Universität statt (Geschwister-Scholl-Straße 6a, 99423 Weimar).
Bei der Vorstellung des 224-Seiten-starken Katalogs zur Geschichte des Prellerhauses und des Brendel'schen Ateliers - zwei der ältesten Atelierhäuser in Weimar - werden die Herausgeber Dr. Heidemarie Schirmer und Klaus Aschenbach sowie die Verlegerin Dr. Bettina Preiß anwesend sein.
Der Bauhaus-Universitätsverlag und der VDG Weimar laden herzlich ein.
Zum Buch:
Klaus Aschenbach, Heidemarie Schirmer (Hrsg.)
WO DIE KUNST ENTSTAND
Die Atelierbauten der Weimarer Kunstschule
BAUHAUS-Universitätsverlag, 2014, 224 Seiten,
48 Euro, ISBN 978-3-95773-159-3
Seit Jahren widmet die Bauhaus-Universität Weimar ihren Weltkulturerbe-Bauten jeweils nach der erfolgreichen Sanierung eine Gebäudemonografie in Buchform (Van de Veldes Kunstschulbau 2002, Kunstgewerbeschule 2011). Nur die ältesten historischen Häuser auf dem ehem. Hinterhof, Prellerhaus und Glashaus, fehlten bisher in dieser Sammlung.
Mit der Sanierung, dem Umbau und Rückbau des Atelierhauses 2007/2008 und des gläsernen Pleinair-Ateliers 2009/2011 sind die Wurzeln des Instituts freigelegt und in ein neues Licht gesetzt worden. Die vormals grauen „Malkästen“ bilden nun Auftakt und Teil des Rahmens einer neuen Plaza auf dem südlichen Erweiterungsfeld des Campus. Im vorliegenden Buch werden die Lebensabschnitte und Bauprozesse der Atelierbauten veranschaulicht und letzte Geheimnisse gelüftet.
Das Glashaus wurde 1885 durch Kunstschuldirektor Albert Brendel als Funktionsauslagerung errichtet, speziell für die Aufgaben der Tiermalerei, die vorher unter ungünstigeren Bedingungen im Erdgeschoss des Prellerhauses untergebracht war. Henry van de Velde erweiterte 1902 nach seiner Ankunft in Weimar in einer ersten Gestaltungstat das Obergeschoss des Prellerhauses durch raumhohe Korbbögen für sein Kunstgewerbliches Seminar.
Mit Gründung des Bauhauses 1919 wurde das Glashaus als Speiseanstalt umgebaut. Kaum zwei Jahre nach seiner Vertreibung aus Weimar entstand 1926 in Dessau ein neues Prellerhaus als Internatstrakt des Bauhausgebäudes. In den neuen Wohnateliers manifestiert sich nachhaltig die soziale und künstlerische Erfahrung aus Weimar.
Eine ähnliche Nachhaltigkeit demonstrieren in Weimar seit 2001 die benachbarten Neubauten der Werkstatt- und Studienhäuser von AV1 und weitere Gebäude der Kreativwirtschaft, für deren Typologie das Prellerhaus eine Art historische Blaupause darstellt.
Beginnend mit der Weimarer Malerschule und dem frühen Bauhaus werden durch die Atelierbauten über 130 Jahre Nutzung und Entwicklung lebendig. Bisher ungekannte Einblicke so wie kunst- und kulturgeschichtliche Entdeckungen tun sich auf.