Ergebnis: Wettbewerb Trommsdorffstraße, Erfurt
Auslober:
Landeshauptstadt Erfurt und
Gemeinnütziges Siedlungswerk GmbH Frankfurt am Main,
Geschäftsstelle Erfurt
Wettbewerb: Neubebauung Trommsdorffstraße 29-31 in Erfurt
Niederschrift über Preisgericht 09. Januar 2003 in Erfurt.
Fachpreisrichter:
Architektin Dr. Anke Schettler, Weimar (Vorsitzende)
Architekt Wolfgang Lukassek, Erfurt
Rainer Wiesmaier, Baudezernent Erfurt
Holger Hille, Amtsleiter Stadtplanungsamt
stellvertretender Fachpreisrichter:
Architekt Klaus Reich, Weimar
Wettbewerbsarbeit 106
1. Preis Architekturbüro Dr. Worschech & Partner, Erfurt
Die Wettbewerbsarbeit stellt einen angemessenen, sensiblen und vor allem maß-stäblichen Beitrag für die Bebauung des Grundstücks an der Trommsdorffstraße dar.
Mit dem Gebäude wird das städtebauliche heterogene Umfeld geordnet und im Sin-ne der Urbanität weiter verdichtet, wobei die Klosteranlage im höchsten Maße res-pektiert wird. Dies zeigt sich in der Entscheidung, die Gasse entlang der Klostermau-er nicht zu bebauen und Durchblicke durch das Gebäude auf die Klostermauer zu ermöglichen. Von besonderer Attraktivität und hoher Funktionalität ist der Zugang zur Bildungsstätte.
Das Gebäude folgt der geschwungenen Baulinie entlang der Trommsdorffstraße und erhält dadurch eine besondere Eleganz.
Überzeugend ist die Effizienz des Erschließungssystems. Alle Erschließungselemen-te sind konsequent entlang der Trommsdorffstraße angeordnet.
Die über drei Etagen angeordneten Verkaufsflächen zeichnen sich durch hohe innen-räumliche Qualitäten aus. Die Wohnungen überzeugen durch Individualität und effi-ziente Grundrisse. Die Wohnräume sind richtig zur ruhigen Klosterseite und Südwes-ten orientiert.
Das Preisgericht kann dem Verfasser in der Beurteilung der Qualitäten des zweige-schossigen Laubengangs entlang der Trommsdorffstraße folgen. Dieser stellt die einzige gemeinschaftlich nutzbare Fläche dar, die wesentlich zur hohen Wohnqualität im Gebäude beiträgt. Trotzdem bleiben berechtigte Bedenken hinsichtlich der Detail-lierung und Materialisierung der Außenhaut dieser sogenannten „straßenseitigen Darre“. Das Preisgericht empfiehlt, die Gliederung dieser Außenhaut entsprechend der dahinterliegenden Gebäudewand zu prüfen.
In diesem Zusammenhang ist auch der zweite Rettungsweg aus jeder Nutzungsein-heit über den Laubengang zu überdenken.
Die Klarheit des Entwurfs zeigt sich auch in seiner konstruktiven Durchbildung, dies lässt eine wirtschaftliche Gesamtlösung erwarten. Besonders hervorzuheben ist die hohe Ausnutzung zur Verfügung stehender Flächen, ein Resultat des äußerst effekti-ven Erschließungssystems.
Insgesamt handelt es sich um einen Wettbewerbsbeitrag, der mit hoher Sensibilität auf die Anforderungen des Ortes und die Forderung des Bauherrn eingeht.
Die Architekturhaltung lässt auch für eine weitere Durcharbeitung eine hohe Qualität erwarten.
Das Preisgericht empfiehlt dem Auslober durch Mehrheitsbeschluss die Arbeit mit dem 1. Rang mit der weiteren Bearbeitung zu beauftragen.
Arbeit 103 - zweiter Preis Architekturbüro Gruber & Bollwahn, Erfurt
Arbeit 102 - dritter Preis Werner Glasebach, Erfurt
Arbeit 105 - dritter Preis Architekturbüro Erfurt & Partner, Erfurt