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Großer BDA-Preis für Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg

Pressemitteilung des BDA vom 28.01.2005

Verleihung im Rahmen des 1. BDA-Tages am 12. März 2005 in Köln

Professor Meinhard von Gerkan und Professor Volkwin Marg werden mit dem Großen BDA-Preis 2005 ausgezeichnet. Mit diesem renommierten Preis, der erstmals 1964 an Hans Scharoun und in der Folge unter anderem an Mies van der Rohe, Egon Eiermann und Oswald Mathias Ungers verliehen wurde, würdigt der BDA das Lebenswerk der beiden Architekten.
Die Verleihung der Auszeichnung findet im Rahmen des 1. BDA-Tages am 12. März 2005 in Köln statt. Das bundesweite Forum knüpft an die Tradition der Bundesversammlungen des BDA an und steht zugleich für die inhaltliche Neupositionierung des Bundes. Der Kölner BDA-Tag lädt zum Dialog und zur Auseinandersetzung über die Perspektiven des baukulturellen Geschehens und die berufspolitische Ausrichtung des BDA ein. Er widmet sich aktuellen Fragestellungen in den Bereichen Wettbewerbswesen, Berufsbild, Honorarordnung und Ausbildung von Architekten und Stadtplanern.

Die Jury begründete ihre Entscheidung wie folgt:
Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg feiern in diesem Jahr ihre 40-jährige Partnerschaft im Büro gmp. Die in der deutschen Architekturlandschaft wohl einmalige Kontinuität in der Zusammenarbeit der beiden Partner zeichnet sich durch große Kreativität und Wirklichkeitsnähe in der Bearbeitung vielfältigster baulicher Aufgaben aus. Beide Partner haben dabei von Anbeginn an einen durchaus unterschiedlichen Umgang mit Architektur zu bewahren gewusst und ihre eigene, unverwechselbare Handschrift entwickelt. Dabei haben sie sich gleichermaßen flexibel gegenüber einer großen Vielfalt der Bauaufgaben gezeigt und ein Bewusstsein der hohen Verantwortung des Architekten für die gebaute Umwelt bewahrt.
Die Jury hat dabei auch in Betracht gezogen, dass nicht jedes Werk der Preisträger in seiner architektonischen Qualität den von ihnen selbst gesetzten hohen Maßstäben gleichermaßen gerecht wird und aus diesem Grund zuweilen öffentliche Kritik auf sich gezogen hat. In einer Gesamtschau des Wirkens der Preisträger hat die Jury die außergewöhnliche Kraft ihres baukünstlerischen Schaffens gewürdigt:
Das gemeinsame Oeuvre Meinhard von Gerkans und Volkwin Margs umfasst das gesamte Spektrum von Bauaufgaben in den verschiedenen Ausprägungen des Berufsbildes des Architekten: vom Bauen im Bestand, etwa am Dresdner Altmarkt, über Wohnungsbauten und Konzertsäle bis hin zu Flughäfen, Bahnhöfe und der Planung von neuen Städten in China. Der markante Ausgangspunkt ihres Schaffens, der Wettbewerbserfolg für den Neubau des Flughafens Berlin-Tegel, war bestimmend für ihr Werk und zeigt die Bedeutung von Architektenwettbewerben für die freie geistige Auseinandersetzung um die beste Lösung: Mit über 180 ersten Preisen haben Meinhard von Gerkan und Volkwin Marg, geprägt von einem stetigen Suchen, Verbessern und Neubeginn, ein bedeutendes Architekturbüro aufgebaut.


Die Jury würdigte den Mut zum Neuen, zum Aufbruch in eine neue Welt, dem sich Meinhard von Gerkan (* 1935) und Volkwin Marg (* 1936) mit Optimismus und immer erneuerter Schaffenskraft zuwenden. Mit ihrer Architektursprache verleihen sie der deutschen Architektur ein neues Bild im Ausland: Transparenz, Geometrie und die ästhetisch anspruchsvolle Realisierung technischer Innovationen.
Neben der Arbeit als Architekten haben die Preisträger durch ihre Professuren an der Technischen Universität Braunschweig und an der RWTH Aachen Generationen von Studierenden der Architektur und Stadtplanung geprägt.
Nicht zuletzt stellte die Jury auch das berufspolitische und baukulturelle Engagement der Preisträger heraus. Hierzu gehört vor allem die Bereitschaft, immer wieder in der Öffentlichkeit streitbar Position zu beziehen. Die Preisträger sind zudem im Bund Deutscher Architekten BDA aktiv. Während Volkwin Margs Wirken als Präsident des BDA (1979 bis 1983) verabschiedete das Präsidium des BDA eine Grundsatzerklärung, in der es die „Qualität des Planens und Bauens in Verantwortung gegenüber der Gesellschaft“ einforderte. Qualität sei „keine Frage der Kosten, sondern der sozialen Motivation und der Phantasie zur Umsetzung in gebaute Wirklichkeit.“ Für diesen Anspruch stehen die beiden Preisträger exemplarisch ein.

Die Jury bestand aus Frau Professorin Dr. Ingeborg Flagge, Direktorin des Deutschen Architektur Museums, Dr. Dieter Bartetzko, Architekturkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, sowie den Architekten Kaspar Kraemer, Präsident des Bundes Deutscher Architekten BDA, Michael Frielinghaus, Vizepräsident des Bundes Deutscher Architekten BDA und Dieter Ben Kauffmann, Vorsitzender des BDA Baden-Württemberg.

veröffentlicht am 31.01.2005 von Birgit Kohlhaas · Rubrik(en): News

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