Nachruf auf Prof. Hubert Matthes

„Am Tag der Wintersonnenwende hat sich sein Lebenskreis geschlossen.“

Prof. Hubert Matthes, Bild: Iris Heinemann
Prof. Hubert Matthes, Bild: Iris Heinemann

Am 21. Dezember 2018 verschied Prof. Hubert Matthes.
Den Grundstock seiner umfangreichen Pflanzenkenntnisse legte er mit einer Gärtnerlehre in Bad Düben (1945 bis 1948). Es war der Beginn seiner lebenslangen innigen Liebe zur Garten- und Landschaftsarchitektur, die er seinen Mitstreitern immer wieder neu vermittelte. Die gestalterischen Fähigkeiten eignete er sich 1948 / 1949 mit der Gartenbautechnikerausbildung an der Fachschule Pillnitz sowie über ein Diplomstudium an der Humboldt-Universität Berlin (1965 bis 1970) an. Von 1978 bis 1992 lehrte er als Professor für Landschaftsarchitektur an der HAB Weimar/ Bauhaus-Universität Weimar. Bereits im Ruhestand sensibilisierte und begeisterte er noch als Honorar-Professor von
1992 bis 1995 Generationen von angehenden Architekten, Städtebauern/ Stadtplanern und Landschaftsarchitekten für dieses Aufgabenfeld. Sein OEuvre reicht von der Gestaltung von Parks (u. a. Amtssitz des Präsidenten Berlin-Niederschönhausen, Rosengarten Berlin-Treptow, Pionierpark Wuhlheide) über die Mitwirkung am Aufbau der Gedenkstätten Buchenwald, Ravensbrück und Sachsenhausen bis hin zu Freiflächengestaltungen (u. a. Berliner Alexanderplatz und Fernsehturm, Gendarmenmarkt), Haus- oder kleinen Bauerngärten (Ahner-Gedenkstätte Wintersdorf). Prof. Hubert Matthes stand bis ins hohe Alter zahlreichen Planern beratend, lobend und kritisierend zur Seite, stellte
seine Lösungen selbst immer wieder in Frage, um bestmögliche Gestaltungen zu erzielen. Er war ein ästhetischer Freigeist mit einer zutiefst humanistischen Grundhaltung, lebte selbst einfach und bescheiden und war doch einer der bedeutendsten Landschaftsarchitekten der jüngsten Zeitgeschichte.

Prof. Dr.-Ing. Gerlinde Krause

veröffentlicht am 15.02.2019 von Björn Radermacher · Rubrik(en): News

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