Zum Seiteninhalt Logo der Architektenkammer Thüringen

BDA-Ehrenmitgliedschaft an Kisho Kurokawa

Ehrung für japanischen Meisterarchitekten

Am Dienstag, den 5. April 2005, verleiht Kaspar Kraemer, Präsident des Bundes Deutscher Architekten BDA, dem japanischen Architekten Kisho Kurokawa die Ehrenmitgliedschaft des wichtigsten deutschen Architektenverbandes. Der BDA würdigt damit das außergewöhnliche architektonische, architekturtheoretische und philosophische Werk des 71jährigen Baumeisters.

Kisho Kurokawa, 1934 in Nagoya geboren, gehört zu den bedeutendsten und bekanntesten japanischen Architekten unserer Zeit. Mit bemerkenswerter Konsequenz hat er im Laufe seiner fast 50jährigen Arbeit seine baukünstlerischen Bemühungen um den Raum mit architekturtheoretischen Überlegungen verknüpft. Kurokawa galt bereits als Gründungsmitglied der legendären Metabolistengruppe (1960) als große Hoffnung. Als einer von wenigen der damaligen Utopisten realisierte er in den frühen 1970er Jahren in Ansätzen Konzepte von Megastrukturen und Kapselbauten (ein bekanntes Beispiel ist der Nagakin Capsule Tower in Tokio, 1972). Zugleich entwickelte Kurokawa ein transitorisches Architekturkonzept, das das tradierte japanische Motiv einer architektonischen baulichen Verschmelzung von Innen und Außen für die Architektur der Moderne nutzbar gemacht hat. Beispielhaft gelungen ist Kurokawa die Anverwandlung traditioneller Bauformen beim Hiroshima City Museum of Contemporary Art, das 1984 und 1988 entstand, und beim Wayakama Museum of Modern Art, das 1994 fertiggestellt wurde.

Doch versteht Kurokawa sich zuerst als Philosoph - in mehr als 30 Veröffentlichungen entwickelte er seine Architekturtheorie der "Symbiosis", in der er das japanische Denken in vermeintlichen Widersprüchen unter dem Eindruck neuer physikalischer und biologischer Erkenntnisse zu einer umfassenden Kulturtheorie ausweitet.

Dieses theoretisch-philosophische Denken hat Kurokawa unlängst besonders eindrucksvoll beim Bau des Kuala Lumpur International Airport (1999-2002) in die Architektur übertragen. Weitere Projekte - das National Arts Museum in Tokyo, ein Hochhauskomplex in Singapur und eine Stadt mit 150.000 Einwohnern - sind in Planung und dokumentieren sein unermüdliches Schaffen und Denken.

Kisho Kurokawa hält im Anschluß an die feierliche Verleihung um 20 Uhr im Casino-Gebäude der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main einen Vortrag. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Reihe "Große Architekten" des Deutschen Architektur Museums (DAM) statt.

veröffentlicht am 06.04.2005 von Birgit Kohlhaas · Rubrik(en): News

Diese Seite teilen

Die AKT in den sozialen Netzwerken