Zum Seiteninhalt Logo der Architektenkammer Thüringen

Zentrum für Medienkultur in Erfurt

Konzepte von Studierenden der Architektur an der FH Erfurt für einen Lückenschluss am Juri-Gagarin-Ring

2 Bilder vergrößern
Zentrum für Medienkultur in Erfurt: Visualisierung Außenansicht von Reinhold Wust, Bild: Reinhold Wust

Text: Prof. Joachim Deckert

Wo einst ein Hotel stand, klafft am Juri-Gagarin-Ring seit den 1990-er Jahren zwischen Thüringenhaus und der privaten FH (IUBH) hinter einem Bretterzaun eine ansehnliche Lücke. Aus einem Architektenwettbewerb ging ein Hotelkonzept hervor, das  nie realisiert wurde. Jetzt widmeten sich fünf Studierende der Architektur an der Fachhochschule Erfurt in ihrer Masterthesis dem Areal. Unter dem Thema „Medienkultur-Zentrum“ wurden verschiedene Ansätze verfolgt, die die kulturelle Landschaft der Medienstadt Erfurt durchaus bereichern und einen städtebaulichen Missstand beheben könnten.

Es nimmt nicht Wunder, dass an diesem Anfang (oder Ende) des Gagarin-Rings, der Straße der Kosmonauten, an der sich die DDR mit einer Reihe Hochhäusern als fortschrittlich feierte, auch die studentischen Konzepte sich in die Höhe entwickelten. Die von den Professorinnen und Professoren als beste Arbeit bewertete stammt von Reinhold Wust, der auch die Anregung zum Thema gab. „Center of Augmented Arts“ heißt das Konzept. Wust entwickelte einen 50 Meter hohen Turm als Auftakt des Gagarin-Rings. Diesem allerdings wird im unteren Bereich ein Querriegel eingeschoben, der weit auskragt und damit einen überdachten Vor- und Eingangsplatz schafft. Der Querriegel begleitet die Kurve der Straße und nimmt die Höhen der umgebenden Bebauung auf. Er setzt damit einen neuen Identifikationspunkt und zeigt mit einer intelligenten Fassade das innere Geschehen nach außen. Der Hauptraum im auskragenden schwarzen Quader zeichnet sich durch ein programmierbares System von hydraulischen Hebebühnen aus, wodurch sich der Raum auf Knopfdruck verändern lässt: vom Amphitheater zum Frontaltheater, vom Ausstellungsraum zur bewegten Landschaft. Das gleiche System ist für die Decke vorgesehen und ermöglicht eine große Gestaltungsfreiheit, die auch von den Besuchern zu steuern sein soll.

Quer zum auskragenden Riegel ist in die großzügige Grünfläche eine Fußgängerachse eingeschnitten, die unter der Stadtmauer hindurch den Ring mit dem Flutgraben verbindet und das Ufer auf einer breiten Fluss-Terrasse erlebbar macht.

Prof. Joachim Deckert ist Professor für Entwerfen, Gestaltungslehre und Darstellungslehre sowie Öffentlichkeitsbeauftragter an der Fakultät Architektur und Stadtplanung der Fachhochschule Erfurt.

veröffentlicht am 29.02.2016 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News

Diese Seite teilen

Die AKT in den sozialen Netzwerken