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Ein Blick hinter die Kulissen der Thüringer Staatskanzlei

Kammergruppe Erfurt lud zur Fachführung durch das historische Barockpalais

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Blick hinter die Kulissen der Thüringer Staatskanzlei, Bild: Franziska Zeising

Am 30. September 2026 lud die Kammergruppe Erfurt zur Besichtigung der Thüringer Staatskanzlei mit fachkundiger Führung ein. 45 Gäste aus mehreren Kammergruppen folgten der Einladung und erhielten dabei interessante Einblicke in die Geschichte des historischen Gebäudes und in die laufenden Sanierungs- und Umgestaltungsarbeiten (ARGE Kummer.Lubk.Partner Architekten Ingenieure Generalplaner + HOFFMANN. SEIFERT. PARTNER architekten ingenieure, Erfurt).

Der Rundgang begann am Hauptportal in der Regierungsstraße. Architekt Markus Sabel (Kummer.Lubk.Partner) und Restaurator Ludwig Volkmann gaben zunächst eine Einführung in die Baugeschichte und die aktuellen Maßnahmen. Anschließend führte der Rundgang über die neu gestaltete Hofanlage in den Barocksaal im Südflügel. Dort konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die repräsentativen Räume der barocken, dreigeschossigen Vierflügelanlage kennenlernen, die derzeit umfassend modernisiert werden.

Die Kurmainzische Statthalterei entstand zwischen 1711 und 1720 im Auftrag des Mainzer Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn. Der Architekt Maximilian von Welsch fasste dafür mehrere ältere Renaissance-Bürgerhäuser – darunter „Zum stolzen Knecht“, „Zum güldenen Rost“ und „Zur güldenen Flechte“ – hinter einer repräsentativen barocken Fassade zusammen. Bis 1802 diente das Palais als Regierungs- und Wohnsitz der Mainzer Statthalter, die von hier aus Erfurt verwalteten.

Auch in der weiteren Geschichte spielte das Gebäude eine bedeutende Rolle. Nach der Säkularisation fiel es zunächst an Preußen, bevor Napoleon Bonaparte Erfurt 1807 zur kaiserlichen Domäne erklärte. Während des Erfurter Fürstenkongresses 1808 nutzte Napoleon das Barockpalais als Residenz. Am 2. Oktober 1808 empfing er hier Johann Wolfgang von Goethe zu der später legendär gewordenen Audienz. Nach dem Wiener Kongress 1815 ging das Gebäude wieder an Preußen und wurde Sitz der Bezirksregierung.

Auch nach dem Zweiten Weltkrieg und während der DDR-Zeit blieb der Gebäudekomplex ein bedeutender regionaler Verwaltungssitz. Nach umfassenden Sanierungsarbeiten 1994/1995 schließt sich heute der Kreis zur Politik: Die historische Anlage beherbergt die Thüringer Staatskanzlei und ist offizieller Amtssitz des Thüringer Ministerpräsidenten.

Die Führung endete im neugestalteten Innenhof mit der Erläuterung zum Gestaltungskonzept.

Die Sanierung der Staatskanzlei läuft bereits seit 2017 und befindet sich derzeit im dritten Bauabschnitt. Die Fertigstellung der Gesamtmaßnahme ist für 2027 vorgesehen.

Die Kammergruppe Erfurt bedankt sich bei allen Beteiligten für die fachkundigen Einblicke und den interessanten Rundgang durch eines der bedeutendsten historischen Regierungsgebäude Thüringens.

veröffentlicht am 04.10.2026 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News, Kammergruppen, Kammergruppe Erfurt

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