Reformdruck trifft Planungspraxis
Nachlese zu den Erfurter Baurechtstagen 2026 am 19. und 20. März
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Die Erfurter Baurechtstage boten erneut eine zentrale Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis.
In den Vorträgen und Diskussionen wurde deutlich, dass komplexe gesetzliche Anforderungen, die beispielsweise Belange der Wohnraumschaffung, der Energieerzeugung und der Klimaanpassung tangieren, sowohl die kommunale Planung als auch die Raumordnung vor Herausforderungen stellen. Der vielfach geäußerte Tenor lautete: Eine grundlegende Novellierung des Baugesetzbuches ist überfällig, um den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen planerisch begegnen zu können. Die Einführung des Bauturbos, über die umfangreich debattiert wurde, kann nur ein Zwischenschritt gewesen sein.
Gleichzeitig zeigte die Veranstaltung anhand konkreter Praxisbeispiele, dass es örtlicher Lösungen Bedarf, um die dringenden Fragen kommunaler Planung – wie Klimaschutz und Energieversorgung – vor Ort zu beantworten. Die Praxisbeispiele machten Mut und belegten, dass die bestehenden Handlungsspielräume bereits aktiv genutzt werden.
Und so bleibt festzuhalten: Während die Praxis innovative Antworten auf aktuelle Herausforderungen zu finden sucht, braucht es auf gesetzlicher Ebene modernisierter Rahmenbedingungen, um das bestehende Instrumentarium flexibler einsetzen zu können. Der seit dem 2. April vorliegende Referentenentwurf eines Gesetzes zur Modernisierung des Städtebau- und Raumordnungsrechts des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen wird hieran gemessen werden.
Text: Dr. Michael Steinke