Auswertung Büroumfrage Mai 2004
Konjunkturumfrage
Die Architektenkammer Thüringen führt jährlich bei den Architekturbüros aller Fachrichtungen im Freistaat eine Umfrage zur aktuellen wirtschaftlichen und strukturellen Situation durch.
Die allgemeine wirtschaftliche Lage in den Büros bezeichnen insgesamt rund 62,5% (59% Frühjahr 2003) als überwiegend "sehr gut" bis "befriedigend", 37,5% (41% Frühjahr 2003) betrachten die konjunkturelle Situation als "schlecht" bis "sehr schlecht", was eine etwas verbesserte Tendenz darstellt.
Der Zeitraum der vertraglich abgesicherten Auftragsbestände der Büros ist derzeit mit durchschnittlich 4,9 Monaten größer als im Frühjahr 2003, als dieser 4,3 Monate betrug.
Der Trend aus den Vorjahren, wonach sich die Zahlungsmoral der öffentlichen Hand verschlechtert hatte, konnten die Zahlen in diesem Jahr nicht belegen. 2003 bezeichneten nur noch 30% der Befragten die Zahlungsmoral bei Bund und Land mit "gut". Dem gegenüber steht nunmehr nach den uns vorliegenden Angaben eine positive Meinung bei 53% der Befragten. Bei den Kommunen und Landkreisen, die von 49% im Vorjahr eine gute Einschätzung erhielten, ging das Urteil 2004 auf das Prädikat "befriedigend" über, nur noch 29% hielten die Zahlungsmoral bei diesen Auftraggebern für "gut".
Die prozentuale Beurteilung für eine schlechte Zahlungsmoral wich zur vorherigen Umfrage etwas ab, mit jeweils 18% (Vorjahr 26%) bei Bund und Land sowie 22% (Vorjahr 12%) bei den Kommunen und Landkreisen spiegelt sich hier die finanzielle Situation auf regionaler Ebene wider .
40% der Büros beurteilten die Zahlungsmoral der privaten Auftraggeber, wie im Vorjahr, mit "gut", 49% hielten diese für "befriedigend". Das waren 7% mehr als in der vorangegangenen Umfrage ablesbar, wogegen immer noch 11% ein schlechtes Urteil abgaben.
Das Auftragsvolumen der befragten Büros verteilte sich 2004 auf öffentliche Auftraggeber zu 46%, was eine Abnahme um 3% zum Frühjahr 2003 und zu Gunsten des privaten Baugeschehens darstellt.
Erstmals wurde mit dieser Umfrage begonnen, Angaben zur Kostenstruktur der Architekturbüros zu sammeln.
Dabei ergab sich ein kalkulatorischer mittlerer Stundensatz pro Büro von 46 .
Der Anteil der Personalkosten in den Architekturbüros betrug 2003 51%, die Raumkosten umfassten 15% und der Rest gliederte sich auf Sach- und Sonstige Kosten auf.
Nur 20% der Befragten gaben an, derzeit keine außerhalb der Zahlungsfrist befindlichen Honoraraußenstände zu haben. Genauso groß ist die Anzahl der Büros, wo das Volumen zwischen 5 und 10% der gesamten Honorarforderungen beträgt, 13% haben mehr als 25% offene Forderungen an ihre Auftraggeber, was mit Sicherheit eine akute Existenzgefährdung darstellt, wenn dieser Anteil sich als uneinbringbar erweist. Das unterstreicht die Höhe der Forderungsausfälle in den letzten 3 Jahren, die durchschnittlich 23000 betrug.
Aufgestellt 12.5.04: Astrid Oestereich