„Fuck-up Night" in Erfurt
Offene Gespräche über Umwege, Fehlentscheidungen und die Erkenntnisse, die daraus entstehen
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Rund 40 Teilnehmende kamen am 30. Juni 2026 zur „Fuck-up Night – Storys vom Scheitern in Planungsberufen“ an die FH Erfurt. Veranstaltet wurde der Abend von der AG Junge Planende der Architektenkammer Thüringen. Die Organisation übernahmen Erik Hupke und Nicole Heusing gemeinsam mit der Fachschaft Architektur der FH Erfurt.
Im Mittelpunkt stand ein Thema, das im Berufsalltag oft zu kurz kommt: Zweifel, Fehlentscheidungen, Verantwortung und der Umgang mit Rückschlägen. Die Veranstaltung bot Raum für persönliche Erfahrungen und einen offenen Austausch über Situationen, die den Berufsweg prägen.
Den Auftakt gestaltete Florian Stein von Seonicals, einer Online-Marketing-Agentur. Er gab persönliche Einblicke in seinen beruflichen Werdegang und sprach über den Umgang mit schwierigen Entscheidungen. Anschließend referierte Sebastian Schweyer von Freinunft, einer Unternehmensberatung, über Unternehmertum, Risiken, Insolvenz und den Umgang mit beruflichen Krisen. Weitere Teilnehmende berichteten spontan von Projekten, die anders verliefen als geplant und Momenten, in denen Verantwortung besonders spürbar wurde.
Die Beiträge machten deutlich, dass Scheitern kein Zeichen fehlender Kompetenz ist. Vielmehr entstehen aus Fehlern und Umwegen oft wichtige Erkenntnisse für die weitere berufliche Entwicklung. Offen darüber zu sprechen schafft Vertrauen, stärkt die Reflexionsfähigkeit und unterstützt eine konstruktive Fehlerkultur.
Die Veranstaltung setzte damit ein wichtiges Zeichen für mehr Offenheit im Architektur- und Planungsberuf. Wer plant, entwirft und Verantwortung übernimmt, erlebt auch Unsicherheit, Druck und unerwartete Entwicklungen. Der Austausch darüber erweitert den fachlichen Blick und stärkt den kollegialen Zusammenhalt.
Die positive Resonanz und die aktive Beteiligung der Teilnehmenden zeigen den Bedarf an solchen Formaten. Die AG Junge Planende Thüringen plant bereits weitere Veranstaltungen, die den fachlichen Austausch fördern und aktuelle Herausforderungen des Berufsstandes aufgreifen.