Bund: 160 Mill. Euro mehr für Gebäudebestand
Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen Pressemitteilung Nr. 145/03 6. Mai 2003
Informationen und Programmdetails erhalten sie zum Ortstarif unter der
Telefonnummer 01801/33 55 77 (Informationszentrum) oder im Internet
unter www.kfw.de
Berechnung der Energieverbrauchszahl von Wohngebäuden auch unter dem
im Auftrag der KfW entwickelten Internetberater www.co2online.de
Die Bundesregierung stellt zusätzlich 160 Millionen Euro jährlich für
Klimaschutz-maßnahmen im Gebäudebereich bereit. Damit werden die
Fördermöglichkeiten in diesem Bereich erheblich erweitert. Unter
anderem wird die Förderung der erneuerbaren Energien ausgebaut und der
Austausch von Kohle-, Öl- und Gasöfen künftig als Einzelmaßnahme
gefördert. Die Gelder werden von der KfW vergeben. Der Vertrag
zwischen der Bundesregierung und der KfW wurde heute unterzeichnet.
Die Bundesregierung stellt seit 2001 im Rahmen ihres
Klimaschutzprogramms insgesamt 1 Milliarde Euro Haushaltsmittel bis
2005 für Klimaschutzmaßnahmen im Wohngebäudebestand bereit. Mit diesen
Mitteln bietet die KfW über das CO2-Gebäudesanierungsprogramm
langfristige, zinsgünstige Darlehen für Investitionen zur
CO2-Minderung und zur Energieeinsparung in Wohngebäuden an. Bisher
konnten mehr als 27.000 Kredite mit einem Volumen von über 1,4
Milliarden Euro vergeben werden. Aus dem Aufkommen der Ökosteuer
werden nun zusätzlich 160 Millionen Euro jährlich bereitgestellt,
damit stehen bis 2005 pro Jahr 360 Millionen Euro zur Verfügung.
Bundesbauminister Dr. Manfred Stolpe: "Ein wesentliches Element der
neuen Fördermöglichkeiten - die Erreichung des
Niedrigenergiehausniveaus im Bestand - wird nachhaltige und
zielgerichtete Sanierungen des Altbaubestandes in Gang bringen. Unser
Ziel ist es, dass diese Gebäude zukünftig nicht mehr Energie
verbrauchen als moderne Neubauten. Darüber hinaus setzen wir neue
Akzente für den Austausch veralteter Heizungen, die Ausstattung von
Altbauten mit modernen Heizsystemen zur Nutzung erneuerbarer
Energiequellen und für ökologisch sehr anspruchsvolle Neubauten."
Bundesumweltminister Jürgen Trittin: "Im Gebäudebereich gibt es ein
großes Potenzial für die Minderung der CO2-Emissionen. Mit den neuen
Fördermöglichkeiten wird der Klimaschutz in diesem Bereich erheblich
verbessert. Das Gebäudesanierungsprogramm dient nicht nur dem Klima,
sondern schafft und sichert dauerhaft auch Arbeitsplätze im Baugewerbe
und Handwerk. Klimaschutz wird immer mehr zu einer Jobmaschine. Mit
der Bereitstellung von Mitteln aus dem Aufkommen der Ökosteuer geben
wir das Geld an die Bürgerinnen und Bürger zurück. Damit kann jede und
jeder spüren, dass Energiesparen auch dem eigenen Portemonnaie zugute
kommt."
KfW-Vorstandsmitglied Ingrid Matthäus-Maier: "Mit der Ausweitung des
CO2-Gebäudesanierungsprogramms können wir jetzt noch intensiver als
bisher fördern - und so einen wichtigen Beitrag leisten, den
CO2-Ausstoß in Deutschland nachhaltig zu reduzieren und außerdem
spürbare Impulse für den Arbeitsmarkt zu geben. Ab sofort können
Modernisierer ihre Anträge über die jeweilige Hausbank an uns
stellen."
Die Ausweitung des Programms umfasst folgende Förderkomponenten:
- Bei der energetischen Sanierung von vor 1979 errichteten
Wohngebäuden, die das Ziel hat, denselben zulässigen
Primärenergiebedarf wie bei Neubauten nach der
Energieeinsparverordnung zu erreichen, kann künftig eine Teilschuld in
Höhe von 20 Prozent der Darlehenssumme erlassen werden.
- Der Austausch von Heizungen (Gas-, Öl- und Kohleeinzelöfen,
Kohlezentralheizungen sowie Nachtspeicherheizungen) und der Ersatz von
alten Standardkesseln durch Brennwertkessel in Kombination mit
Solarkollektoranlagen werden als Einzelmaßnahme gefördert.
- Die Errichtung oder der Ersterwerb von KfW-Energiesparhäusern
40 (d. h. Jahresprimärenergiebedarf nicht mehr als 40 kWh/m2)
einschließlich Passivhäusern wird gefördert (Energiesparhaus 60 wird
weiterhin im KfW-Programm zur CO2-Minderung gefördert).
- Verbesserte Förderung (im Maßnahmenpaket 4) für Maßnahmen,
die eine jährliche CO2-Einsparung zwischen 30 und 35 kg/m² bzw.
zwischen 35 und 40 kg/m² Gebäudenutzfläche erbringen.
Interessenten können ihre Anträge für das Programm ab sofort bei ihrer
Hausbank stellen.