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Schlechte Zahlungsmoral gefährdet mittelständische Unternehmen

VBI-Presseinformation Nr. 31 – Berlin, 27. Dezember 2005

VBI-Umfrage belegt massive Verschlechterung des Zahlungsverhaltens – Mit-telständler geraten unverschuldet in die Insolvenz

„Ausbleibende oder verspätete Zahlungen haben schon vielen Mittelständlern das Genick gebrochen, denn Rechnungen werden in Deutschland immer noch viel zu spät beglichen“, darauf wies Dipl.-Ing. Klaus Rollenhagen, Hauptge-schäftsführer des Verbandes Beratender Ingenieure VBI, in Berlin hin.
Die jährliche Umfrage des VBI unter seinen Mitgliedern hat ergeben, dass 28 Prozent aller befragten mittelständischen Ingenieurunternehmen die Zahlungs-moral ihrer Auftraggeber als „schlecht“ einstufen. Nur 13 Prozent vergeben hingegen das Prädikat „gut“. Nach früheren Untersuchungen müssen Ingenieu-runternehmen durchschnittlich 33 Tage auf die Begleichung ihrer Rechnungen warten. Im Extremfall vergehen Jahre bis zur Zahlung. Rollenhagen schätzt, dass die 53.000 Ingenieurbüros in Deutschland mehrheitlich mit säumigen Zahlern zu kämpfen haben, mindestens 10 Prozent der Büros gerieten dadurch in wirt-schaftliche Schwierigkeiten.
„Im vergangenen Jahr haben nach der VBI-Umfrage 63 Prozent der Planungsun-ternehmen eine Verschlechterung der Zahlungsmoral festgestellt. Das ist eine alarmierende Zahl“, unterstreicht Rollenhagen: „Es ist skandalös, dass sich so-wohl öffentliche als auch private Bauherren so viel Zeit bei der Auszahlung der fälligen Honorare lassen. Denn der naturgemäß sehr hohe Personalkostenanteil der Ingenieurbüros bringt das wirtschaftliche Gleichgewicht bei ausbleibenden Zahlungen schnell ins Wanken.“
Hinzu komme, dass Banken Ingenieurbüros aufgrund des geringen Eigenkapitals kaum Kredite bewilligten. Der Mittelständler müsse die Vorfinanzierung der Projektkosten also aus eigener Tasche finanzieren: für kleine Unternehmen ein besonders hohes Risiko.
„Es kann nicht sein, dass gesunde Unternehmen durch das ungerechtfertigte Zurückhalten von Honoraren in die Insolvenz getrieben werden. Auftraggeber müssen eines klar sehen: Zahlungsverschleppungen machen Unternehmen unnötig kaputt und schaden so auch dem Auftraggeber“. Rollenhagen appelliert zum Ende des Wirtschaftsjahres 2005 an alle Bauherren, ihren Zahlungsver-pflichtungen kurzfristig nachzukommen.

„Die neue Bundesregierung muss im Rahmen ihrer Investitionsoffensive und Mittelstandsförderung auch den Aspekt der pünktlichen Zahlungen berücksichti-gen. Öffentliche Bauherren in Bund, Ländern und Gemeinden könnten dabei – anders als derzeit – zum leuchtenden Vorbild werden“, sagte der VBI-Hauptgeschäftsführer in Berlin.

veröffentlicht am 06.01.2006 von Birgit Kohlhaas · Rubrik(en): News

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