Gleicke: Stadtumbau dient dem Denkmalschutz
Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
"Der Stadtumbau dient dem städtebaulichen Denkmalschutz. Denn die
Maßnahmen umfassen neben dem notwendigen Rückbau vor allem jüngerer
Plattenbauten auch die Aufwertung der historischen Bausubstanz." Dies
sagte die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für
Verkehr, Bau- und Wohnungswesen Iris Gleicke am Montag bei der
Eröffnung des Kongresses Städtebaulicher Denkmalschutz in Quedlinburg.
Die Kommunen stünden vor der schwierigen Aufgabe, den Stadtumbau so zu
steuern, dass die Städte vor baulichen Fehlentwicklungen bewahrt
blieben.
Bei der Umsetzung des Programms Stadtumbau Ost dürfe man keine
städtebaulich wertvolle Altbausubstanz abreißen. "Besorgniserregend
wäre dies in Fördergebieten des städtebaulichen Denkmalschutzes, bei
Gebäuden, die erhaltungswürdig sind sowie bei Gebieten, deren
Altbausubstanz die Kommunen in den Stadtentwicklungskonzepten als
erhaltungswürdig eingestuft haben", so Gleicke weiter. Vielmehr solle
man die Mittel des Stadtumbaus nutzen, um den Denkmalschutz zusätzlich
zu stärken.
Als besonders gelungen lobte Frau Gleicke die Sanierung des Hauses
Pölle 5 in Quedlinburg, das am gleichen Tag seinem neuen Nutzer, der
Jugendbauhütte Quedlinburg, übergeben wurde. "Hier zeigt sich wieder
einmal, dass die Sanierung von Altbausubstanz nicht nur zum Erhalt
baukultureller Werte beiträgt, sondern darüber hinaus die
mittelständische Wirtschaft, insbesondere das Handwerk, stärkt", so
die Staatssekretärin.
Gleicke wies auch auf die Vorschläge der Bundesregierung zur Reform
der Wohneigentumsförderung hin: "Diese kommen sowohl dem
städtebaulichen Denkmalschutz als auch dem Stadtumbau zu Gute." Die
Eigenheimzulage, die auslaufen soll, habe viele Bürger dazu
veranlasst, die Innenstadt zu verlassen und vor die Städte zu ziehen.
Statt dessen sollten nun neue gezielte Förderprogramme die
Wohneigentumsbildung in den Zentren unterstützen und diese
familienfreundlicher gestalten. Darüber hinaus könne ein Teil der bei
der Eigenheimzulage eingesparten Mittel verwendet werden, um das
Programm Stadtumbau Ost aufzustocken. Gleicke bat die Länder, dies bei
ihrer Bewertung der Reformvorschläge zu berücksichtigen.