Keine Impulse für Binnennachfrage
Konjunkturdaten IHK Erfurt, Ausgabe 2/2005
Die Verbraucherstimmung in Deutschland ist weiterhin instabil. Zu diesem Ergebnis kommt die Marktforschungsgesellschaft GfK in ihrer aktuellen Konsumklimastudie. Dabei ist die Stimmung der Konsumenten im Osten insgesamt erheblich schlechter als im Westen. Vor allem ihre Einkommenserwartungen haben die Deutschen deutlich heruntergeschraubt. Insgesamt verschlechterte sich das Konsumklima in Deutschland nun zum zweiten Mal in Folge. Im Juni soll der Gesamtindex auf einen Wert von 4,4 Punkten zurückgehen, nachdem er im Mai revidiert 4,8 Punkte erreicht hatte. Generell sinkt nach Einschätzung der GfK-Marktforscher die Wahrscheinlichkeit, dass der private Konsum in diesem Jahr noch nennenswerte gesamtwirtschaftliche Wachstumsimpulse liefern wird.
Baugewerbe
In der Bauwirtschaft ist ein Ende der Krise nicht in Sicht. Der Konjunkturklima-Index fällt innerhalb von vier Monaten um 4 Zähler auf 63 Prozentpunkte. Mit diesem Resultat bleibt die Branche konjunkturelles Schlusslicht. Nur bei 4 Prozent der Befragten laufen die Geschäfte gut, jeder Zweite zieht dagegen eine negative Bilanz.
Die Baubranche befindet sich vor dem Hintergrund unverändert sinkender Investitionen weiterhin unter Druck. Vor allem die finanzielle Situation der Unternehmen entwickelt sich angesichts der zurückgehenden Nachfrage katastrophal. Die Anzahl der Firmen, die rote Zahlen schreiben, steigt zur vorhergehenden Umfrage von 19 Prozent auf bedrohliche 38 Prozent. Mehr als die Hälfte der Betriebe hat lediglich ein Auftragspolster von einem Monat. Die Zukunftssorgen spiegeln sich in den Beschäftigungs- und Investitionsplänen der befragten Firmen wider.
Jeder dritte Bauunternehmer signalisiert einen weiteren Personalabbau. Seit 1899 hat sich die Anzahl der Beschäftigten im Thüringer Baugewerbe halbiert.