PPP mit Architekten auf gutem Weg
Tagung der BAK-Projektgruppe mit dem BMVBW-Lenkungsausschuss
PPP mit Architekten auf dem guten Weg
In der gestrigen Sitzung in Wiesbaden ist den Beteiligten klar geworden, dass mit den Gruppen der Betroffenen und Beteiligten im Prozeß von Public Privat Partnership gesprochen werden muß, bevor der Lenkungsausschuß des Bundes sein Gutachten an das BMVBW abliefert. Die Erkenntnis, dass die Beteiligung der Architekten in einer sehr frühen PPP-Phase für die Qualität der gebauten Umwelt, dem sozialen Anspruch, für die Nachhaltigkeit, dem Verbraucherschutz und insbesondere auch für die Effizienz und Wirtschaftlichkeit von PPP-Beschaffungsmodellen notwendig ist, war das Ergebnis der Beratung. Auf der Seite der Architekten aus den Länderkammern, die sich in der BAK-Projektgruppe beteiligen, wurde klar, dass PPP nur eine Variante der Beschaffungsmöglichkeiten für öffentliche Auftraggeber ist. In Großbritannien als PPP-Mutterland macht dieses ein Auftragsvolumen von 20% aller Aufträge aus. Die Kammervertreter, unter ihnen auch Thüringens Präsident Strube, verpflichteten sich, Modelle der Architekten-Beteiligung im Vergabeprozeß von PPP-Projekten sowohl auf Seiten der öffentlichen Auftraggeber als auch auf Anbieter- bzw. Betreiberseite zu entwickeln. Ein wesentliches Kriterium dabei wird es sein, dass diese Planungsleistungen im Leistungswettbewerb verbunden mit einem Preiswettbewerb auf Seiten der Investoren angeboten werden müssen und sie auch zu honorieren sind. Dass der Markt der Projektentwicklung und der Angebote für PPP-Modelle völlig frei von Aufwandshonorierung für die öffentliche Hand sein soll, dagegen sprach sich auch der Vetreter des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie aus. Der ruinöse Preisverfall in der Deutschen Bauwirtschaft könnte durch komplexe Angebote und Dienstleistungen vom Entwurf, Genehmigung, Ausführung, Bewirtschaftung und Recycling als Gesamtangebot gestoppt werden, so Dr. Stiepelmann vom Bauindustrieverband. Natürlich sind PPP-Projekte auch in den Wettbewerb mit einer losweisen Vergabe für alle Leistungen zu stellen, forderte der Ehrenpräsident der niedersächsichen Kammer Stahrenberg. Das Ergebnis von einer konsequenten Anwendung von PPP-Modellen wäre aber eine Staatsmodernisierung und vor allem ein Absenken der Staatsquote, so die Teilnehmer. Dr. Christen als Leiter der PPP-Lenkungsgruppe beim Bund forderte, dass sich der Staat auf die Vorgaben von Qualitäten zurückziehen sollte und diesen Prozeß nur in Form eines Qualitätscontrolling und Vertragscontrolling begleiten muß. Für alle war es am Ende deutlich, dass dafür eine Leitidee verbunden mit einem Regelwerk zu schaffen sei, das Optimierungspotentiale im öffentlichen Beschaffungsprozeß aufzeigt. Rings um Deutschland herum und selbst in der Brüsseler Kommission ist Public Privat Partnership ein alltäglicher Prozeß mit einer Win-Win-Philosophie für alle Beteiligten. Warum nicht auch im reformbereiten Deutschland? Die Architekten sind dabei! Michael Beier, GF AKT