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Exkursion nach Wittenberg und Dessau-Wörlitz

Rückblick der Kammergruppe Eichsfeld Unstrut Hainich

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Blick auf Wittenberg von der Stadtkirche St. Marien, Bild: Rainer Beykirch

Die Jahresexkursion unserer Kammergruppe hat sich inzwischen zu einer festen Größe etabliert. Jedes Jahr für ein paar Tage der Architekturlandschaft Deutschlands ein wenig näher zu rücken, dabei interessanten Fachvorträgen zu lauschen, spannende Bauwerke und städtebauliche Ensembles zu besichtigen, das Ganze gespickt mit kulturellen und kulinarischen Highlights – das ist der Anspruch.

Zum Sommerfest saßen wir beisammen und es wurde entschieden, wohin es dieses Jahr gehen soll: nach Wittenberg (ein Jahr nach „Luther“) und in die Kulturerberegion Dessau-Wörlitz (ein Jahr vor „Bauhaus“). Wir starteten an einem Freitag im September mit zwei Kleinbussen in Mühlhausen über Heiligenstadt und Bad Langensalza in Richtung Lutherstadt. Noch am Nachmittag empfing uns dort die Kunsthistorikerin Frau Dr. Hennen in der Evangelischen Stadtkirche zu einem illustren Vortrag über die umfängliche Sanierung und über ihre Forschungsarbeiten am Kunstgut der Kirche: Ersteres auf dem Plateau der äußeren Umgänge der beiden Kirchtürme mit offenem Verbindungssteg – in etwa 80 Meter Höhe und relativ windig – also alles sehr spannend und kurzweilig. Die Proben für das abendliche Orgelkonzert mit Tanzperformance durften wir dabei rein zufällig miterleben.

Der Sonnabend war nach der Begrüßung durch den Bürgermeister der Stadt, Herrn Kirchner, mit einer Architekturführung durch die historische Altstadt Wittenbergs, inklusive Besichtigung der Schlosskirche, ausgefüllt. Danach folgte der Besuch des Luther-Melanchthon-Gymnasiums, der deutschlandweit einzigen Schule, die nach den Ideen des Wiener Künstlers Friedensreich Hundertwasser umgebaut wurde, sowie die abschließende Fahrt zur Gartenstadt und Werkssiedlung Piesteritz, der größten autofreien Wohnsiedlung in Deutschland.

Am Nachmittag war noch Zeit für ein paar geschichtliche Impressionen zum Thema Luther im wundervollen 360-Grad-Panorama des Künstlers Asisi, in dem man sich optisch und akustisch in das Geschehen um 1517 zurückversetzen lassen und den Wechsel von Tag und Nacht miterleben kann.

Mit Anbruch der Dunkelheit ging es nach einem zünftigen Mahl in der „Alten Canzley“ weiter ins Industriekulturland Ferropolis, der „Stadt aus Eisen“, wo wir auf der Halbinsel des ehemaligen Tagebaues Golpa-Nord vor und in der Kulisse der riesigen Braunkohle-Ungetüme ein kulturelles Highlight miterleben konnten: Die Pyromanen Deutschlands lagen bis spät in die Nacht hinein im Wettstreit um das beste Lichter-, Feuer- und Klangerlebnis.

Der Sonntag war ganz dem UNESCO-Welterbe Gartenreich Dessau-Wörlitz vorbehalten. Den besten Überblick über die Gesamtanlage erhält man natürlich von der Spitze des Bibelturmes der Kirche St. Petri. Auch die Sonderausstellung im Grauen Haus „Angelika Kaufmann – Unbekannte Schätze aus Vorarlberger Privatsammlungen“ war ein Treffer – nicht zu Unrecht bei „artour“ heiß empfohlen.

Am Nachmittag ließen wir das Wochenende gebührend ausklingen, im wahrsten Sinne des Wortes: „Tribute to Django Reinhardt“ – Jazz im historischen Gasthof „Zum Eichenkranz“ als Abschlusskonzert des Wörlitzer Musiksommers im ausverkauften Saal des Hauses. Etwas ausgepowert, aber beseelt vom Gerold Heitbaum Quartett und mit deren exzellenten Klängen noch im Ohr fuhren wir schließlich zurück in unsere Thüringer Heimat.

Auch wenn jeder von uns nun wieder seine eigenen kreativen beruflichen Wege geht – das Erlebte bleibt, in unseren Köpfen und Herzen und hat alle, die dabei waren, wieder ein Stück weit näher gebracht.

Gabi Böttcher, Bad Langensalza

veröffentlicht am 23.11.2018 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News, Kammergruppe Eichsfeld Unstrut Hainich, Berufspolitik/ Kammerarbeit

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